Effizienter arbeiten mit GIMP

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

05.01.2009
Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie mit dem Programm Gras Pinselspitzen erstellen und damit frühlingshafte Fotomontagen fertigen.

Ein Hauch Frühling

Im folgenden Tipp vereinen wir gleich mehrere Tricks, um ein Ergebnis wie in Abbildung 1 zu erreichen. Damit zaubern Sie ganz leicht, trotz winterlicher Temperaturen, einen Hauch von Frühling auf den Bildschirm.

Abbildung 1: Ein Graspinsel darf in der Bildbearbeitung mit Gimp nicht fehlen. In unserem Tipp arbeiten wir mit verschiedenen Ebenen, um Objekte im Gras zu verstecken.

Die Basis besteht aus einem blauen Wolkenhimmel. Für diesen Effekt kommt der Nebel-Filter zum Einsatz:

  1. Erstellen Sie mit [Strg]+[N] ein neues Bild in der passenden Endgröße mit weißer Hintergrundfarbe.
  2. Über das Bildmenü Ebene / Neue Ebene erzeugen Sie eine transparente Ebene oberhalb der Hintergrundebene.
  3. Öffnen Sie den Nebelfilter über Filter / Render / Wolken / Nebel. Im Filterdialog wählen Sie für Nebelfarbe ein schönes Blau aus. Spielen Sie ein wenig mit den Turbulenzen und der Deckkraft. Das Ergebnis sehen Sie allerdings erst im fertigen Bild, darum ist es oft nötig, den Filterdialog mehrmals aufzurufen. Sind Sie mit dem Ergebnis der Wolkenbildung zufrieden, verwenden Sie abschließend den Weichzeichner-Filter über Filter / Weichzeichnen / Weichzeichnen. Die Helligkeit des Wolkenhimmels regulieren sie zusätzlich, indem Sie die Ebenendeckkraft mit dem Wolkenfilter reduzieren. Das Ergebnis sollte ungefähr unserer Abbildung 2 gleichen.

    Abbildung 2: Der Nebelfilter ist ideal für die Erzeugung von Wolkenbildern geeignet.

Als Nächstes kreieren Sie für die Rasenoptik mehrere Pinselspitzen mit Grashalmen in verschiedenen Größen.

  1. Rufen Sie den Menüpunkt Datei / Neu auf und geben Sie als Größe für die Pinselspitze zum Beispiel für Breite einen Wert von 200 Pixel und für die Höhe einen Wert von 300 Pixel an. Öffnen Sie die Option Erweiterte Einstellungen. Als Farbraum wählen Sie Graustufen und unter Füllung die Option Weiß aus.
  2. Mit der elliptischen Auswahl erstellen Sie nun eine ovale Form, wie in Abbildung 3 zu sehen, und füllen diese mit schwarzer Farbe.

    Abbildung 3: Mit ein wenig Handarbeit und der elliptischen Auswahl erstellen Sie einen Graspinsel.
  3. Im nächsten Arbeitsschritt erstellen Sie abermals eine ovale Auswahl ähnlich der ersten und füllen diese mit weißer Farbe. Das Ergebnis sollte der Form eines einzelnen Grashalm ähneln. Diesen nehmen Sie als Basis für weitere Grashalme im Bild: Einfach kopieren und an geeigneter Stelle im Bild wieder einfügen. Dabei dürfen Sie sowohl die Position als auch die Ausrichtung variieren.
  4. Sobald Sie mit dem Basisbild für die Pinselspitze fertig sind, speichern Sie es als Gimp-Pinsel mit der Dateiendung .gbr (gimp brush). Tragen Sie im Dialog Als Pinsel speichern einen Abstand von mindestens 40 Pixeln ein und beschreiben Sie den Pinsel kurz.
  5. Damit der eben erstellte Pinsel in der Pinselpallette auftaucht, müssen Sie ihn in den entsprechenden Dateiordner verschieben. Wo sich dieser befindet, erfahren Sie im Datenbereich des Einstellungsdialogs unter Datei / Einstellungen / Ordner / Pinsel (Abbildung 4).

    Abbildung 4: Für nicht vom System gelieferte Pinsel gibt es einen eigenen Pinselordner.
  6. Öffnen Sie abschließend mit [Umschalt]+[Strg]+[B] den Pinseldialog und klicken Sie auf die Schaltfläche Pinsel neu laden. Die vorher in den Pinselordner kopierten Pinselspitzen aus Gras stehen nun für weitere Bearbeitungsschritte zur Verfügung.

