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Weder PowerPoint noch Impress

SoftMaker Office 2008 mit Präsentationsmodul

09.10.2008
Softmakers Officepaket hat sich einen Namen als schlanke Alternative zum Boliden OpenOffice gemacht – bisher gab es aber nur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Version 2008 macht das Paket mit einem PowerPoint-Ersatz komplett.

Über die beiden bisherigen Kernprogramme von SoftMaker Office [1], TextMaker und PlanMaker, haben wir schon viel Gutes gesagt [2] – jetzt steht die Linux-Variante der 2008er Version in den Startlöchern. Wir haben einen Blick auf die zweite Betaversion (Build 496) und darin vor allem auf das neue Präsentationsprogramm SoftMaker Presentations 2008 geworfen. Auf der Heft-DVD finden Sie eine spezielle EasyLinux-Variante der Betaversion, die Sie (nach Registrierung) bis zum 31.12.2008 einsetzen können. Der Kasten Registrierung der Betaversion beschreibt neben der Registrierung auch die Installation des SoftMaker-Office-Pakets auf der Heft-DVD.

Betaversion registrieren und installieren

Exklusiv für EasyLinux-Leser bietet der Hersteller die aktuelle Betaversion von Softmaker Office 2008 mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2008 an. Um die notwendige Seriennummer zu erhalten, müssen Sie sich jedoch zuvor auf der Webseite http://softmaker.de/oflbetareg.htm registrieren. Dabei genügt aber die Angabe des Namens und der E-Mail-Adresse.

Installation

Auf der Heft-DVD finden Sie die Betaversion im Verzeichnis programme/andere/softmaker/ als tar.gz-Paket (office.tgz). Entpacken Sie es über den Dateimanager in ein beliebiges neues (leeres) Verzeichnis. Dort landen dann unter anderem drei ausführbare Dateien textmaker, planmaker und presentations, über die Sie die drei Komponenten des Officepakets starten können.

Windows-Anwender können bereits seit Dezember 2007 mit SoftMaker Office 2008 arbeiten; die Linux-Version kommt immer einen Tick später. Zudem gibt es noch Varianten für die PDA-Plattformen Pocket PC und Windows CE.

Klassiker für Text und Tabelle

Auf den ersten Blick sehen TextMaker und PlanMaker genauso wie in Version 2006 aus – die Menüs haben denselben Aufbau, und auch alle Icons finden sich am bekannten Ort. Im Detail haben sich aber einige Sachen geändert.

Neu in TextMaker ist z. B. ein Formatvorlagen-Manager, mit dem Sie Vorlagen aus einem Dokument in ein anderes übernehmen können. Schön: Der Textemacher speichert jetzt auch im OpenOffice-Textformat, so dass Sie die odt-Dateien genau wie Word- und TextMaker-eigene Dateien mit dem Programm einfach öffnen, ändern und wieder speichern können. (TextMaker 2006 konnte das Writer-Format nur lesen.)

Weniger schön: PlanMaker kommt immer noch vollständig ohne OpenOffice-Support daher, kann also OO-Calc-Dateien weder lesen noch schreiben. Gegenüber PlanMaker 2006 hat sich die Import-/Export-Situation nicht verbessert, so dass beim Datenaustausch zwischen OpenOffice Calc und PlanMaker weiter der Umweg übers Excel-Format nötig ist. Die neuen XML-Office-Formate von Microsoft (.docx, .xlsx etc.) kennen die SoftMaker-Anwendungen auch nicht, Martin Kotulla von SoftMaker sagte aber im Gespräch mit EasyLinux, dass die Entwickler gerade am Filter für .docx arbeiten und danach .xlsx und .pptx folgen – die OpenOffice-Formate (Calc, Impress) folgen erst danach.

