Zuwachs

Die wichtigste Neuerung in KDE 4.1 ist ohne Zweifel die Verfügbarkeit der Kdepim-Suite. "Kdepim" steht für "KDE Personal Information Manager" – hinter der Bezeichnung verstecken sich fast alle Programme, die für die alltägliche Internetnutzung mit KDE notwendig sind. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von KDE 4.0 war Kdepim für KDE 4.0 noch nicht annähernd fertig, deshalb klammerten die Entwickler sie kurzerhand von der Release aus. Nun ist Kdepim 4.1 aber für den produktiven Einsatz bereit.

Abbildung 5: Kontact präsentiert sich in der neuen Kdepim-Suite wie alle anderen Komponenten in runderneuertem Design.

Die auffälligste Neuerung in Kdepim 4.1 ist die Anpassung an das neue Design von KDE 4. Dazu gehören nicht nur Designelemente wie Buttons oder die Farbkombinationen, sondern auch viele Details in der Steuerung der Programme. Wo früher die KDE-3-typische Icon-Leiste Zugriff auf die Funktionen von KMail bot, tummeln sich nun große Icons mit verständlicher Beschriftung. KMail und Kontact insgesamt erinnern in den neuen Gewändern eher an Thunderbird als an die Vorgänger in KDE 3.

Abbildung 2: KMail präsentiert sich in KDE 4.1 in neuem Gewand und damit deutlich übersichtlicher.

Vom Facelifting sind neben den Programmen von Kontact auch die anderen Komponenten von Kdepim betroffen. So kommen auch Kopete und Akregator mit der neuen, intuitiven Steuerung daher und erleichtern so die Arbeit.

E-Mails retten

Positiv fällt bei Kdepim wie auch bei den anderen KDE-Paketen auf, dass sich zwar die Oberfläche der Programme – zum Besseren hin – verändert hat, die Konfigurationsdialoge sind aber beinahe unverändert. Wer zuvor die Version 3 eingerichtet hat, wird mit Version 4 keine Schwierigkeiten haben. Negativ ist im Test aufgefallen, dass Konfigurationseinstellungen von KDE 3 nicht in KDE 4 übernommen werden. Die von den Distributoren durchgeführte sorgfältige Trennung der beiden KDE-Versionen zeigt hier ihre Wirkung.

Sämtliche Einstellungen gehen verloren, Sie fangen als Benutzer mit KDE 4 also bei 0 an. Das ist auch deshalb ärgerlich, weil nicht alle persönlichen Daten aus KDE 3 einfach wiederherstellbar sind. Um beispielsweise E-Mails aus POP3-Postfächern in KMail 4 zu übernehmen, müssen Sie diese erst mit KMailCVT konvertieren. Das geht so:

  1. Stellen Sie sicher, dass KMail 3 nicht läuft. Wenn Sie sich unter KDE 4 angemeldet und KMail 3 nicht manuell gestartet haben, ist dies der Fall.
  2. Drücken Sie [Alt]+[F2] und geben Sie dolphin $HOME/.kde/share/apps/kmail in das Schnellstartfenster ein. Dolphin ist der neue Dateimanager von KDE 4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner Mail und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag Kopieren aus.
  3. Klicken Sie nun in der Pfadanzeige in Dolphin auf Home, klicken Sie in den freien Bereich mit der rechten Maustaste und wählen Sie Einfügen aus.
  4. Drücken Sie [Alt]+[F2] und geben Sie in die Kommandozeile kmailcvt ein. Dann startet der KDE-Assistent zum Importieren von KMail.
  5. Wählen Sie im Drop-down-Menü den Eintrag Importieren von E-Mails und Ordnerlisten auf KMail aus. Setzen Sie bei Bedarf einen Haken bei Doppelte Nachrichten beim Importieren entfernen – so räumen Sie nebenbei Ihr Postfach auf, sollten sich in diesem unabsichtlich Mails in doppelter Ausführung befinden.
  6. Wählen Sie den Ordner mail aus, den Sie gerade kopiert haben. Im Anschluss importiert KMailCVT die Mails. Wenn Sie danach KMail 4 starten, sehen Sie in der Ordneransicht die entsprechenden Ordner (Abbildung 3).

    Abbildung 3: Mit KMailCVT importieren Sie Mails aus KMail 3 im Nachfolger KMail 4.

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