Die erste Pinseldatei können Sie als Basis für weitere Pinselspitzen verwenden und z. B. einfach die Größe der Datei unproportional zur Breite ändern. Das ergibt dann höhere und dünnere Grashalme, die Sie später im Bildhintergrund einsetzen.

Ihnen dauert das Erstellen eigener Pinselspitzen zu lange? Halten Sie im Internet Ausschau nach fertigen Gras-Pinselspitzen und verwenden Sie diese für die folgenden Schritte.

Jetzt kommen verschiedene Ebenen ins Spiel, und zwar aus mehreren Gründen: Zum einem können Sie später verschiedene Objekte leichter im Gras verstecken, und zum anderen lässt sich die Tiefenwirkung verstärken. Dafür stellen Sie Grasabschnitte, die weiter hinten im Bild liegen, dunkler und auch unschärfer dar.

  1. Beginnen Sie mit dem Anlegen mehrerer transparenter Ebenen, die Anzahl ist Ihnen überlassen. Nicht benötigte Ebenen löschen Sie am Ende des Arbeitsvorgangs einfach aus dem Ebenenstapel, indem Sie die Ebene durch Mausklick aktivieren und im Bildmenü Ebene / Ebene löschen auswählen. Die oberste Ebene stellt den hinteren Bildbereich dar. Füllen Sie diesen mit einem Pinsel, der relativ hohes, dünnes Gras in dunklem Grün erhält. Ideal ist es, einen Farbverlauf von einem hellen zu einem dunklen Grün wie in Abbildung 5 zu verwenden. Anschließend maskieren Sie die oberste Ebene mit dem Weichzeichnen-Filter unscharf.

    Abbildung 5: Beginnen Sie stets mit dem hinteren Bereich eines Bilds. Für die Tiefenwirkung verwenden Sie dunklere Farben und arbeiten mit dem Weichzeichnen-Filter. Ideal sind Farbverläufe mit verschiedenen Grüntönen.
  2. Füllen Sie die darunter liegende transparente Ebene abermals mit dem Graspinsel. Sie können die Farbkombination beibehalten und die ganze Ebene mit über den Dialog Farbkurven korrigieren (Farben / Kurven) farblich aufhellen bzw. abdunkeln. Es ist auch möglich, die Größe des Pinsels im Einstellungsdialog über den Skalieren-Regler anzupassen.
  3. Legen Sie wie beschrieben mehrere Grasebenen an. Für die vorderen Bereiche verwenden Sie einen Pinsel mit niedrigeren Grashalmen. Setzen Sie mit einem anderen Grünton ein paar farbliche Akzente in den hinteren Bereichen und spielen Sie ein wenig mit den Transformationswerkzeugen: Das Ergebnis soll möglichst realistisch aussehen.
  4. In unserem Beispiel haben wir einen Pilz im Gras platziert, der teilweise von den Grashalmen überdeckt ist. Je nachdem, an welche Position im Ebenenstapel Sie den Pilz verschieben, können Sie auch weitere Objekte im Bild anbringen.

Gimp-Theme ändern

Es ist möglich, in Gimp das Aussehen der Benutzeroberfläche zu verändern. Hierfür stehen standardmäßig zwei grafische Themes zur Verfügung. Den Einstellungsdialog erreichen Sie über Datei / Einstellungen, und die Benutzeroberfläche passen Sie dann unter Thema an. Wenn Sie eines der verfügbaren Themes anklicken, wird es gleich aktiv, und Sie sehen, ob Ihnen die Gestaltung zusagt. Falls nicht, können Sie eines der bereits bestehenden Themes kopieren und abändern. Sie müssen es dann lediglich in den entsprechenden Ordner auf Ihrem Rechner kopieren. Den genauen Pfad zum Theme-Ordner finden Sie in den Programmeinstellungen unter Ordner / Themen. Da die Anpassung des Oberflächen-Themes jedoch mit viel Zeitaufwand verbunden ist, haben Sie optional die Möglichkeit, aus dem Internet ein fertiges Theme herunterzuladen. Stöbern Sie dazu ein wenig in den Suchmaschinen. Oberflächen-Themes landen ebenfalls in dem bereits genannten Theme-Ordner.

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