Auftritt CUPS

CUPS, das Common Unix Printing System, gilt als die relevante Software, wenn es um das Einrichten von Druckern unter Linux geht (Abbildung 2). Sie basierte ursprünglich auf GhostScript, brachte aber schon damals eigene, gut funktionierende Filter mit. Ab Version 1.1.15 setzte CUPS dann auf ESP GhostScript 7.05, einer auf GPL GhostScript basierenden, kommerziellen Variante. Im August 2007 vereinigten sich beide GhostScript-Projekte unter dem Namen GPL GhostScript 8.60, das unter Linux mittlerweile zahlreiche Nicht-PostScript-Drucker unterstützt.

Abbildung 2: CUPS lässt sich auch über ein Webinterface verwalten, indem Sie "http://localhost:631" in die Adressleiste des Browsers eingeben.

Das Besondere an CUPS: Es kann die oben erwähnten PPD-Dateien für Drucker auswerten. Die stecken häufig auch in Windows-Treibern und waren ursprünglich nur auf Windows- und Mac-OS-Systemen lesbar. Viele Windows-PPD-Dateien für PostScript-Drucker funktionieren dank CUPS nativ unter Linux. Doch auch für Nicht-PostScript-Drucker verwendet CUPS PPD-Dateien. Die Entwickler haben deren Struktur dafür lediglich ein wenig abgeändert.

Drucker-Ressourcen

Sie sollten sich allerdings nicht täuschen lassen: Trotz langer Listen gut funktionierender Drucker gibt es auch genügend Geräte, mit denen Linux nicht oder aber nur schlecht kooperiert. Die Zahl der verfügbaren Druckermodelle auf dem Markt ist einfach sehr groß. Sie sollten vor einem Kauf also auf den Linux-Support für das Druckermodell achten. Eine Online-Datenbank der Linux-Foundation [2] hilft Ihnen bei der Auswahl: Dort steht, ob und wie gut Linux Ihren Drucker unterstützt. Über das so genannte Foomatic-System [3] von Openprinting.org lassen sich zudem alte GhostScript-Filter in PPD-Dateien verwandeln. Die Druckqualität verbessert das nicht unbedingt, aber CUPS bietet eine einfachere Druckerverwaltung an und versteht sich zudem besser mit den grafischen Oberflächen zur Druckerverwaltung. Um die Foomatic-Filter zu nutzen, installieren Sie beispielsweise unter Ubuntu die Pakete mit foomatic im Namen. Generell gilt: Bevor Sie große Kompilierorgien beginnen, schauen Sie, ob nicht ein Paket CUPS mit den notwendigen PPD-Dateien für Ihren Drucker versorgt.

Stimmt die Druckqualität nicht, recherchieren Sie auf Openprinting.org, ob es vielleicht eine alternative PPD-Datei für Ihren Drucker gibt. Die Webseite ist ohnehin die erste Anlaufstelle, um sich über Drucken unter Linux zu informieren. Sie bietet zahlreiche – leider meist englischsprachige – Dokumente zum Drucken unter Linux an. Auch das CUPS-Projekt selbst hortet zahlreiche Informationsseiten [4], auch hier wieder fast ausschließlich in englischer Sprache. Mit ESP PrintPro gab es früher übrigens noch eine kommerzielle CUPS-Variante, die tausende von Druckern unterstützte. Die Weiterentwicklung dieser Variante wurde allerdings nach dem Wechsel des Hauptentwicklers Michael Sweet zu Apple eingestellt.

Suchen Sie auf der Seite der Linux-Foundation nach Ihrem Drucker, landen Sie mitunter auf kleineren Seiten, die Druckertreiber anbieten. So unterstützt das Gimp-Projekt mit Gutenprint [1] auch etwa 700 Drucker, darunter HP Laser- und Deskjets, Epson Stylus- und Photo-Color-Modelle sowie einige Canon- und Lexmark-Geräte. Ubuntu bringt ein eigenes Gutenprint-Paket mit (foomatic-db-gutenprint), das die von CUPS benötigten Treiber enthält. Unterstützt Ihr System Ihren Drucker nicht out of the box, ist erstmal Lesen angesagt.

Glossar

Reverse Engineering

Fehlen Dokumentation und Quellcode für dringend benötigte Software, lässt sich diese durch einen recht aufwändigen Prozess der Analyse der Softwarestruktur nachprogrammieren, der Reverse Engineering heißt. Aufgrund der mangelnden Kooperation der Hersteller entstehen zahlreiche Open-Source-Programme und -Treiber auf diese umständliche Weise.

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