Vorsicht: Native Dokumente aus den 2006er und 2008er Programmen verwenden zwar dieselben Dateiendungen (TextMaker: .tmd, PlanMaker: .pmd), die Formate haben sich aber geändert. Speichern Sie in TextMaker 2008 ein Dokument im Standardformat, kann die alte Programmversion es nicht lesen; für diese Zwecke kennt TextMaker 2008 das Ausgabeformat TextMaker 2006. Die umgekehrte Richtung (also alte TextMaker-Dokumente in TextMaker 2008 lesen) ist kein Problem, allerdings ändert sich das Layout: Wie Abbildung 1 zeigt, setzt TextMaker 2008 größere Zeilenabstände.

Abbildung 1: Das Format hat sich geändert: Ein in TextMaker 2006 (links) erstelltes Dokument sieht in der neuen Programmversion (rechts: TextMaker 2008) anders aus.

TextMaker beherrscht jetzt Kerning: Das bedeutet, dass das Programm Zusatzinformationen über Buchstabenpaare auswertet, die direkt in den Fonts gespeichert sind, und dann die Buchstabenabstände optisch vorteilhaft setzt. Am deutlichsten sieht man dies an Buchstabenpaaren wie AT und AV. Ist Kerning aktiviert, entsteht ein ruhigeres Schriftbild. In der aktuellen Betaversion funktioniert das Feature noch nicht richtig:

  • Zwar zeigt das Programm die veränderten Abstände am Bildschirm an (Abbildung 2), im Ausdruck (und beim PDF-Export) ist das Kerning aber abgeschaltet.
  • Die Positionierung des Eingabecursors berücksichtigt das Kerning nicht, so dass man Text mit aktiviertem Kerning praktisch nicht mehr ordentlich bearbeiten kann.
Abbildung 2: Kerning soll in TextMaker 2008 das Schriftbild verbessern.

SoftMaker Presentations

Viele Konzepte sind aus den älteren Anwendungen Impress und PowerPoint bekannt; schließlich muss das Rad nicht immer neu erfunden werden:

  • Auch Presentations arbeitet mit Folienvorlagen (Folienlayouts), die verschiedene Standardtypen mit Überschriften, ein- oder mehrspaltigen Auflistungen etc. definieren,
  • es kennt eine Masterfolie, mit der Sie Standardelemente wie eine Fußnote mit Foliennummer auf jeder Folie montieren,
  • und nutzt die bekannten Shortcuts (etwa: [F5] für den Start der Präsentation)

Praktisch bei den Vorlagen: Die vordefinierten Blöcke sind standardmäßig Textkästen, in die Sie direkt hineinschreiben können – solange sie aber leer sind, zeigen sie zwei Icons an, über die Sie ohne weiteres Hangeln durch die Menüs Tabellen oder Grafiken einfügen können.

Die Arbeit mit den Foliendesigns geht leicht von der Hand – wollen Sie über Folie / Foliendesigns ein neues ausprobieren, zeigt Presentations gleich auf der aktuellen Folie (und in der linken Spalte in allen Miniaturen) an, wie sich das auswirken wird (Abbildung 3). Ein Klick auf Allen zuweisen führt dann einheitlich das neue Design ein, während Zuweisen nur die aktuelle Folie umformatiert.

Abbildung 3: Entscheiden Sie sich erst für ein Foliendesign…
Abbildung 4: … und danach für eine Farbvariante.

Farbschemata erweitern das Designkonzept: Die Designs sind nicht auf bestimmte Farbkombinationen festgelegt, sondern variabel. Abbildung 4 zeigt ein Beispiel dafür: Das ursprünglich weiß-blaue Layout wird durch einen Klick im ganzen Dokument gelb-lila.

Presentations ist, wie auch TextMaker und PlanMaker, eine MDI-Anwendung, so dass Sie mehrere Präsentationen parallel in einem Hauptfenster bearbeiten können. Rufen Sie eine bereits laufende Anwendung erneut auf und übergeben dabei einen Dateinamen als Argument, öffnet sich kein neues Fenster, sondern das schon laufende SoftMaker-Programm öffnet das Dokument.

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