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© Otto Durst, Fotolia.de

Der Unerschrockene

Kubuntu 8.10 im Test

09.01.2009
Mit Version 8.10 hat Kubuntu den Wechsel von KDE 3 auf KDE 4 komplett vollzogen. Dies ist aber nur eine von zahlreichen Neuerungen der neuen Kubuntu-Version. Dieser Artikel testet, wie gut der unerschrockene Kubuntu-Steinbock tatsächlich klettert.

Kubuntu und Ubuntu zählen zu den benutzerfreundlichsten Linux-Distributionen überhaupt. Seit Version 7.10 werden die KDE- und die Gnome-Version zusammen entwickelt, und Canonical unterstützt beide Desktops offiziell. Dieser Artikel testet die aktuelle KDE-Version – Kubuntu 8.10 – auf Herz und Nieren.

Installation

Kubuntu benutzt als Standardinstallation nach wie vor den Weg über die Live-DVD. Legen Sie die DVD ins Laufwerk ein, erscheint automatisch die Sprachauswahl mit sämtlichen Sprachen über dem Bildschirm verteilt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Nach dem Start von der DVD startet automatisch die Sprachauswahl.

Diese Lösung sorgt dafür, dass eigentlich jeder seine Sprache finden sollte. Das Bootmenü bietet neben der Installation auch Menüpunkte zum Ausprobieren des Systems und für den Speichertest. Möchten Sie kein Ubuntu von der DVD starten, wählen Sie den Eintrag Von der ersten Festplatte starten.

Bei den meisten Rechnern gibt es mit der Live-CD/-DVD keine Probleme, besitzt ein PC allerdings weniger als 512 MByte Hauptspeicher, dauern der Start von CD/DVD und die Installation selbst sehr lange, da für das Einspielen der Pakete nicht genug freier Speicher zur Verfügung steht. Auf solchen Rechnern empfiehlt sich deshalb der Weg über die so genannte Alternate-CD. Dazu müssen Sie auf der Download-Seite [1] im Auswahldialog ganz unten die entsprechende Checkbox aktivieren. Die Alternate-CD lässt sich nicht als Live-Medium nutzen und die Installation erfolgt im Textmodus.

Gut gefallen hat in den Tests, dass man Kubuntu auch direkt aus Windows heraus installieren kann (Abbildung 2). So kommen auch Benutzer in den Genuss von Kubuntu, die nicht wissen, wie man einen Rechner von der DVD bootet. Windows Vista rät zwar vom Start des Installationsprogramms Wubi ab, weil dieses nicht vertrauenswürdig erscheint, mit einer Ausnahmeregel startet der Installer aber problemlos.

Abbildung 2: Über das Installationsprogramm Wubi richten Sie Kubuntu 8.10 auch unter Windows Vista ein.

So problemlos die Kubuntu-Installation in den meisten Fällen ist, kann es dabei doch zu Schwierigkeiten oder mindestens Unklarheiten kommen. Hier lässt die Distribution den Anwender alleine, eine Hilfefunktion im Installationsprogramm fehlt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Was nun? Beim Partitionieren gibt Kubuntu keine Hilfestellung.

Nach der Installation empfängt Kubuntu den Benutzer mit dem KDE-4-Login-Bildschirm in Englisch. Lediglich bei einer aktiven Internetverbindung lädt das Installationsprogramm die Sprachdateien herunter. Immerhin weist später unter dem KDE-Desktop ein kleines Miniprogramm auf diesen Umstand hin, und beim ersten Update landen die Sprachpakete ebenfalls auf dem Rechner.

Erster Eindruck

Der KDE-Desktop macht einen aufgeräumten Eindruck (Abbildung 4). Als Plasmoids sind die Notizen und die Ordneransicht eingerichtet, wobei mangels entsprechendem Content der Ordner Arbeitsfläche leer ist. Kubuntu setzt auf das KDE-4-Standardmenü. Im Unterschied zu OpenSuse müssen Sie hier klicken, um das Menü bzw. einzelne Reiter zu öffnen, was die Bedienung zwar langsamer aber deutlich einfacher macht.

Abbildung 4: Der KDE-4-Desktop von Kubuntu 8.10, wie ihn der Nutzer nach der Installation vorfindet.

Die 3D-Beschleunigung ist bei entsprechender Hardware bereits in der Grundeinstellung aktiviert, KDE 4 begrüßt den Anwender dann mit spektakulären Desktop-Effekten. Anders als die Gnome-Version bringt Kubuntu kein spezielles Tool mit, um die proprietären Treiber für ATI- und Nvidia-Karten zu installieren.

Das Favoriten-Menü enthält Einträge zu Konqueror, Kontact, den Systemeinstellungen, Dolphin, Kopete und Amarok. Auch hier fehlt ein Link zur Hilfe, die sich unter Programme befindet. Der Paketmanager Adept ist gleich zweimal im Menü anzutreffen: einmal unter Programme und einmal im Menü Rechner.

Rechts vom Hauptmenü befindet sich ein Ordnersymbol (Abbildung 5). Es bietet einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Verzeichnisse. Kubuntu hat davon bei der Installation reichliche angelegt, etwa für Musik, Bilder, Videos, Dokumente und Vorlagen.

Abbildung 5: Mit dem Orte-Menü in der KDE-Kontrollleiste navigieren Sie sehr schnell zum gewünschten Verzeichnis.

Das Setup der grafischen Oberfläche nimmt Kubuntu während der Installation automatisch vor. Ein Eingreifen des Benutzers scheinen die Kubuntu-Entwickler nicht geplant zu haben, da es kein grafisches Tool gibt, um etwa die Bildschirmauflösung oder die Farbtiefe einzustellen. Bei Rechnern, die zum Beispiel an einem KVM-Switch hängen, kann es so zu Problemen kommen.

Gut zu gefallen wusste in den Tests das neue Energieverwaltungstool Power-Devil. Das KDE-4-Programm nistet sich in der KDE-Kontrollleiste ein und zeigt neben dem Akkuzustand auch den aktuellen Energieverbrauch in Watt und die CPU-Leistung an. Per Rechtsklick versetzen Sie den Rechner in den Ruhezustand oder den Tiefschlaf. Auch diese Funktionen arbeiteten in den Tests problemlos. Hingegen schaltet Kubuntu bei Notebooks das Display nicht aus, wenn Sie den Deckel schließen, sondern aktiviert nur die Bildschirmsperre. Dadurch braucht das Gerät unnötig Strom.

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