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PostScript, CUPS und Co.

Unter Druck

Um unter Linux Drucker einzurichten, hilft es, ein paar Dinge über das Druckertreiber-System und seine Wurzeln zu wissen.

Wer unter Linux mit Druckern in Berührung kommt, stolpert häufig erst einmal über den Begriff PostScript. Was hat es damit auf sich? Einige Drucker verstehen PostScript nativ, andere nicht. Das ist wichtig, um das Drucksystem unter Linux zu begreifen. PostScript ist eine Seitenbeschreibungssprache für Drucker, die einst Adobe erfand, um alle Drucker über einen einheitlichen Befehlssatz anzusprechen. PostScript liegt mittlerweile in Version 3 vor, die in weiten Teilen zu den Versionen 1 und 2 kompatibel ist. Bei PostScript-Druckern handelt es sich überwiegend um Laserdrucker, die meist einer höheren Preisklasse angehören. Besitzen Sie so ein Gerät, läuft es garantiert unter Linux.

Bevor PostScript aufkam, brauchte jeder Drucker einen eigenen Treiber: Als Entwickler einer Grafikanwendung mussten Sie z. B. 20 Druckertreiber programmieren, damit die Software 20 Druckermodelle unterstützte.

PostScript löste dieses Problem (Abbildung 1): Nach der Einführung mussten die Anwendungsentwickler lediglich dafür sorgen, dass ihre Anwendung die zu druckenden Dokumente in ein korrektes und lesbares PostScript-Format umwandelte. Die Druckerhersteller brachten ihren Geräten im Gegenzug bei, PostScript zu verstehen. Mit der Print Control Language (PCL) von Hewlett-Packard, Graphical Device Interface (GDI) von Microsoft und Epsons ESC/P entwickelten andere Hersteller mehr oder weniger erfolgreiche Alternativen zu PostScript.

Abbildung 1: Bei PostScript handelt es sich um eine auch für Menschen lesbare Seitenbeschreibungssprache für Drucker.

Vor dem Ausdrucken verwandeln die Drucker die angelieferten PostScript-Dateien in Rastergrafiken – dieses VErfahren heißt Raster Image Process (RIP). Hier steckt auch der große Unterschied: PostScript-Drucker wandeln aus eigener Kraft PostScript-Dateien in Rastergrafiken um. Dazu haben die günstigen Modelle einen entsprechenden Chip an Bord, die teuren bringen gleich ein eingebettetes Betriebssystem mit, das die Umwandlung über Software erledigt.

Drucken ohne PostScript

Beherrscht der heimische Drucker indes kein PostScript, landen die von den Anwendungen generierten PostScript-Dateien zunächst bei einem Konvertierungsprogramm. Das erstellt daraus ein Rastergrafikdokument, das die angeschlossenen Drucker verstehen. Unter Linux erledigt das GhostScript. Die Anwendung bringt dafür die so genannten Filter mit, die meist in einem aufwändigen Reverse Engineering ohne Kooperation der Druckerhersteller entstanden sind. Die Ergebnisse sehen nicht immer gut aus, aber einzelne Filter, wie die des Gutenprint-Projekts [1], übertreffen ihre Microsoft-Pendants mitunter qualitativ.

Warum PPD-Dateien?

Wenn die Anwendungen bereits PostScript-Dateien liefern und die Drucker diese nativ verstehen: Was tun dann die häufig erwähnten PPD-Dateien (PostScript Printer Description)? Der Druckertreiber wertet diese aus, um zu erfahren, was für besondere Funktionen ein spezieller Drucker beherrscht, so etwa Duplexdruck – das beidseitige Bedrucken eines Dokuments. Auch die grafischen Oberflächen zur Druckerverwaltung ziehen aus dieser Datei die Informationen darüber, welche Schalter, Knöpfe und Optionen sie den Anwendern präsentieren.

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