Vergleich

Beide Emulatoren haben Vor- und Nachteile; wir haben jeweils Systemen OpenSuse 11 und Windows Vista als Gastsysteme installiert. Dabei sind folgende Unterschiede aufgefallen:

  • VirtualBox wirkte mit beiden Gastsystemen deutlich schneller als das jeweilige VMware-Gegenstück – das gilt vor allem für den "nahtlosen Modus" (VirtualBox) bzw. "Unity" (VMware). VirtualBox bootete die Gastsysteme auch schneller. Hierbei sollten Sie berücksichtigen, dass VMware Workstation nur als Betaversion vorlag und die finale Version schneller als die Beta sein könnte.
  • Drag & Drop von Dateien beherrscht nur VMware: und zwar in beide Richtungen, wobei es egal ist, ob das Gastsystem Windows oder Linux ist.
  • Läuft in der virtuellen Maschine ein Windows-System, funktioniert Copy & Paste von Texten zwischen Office-Anwendungen auf beiden Systemen – dabei gehen allerdings alle Formatierungen verloren.
  • Beim Copy & Paste zwischen Linux-Gast und Linux-Host schnitt VMware Workstation besser ab: Zwischen zwei Linux-Fenstern (eines vom Gast, eines vom Host) konnten wir im Test auf beide unter Linux üblichen Methoden Daten kopieren – sowohl über die einfache Zwischenablage (Text mit der Maus markieren und im Zielfenster die mittlere Maustaste drücken) als auch über die erweiterte Zwischenablage, die man durch explizites Kopieren und Einfügen (im Bearbeiten-Menü) erreicht. VirtualBox beherrschte nur die zweite dieser beiden Varianten.
  • Beim Copy & Paste zwischen zwei OpenOffice-Fenstern (jeweils unter Linux als Gast und Host) verwerfen beide Emulatoren sämtliche Formatierungen – VMware überträgt den reinen Text aber ohne Fehler, während VirtualBox eigenartige Sonderzeichen einfügt (Abbildung 7): Offenbar versucht das Programm, die Formatierung mitzunehmen, scheitert aber dabei.

Hinweise zu zahlreichen weiteren Features, die es in beiden Programmen gibt, finden Sie in einem älteren EasyLinux-Artikel [1]; so können z. B. beide Emulatoren Verzeichnisse des Host-Systems als Netzwerkfreigaben für die Gastmaschine bereitstellen.

Abbildung 7: Copy & Paste von OpenOffice (Host) zu OpenOffice (Gast) funktioniert nicht.

Parallelbetrieb

Gleichzeitig mit VMware Workstation und VirtualBox zu arbeiten, ist übrigens nicht immer möglich: Wenn Sie während des Betrieb einer VMware-Maschine zusätzlich eine VirtualBox-Maschine aktivieren, kann dies zum sofortigen Absturz der VMware-Maschine führen (Abbildung 8), und auch im System-Log schlägt eine Fehlermeldung auf:

/dev/vmmon[15016]: Task_Switch: Another hypervisor is using Intel VT.
/dev/vmmon[15016]: Vmx86_RunVM: Task_Switch failed

Anders rum geht es auch nicht immer, aber VMware Workstation ist so clever, vor dem Start nach Konflikten mit bereits laufenden fremden Maschinen zu suchen – es meldet dann, dass kein Start möglich ist.

Abbildung 8: VirtualBox schießt laufende VMware-Maschinen ohne Rücksicht ab; VMware Workstation ist da entgegenkommender.

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