Gerade Linux-Neulinge sind auf jede Hilfe angewiesen. Nicht nur das Vorbereiten des Computers und Installieren des neuen Betriebssystems sind dabei gefragt. Auch die ersten Schritte auf dem Desktop, die Einrichtung der Hardware und später fortgeschrittene Themen wie die Bedienung der Shell sind gewünscht. Neben Fachbüchern und -zeitschriften gibt es dafür Videotrainings, mit denen man Linux entspannt vor dem Bildschirm kennenlernen kann.
Nicht ganz pünktlich zur neuen Ubuntu-8.04-Release im April brachte Galileo Computing [1] Ende Juli das Videotraining "Einstieg in Ubuntu Linux" auf den Markt. Die zwölf Trainingsstunden sollen vor allem Linux-Einsteiger Ubuntu 8.04 (Hardy Heron) näher bringen. Das Prinzip des Produkts ist einfach: Schritt für Schritt erklärt der Trainer das Vorgehen am Computer, das Sie dank der Bildschirmvideos gleichzeitig am heimischen Monitor verfolgen können. Einen kostenlosen vierstündigen Vorgeschmack darauf bietet die Galileo-Webseite [2] und eine Ausschnitt auf unserer Heft-DVD an.
Themenvielfalt
Das Produkt kommt mit zwei DVDs und einem kleinen Heft, das die Bedienungshinweise und das ausführliches Inhaltsverzeichnis des Videotrainings enthält. Auf der ersten DVD finden Sie die Trainingsvideos und auf der zweiten neben der Installationsversion von Ubuntu 8.04 zusätzliche Software und Lesestoff.
Die zwölf Stunden Videotraining teilen sich in zehn Kapitel und 101 Lektionen auf. Die Länge der Lerneinheiten (Lektionen) überschreitet dabei selten zehn Minuten, was sich positiv auf die Aufnahmefähigkeit des Zuschauers auswirkt. Inhaltlich lassen die Videos kaum etwas zu wünschen übrig (siehe Tabelle Inhaltsverzeichnis): Neben einer sehr umfassenden Installationsanleitung, die die Vorbereitung des Computers und des eventuell bestehenden Windows einschließt, widmet sich der Trainer den Desktops Gnome und KDE (Version 3.5 und 4). Größtenteils bleibt KDE bei den weiteren Kapiteln außen vor, da es nicht die Standardoberfläche von Ubuntu ist. Nur bei der Einrichtung des Netzwerks stellt das Videotraining zusätzlich KDE-Werkzeuge vor. Trotz dieser Beschränkung auf Gnome ist das Videotraining in Teilen auch für Kubuntu-Nutzer nützlich, da die in den weiteren Kapiteln wie "Shell", "Anwendersoftware", "Systemverwaltung" sowie "Multimedia und Spiele" vorgestellten Programme oft Desktop-übergreifend anwendbar sind.
Eine Lernkontrolle erzielt das Videotraining durch die schriftliche Zusammenfassung und einen interaktiven Wissenstest, die sich am Ende eines jeden Themengebiets befinden. Hier haben Sie die Möglichkeit, das Gesehene noch einmal kompakt nachzulesen und Ihre Kenntnisse im Test zu überprüfen.
Bedienung und Oberfläche
Zum Abspielen benötigen Sie das Flash-Plug-in von Adobe für den Webbrowser. Die Bedienung gelingt auf Anhieb sehr gut. Das Hauptmenü zeigt alle Kapitel auf einen Blick, und mit einem Klick rufen Sie die gewünschte Lektion auf. Verlassen Sie das Videotraining bevor eine Lektion abgeschlossen ist, merkt sich das Programm diese Stelle. Beim nächsten Start können Sie bei Bedarf an diesem Punkt fortfahren. Daneben gibt es eine Suchfunktion und die Möglichkeit, Lesezeichen anzulegen.
Mit der Mediensteuerung können Sie das Video anhalten, vor- und zurückspulen können. Auch müssen Sie nicht zum Hauptmenü zurückkehren, um ein anderes Kapitel zu wählen. Eine Sidebar gestattet jederzeit den Wechsel zu weiteren Themengebieten (Abbildung 1).
Die Videoqualität ist weitgehend sehr gut. Nur in Kapiteln, in denen es um angeschlossene Hardware oder Desktopeffekte geht, ist die Darstellung leicht unscharf.
Durch das Videotraining führt Rainer Hattenhauer, der sich durch seine Arbeit als Systemadministrator, Berater und Autor einen Namen als Linux-Experte gemacht hat. Anschaulich erklärt er die Inhalte immer mit Blick auf die Bedürfnisse von Ein- und Umsteigern.



