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© sxc.hu

Großer Umzug

So wechseln Sie stressfrei von KDE 3 zu KDE 4

09.01.2009 Der Wechsel von KDE 3 auf die neue Viererversion muss ähnlich gut wie ein Umzug geplant sein: Nur wer seine Daten und Einstellungen in den richtigen Karton packt und diesen auch passend beschriftet, findet sich nach dem Einzug wieder in der gewohnten Umgebung.

Umzuziehen fällt nicht immer leicht. Man hat sich an die alte Wohnung doch sehr gewöhnt, und beim Gedanken an die viele Arbeit, die damit zusammenhängt, nimmt die Lust noch einmal ab. Doch wie im realen Leben ist manchmal auch ein Umzug auf dem KDE-Desktop nötig, zum Beispiel beim Wechsel von KDE 3 zu KDE 4. Dieser Artikel beschreibt ein paar Szenarien für diese Migration, kann jedoch nicht alle Fälle abdecken. Sollten beim Wechsel auf die neue KDE-Umgebung hier nicht beschriebene Probleme auftreten, wenden Sie sich am besten an die EasyLinux-Mailinglisten [1].

Zwei Wohnungen

Die aktuellen Kubuntu-, Mandriva- und OpenSuse-Versionen setzen alle KDE 4 als Standard-Desktop ein. Es gibt aber noch nicht von allen KDE-Programmen eine stabile KDE-4-Version, so fehlen zum Beispiel K3b, Kaffeine und Digikam. Von diesen Anwendungen liefern die Distributoren jeweils die KDE-3-Version aus.

Sie haben also nach einer Standardinstallation ein System aus KDE-3- und KDE-4-Programmen. Je nach Distribution sind dabei mehr oder weniger KDE-3-Programme vorinstalliert. In der Regel verzichtet die Standardinstallation auf doppelte Programme: Ist zum Beispiel von Konqueror die KDE-4-Version installiert, fehlt die KDE-3-Variante usw.

Benutzen Sie noch eine ältere Distribution, installieren Sie KDE 4 am einfachsten parallel zu KDE 3. Unter OpenSuse starten Sie dazu YaST / Software / Software installieren oder löschen. Hier setzen Sie den Filter auf Schemata und markieren anschließend den Eintrag KDE4 Desktop Umgebung für die Installation. OpenSuse 11.0 bringt allerdings nur Version 4.0.4 von KDE 4 mit, bei welcher noch viele Programme in Englisch sind. Die Redaktion empfiehlt ein Update auf KDE 4.1.3, welches auch bei OpenSuse 11.1 standardmäßig dabei ist. Das Update beschreibt der Kasten "KDE 4.1.3".

KDE 4.1.3

OpenSuse 11.0 bringt auf den Datenträgern noch die KDE-4-Version 4.0.4 mit. Damit lässt sich zwar auch arbeiten, aber es fehlt zum Beispiel für die KDE-PIM-Suite Kontakt die deutsche Übersetzung und die PIM-Programme sind noch nicht sehr ausgereift. Für ein Update spielen Sie entweder die KDE-4-Pakete von der beiliegenden OpenSuse-11.1-DVD ein oder richten das KDE-4-Repository als Installationsquelle ein. Dazu müssen Sie unter http://en.opensuse.org/KDE4 auf das passende One-Click-Install-Paket klicken [2]. KDE-4-Pakete gibt es auch für OpenSuse 10.3, bei noch älteren Suse-Versionen müssen Sie auf den neuen Desktop verzichten.

Unter Kubuntu 8.04 installieren Sie den den KDE-4-Desktop über das Paket kubuntu-kde4-desktop nach. Dazu führen Sie entweder in einem Terminalfenster den Befehl

sudo apt-get install kubuntu-kde4-desktop

aus oder starten über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu adept den grafischen Paketmanager und markieren hier nach einer Suche das erwähnte Paket. Kubuntu 8.10 und Mandriva 2009 bringen bereits KDE 4 als Standard-Desktop mit. Mandriva nimmt zudem beim Ugrade von Version 2008 auf 2009 automatisch den Wechsel von KDE 3 zu KDE 4 vor. Hier stellt sich somit die Frage nach dem umgekehrten Weg: Über das Paket task-kde3 aus dem Contrib-Zweig erhalten Sie unter Mandriva 2009 einen kompletten KDE-3-Desktop. Mit Version 8.10 gibt es für Kubuntu keinen KDE-3-Desktop mehr. Möchten Sie bei KDE 3 bleiben, müssen Sie eine ältere Kubuntu-Version nutzen.

Den Pfad entlang

Die parallele Installation von KDE 3 und KDE 4 führt zu zwei Problemen: Die meisten Programme heißen unter beiden Desktopumgebungen gleich und benutzen eigentlich dieselben Konfigurationsdateien. Distributoren, welche beide Desktops ausliefern, müssen deshalb einen Weg finden, um diese Probleme zu umgehen. Dazu installiert man die zwei Desktopumgebungen unter einem separaten Pfad. Glück hatten die OpenSuse-Entwickler: KDE-3-Pakete liegen hier schon immer im Verzeichnis /opt/kde3, das tun sie auch bei der aktuellen Version 11.1 noch. Möchten Sie somit von einem Programm die KDE-3- und die KDE-4-Version nutzen, müssen Sie sich nur den Pfad merken: Den KDE-3-Konqueror starten Sie zum Beispiel über /opt/kde3/bin/konqueror, die KDE-4-Version über /usr/bin/konqueror oder einfach konqueror (da der Pfad /usr/bin standardmäßig zuerst durchsucht wird).

Kubuntu- und Mandriva benutzten schon früher /usr/bin als Pfad für die KDE-3-Programme. Die beiden Distributionen mussten sich deshalb für eine parallele Installation der zwei Desktopumgebungen etwas Besonderes einfallen lassen. Installieren Sie unter Kubuntu 8.04 den KDE-4-Desktop nach, dann finden Sie die KDE-4-Programme im Verzeichnis /usr/lib/kde4/bin. Mandriva 2008 hat eine parallele Installation ursprünglich nicht vorgesehen, mit Version 4.1 gibt es aber Pakete, die sich neben KDE 3 installieren lassen. Mandriva richtet diese unter /opt/kde4 ein. Um die Pakete hinzuzufügen, starten Sie über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu konsole ein Terminalfenster mit Administratorrechten und geben hier folgenden Befehl ein:

urpmi.addmedia KDE4 ftp://ftp.kde.org/pub/kde/stable/4.1.0/Mandriva/RPMS/i586 with media_info/hdlist.cz

Mandriva 2009 dreht den Spieß einfach um: Hier finden Sie die KDE-4-Pakete unter /usr/bin, die alte KDE-3-Version ist nach /opt/kde3 umgezogen.

Persönliche und programmspezifische Einstellungen speichern die KDE-Programme in Ihrem Home-Verzeichnis unter /home/Benutzername/.kde/. (Benutzername müssen Sie dabei durch Ihren Loginnamen ersetzen.) Die KDE-4-Anwendungen mussten sich deshalb ein neues Verzeichnis für die Konfigurationsdateien aussuchen. Es heißt /home/Benutzername/.kde4/. Eine Ausnahme bildet Kubuntu 8.10: Hier heißt das Konfigurationsverzeichnis für KDE-3- und KDE-4-Programme .kde.

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