Effizienter arbeiten mit GIMP

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Seifenblasen mit Gimp

In diesem Tipp stellen wir eine Methode vor, mit der Sie mit dem Pinselwerkzeug sowie dem Weichzeichnungs- und Verzerrungsfilter eine Seifenblase für spätere Fotomontagen erstellen (Abbildung 1). Für ein bestmögliches Endergebnis ist es nötig, in fast jedem Arbeitsschritt eine weitere transparente Ebene zu erzeugen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Auch ohne Wasser und Seife erstellen Sie mit Gimp Seifenblasen.

  1. Damit die Regenbogenfarben der Seifenblase gut zur Geltung kommen, erstellen Sie ein neues Bild ([Strg]+[N]) mit einer dunklen Hintergrundebene.
  2. Erzeugen Sie über das Bildmenü Ebene eine neue transparente Ebene und ziehen sie mit dem elliptischen Auswahlwerkzeug ([E]) einen Kreis. Diesen füllen Sie mit Weiß.
  3. Erstellen Sie erneut eine transparente Ebene und aktivieren Sie anschließend die Ebene mit dem weißen Kreis. Markieren Sie diesen mit dem Zauberstab ([U]), wechseln aber danach auf die eben erstellte, transparente Ebene und füllen die Auswahl mit einem Farbverlauf ([L]). Verwenden Sie als Vordergrundfarbe Weiß. In den Werkzeugeinstellungen wählen Sie als Farbverlauf die Option VG nach Transparent und als Form Kreisförmig. Achten Sie darauf, dass nur die obere Hälfte des Kreises mit Farbe gefüllt ist: Dazu entfernen Sie mit dem Radierer ([Umschalt]+[E]) die untere Kreishälfte. Wenden Sie auf die bestehende Auswahl den Gaußschen Weichzeichner aus dem Menü Filter / Weichzeichnen an und stellen Sie den Radius auf mindestens 10 Pixel. Abschließend reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene auf 60 bis 80 Prozent.
  4. Jetzt bekommt die Seifenblase ihr typisches Farbenspiel: Erstellen Sie eine neue transparente Ebene. Klicken Sie auf die Ebene mit dem weißen Kreis und markieren Sie diesen mit dem Zauberstab. Anschließend wechseln Sie auf die neu erstellte, transparente Ebene zurück und füllen diese mit einem Farbverlauf, der einem Regenbogen ähnlich sieht. Die Verläufe Abstract 1 und Abstract 2 aus den Werkzeugeinstellungen eigenen sich dafür gut. Als Form wählen Sie Kreisförmig.
  5. Die Farben in der bestehenden Auswahl verteilen Sie mit dem Verschmieren-Werkzeug ([S]). Alternativ können Sie auch den IWarp-Filter aus dem Bildmenü Filter / Verzerren einsetzen (Abbildung 2). Abschließend wenden Sie den Filter Gaußscher Weichzeichner an. Wenn Sie an den Dialogeinstellungen nichts ändern müssen, können Sie den letzten Bearbeitungsschritt (hier der Filter) über [Strg]+[F] wiederholen und sparen dadurch Zeit. Reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene auf maximal 30 Prozent.

    Abbildung 2

    Abbildung 2: Die Regenbogenfarben einer Seifenblase erstellen Sie mit einem der vielen vorgefertigten Farbverläufe. Der IWarp-Filter sorgt anschließend für den richtigen Dreh.

  6. Mit dem Pinselwerkzeug sorgen Sie jetzt für Glanzlichter auf den Seifenblasen. Zeichnen Sie, wie in Abbildung 1 zu sehen, am oberen und unteren Bereich der Blase unterschiedlich große Pinselstriche. Danach wenden Sie den Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von fünf Pixeln an und vermindern die Deckkraft.
  7. Die Seifenblase erhält abschließend noch einen feinen weißen Rand. Dazu klicken Sie die Ebene mit dem weißen Kreis an und wählen diesen aus. Die Auswahl reduzieren sie um zwei bis drei Pixel über das Bildmenü Auswahl / Verkleinern. Der Weichzeichnen-Filter sorgt für einen weniger harten Übergang zum Hintergrund. Variieren Sie die Ebenendeckkraft, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind. Entfernen Sie dann die dunkel gehaltene Hintergrundebene und speichern Sie das Bild in einem Format, das transparente Bereiche unterstützt (zum Beispiel PNG).

Mit diesem Basisbild einer Seifenblase können Sie schöne Effekte in Fotomontagen erzeugen.

Fremde Welten mit Alien-Map

Im Bildmenü Farben / Abbilden finden Sie den Filter Alien-Map. Er nutzt trigonometrische Funktionen, um Farben zu manipulieren. Abhängig von den verwendeten Einstellungen können Sie damit Fotos farblich leicht verändern oder stark verfremden (Abbildung 3). Der Filter arbeitet mit den Farbmodellen RGB (Rot, Grün, Blau) und HSV (Hue, Saturation, Value). In Abbildung 3 sehen Sie den Filterdialog und dessen Optionen. Die Vorschau hilft dabei, das Ergebnis zu kontrollieren, ohne dabei den Filter sofort auf das ganze Bild anzuwenden.

Die Schieberegler für die Frequenzbereiche lassen sich auf Werte zwischen 0 und 20 einstellen. Die Phasenverschiebung erlaubt Angaben zwischen 0 bis 360 Grad. Je nachdem, welcher Modus aktiv ist (RGB oder HSL), können Sie die Änderungen über die Checkboxen auch nur auf bestimmte Farbkanäle anwenden. Mit den vielen Einstellungsmöglichkeiten erzielen Sie verschiedene Effekte.

Abbildung 3

Abbildung 3: Den Farbfilter "Alien-Map" können Sie auf das ganze Bild oder wie hier nur auf bestimmte Auswahlbereiche eines Fotos anwenden.

Körperbereiche formen

Krumme Nasen, Doppelkinn oder Bierbäuche gehören mit diesem Tipp der Vergangenheit an – zumindest auf digitalen Fotos. Mit wenigen Mausklicks bekämpfen Sie diese Problemzonen wirksam. Möchten Sie ein Doppelkinn wie in Abbildung 4 entfernen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Wählen Sie im Bildmenü den Eintrag Filter / Verzerren / IWarp. Der Filterdialog bietet in den Einstellungen verschiedene Deformierungsmodi. Die Stärke der Anwendung hängt von Ihren Angaben unter Deformierungsradius und Deformierung ab.
  2. Wählen Sie den Modus Bewegen aus. Jetzt verschieben Sie die gewünschten Bildbereiche im Vorschaufenster in eine beliebige Richtung. In unserem Beispiel verkleinern Sie damit das Doppelkinn. Der Modus Bewegen ist in Abhängigkeit vom Hintergrund jedoch nur bedingt für alle Richtungen geeignet. Arbeiten Sie am Anfang mit relativ kleinem Deformierungsradius und geringer Deformierung, damit sich die Veränderung nicht zu stark auswirkt. Mit der Schaltfläche Zurücksetzen können Sie alle Verformungen rückgängig machen.

Mit den Optionen Vergrößern und Schrumpfen heben Sie bestimmte Bildbereiche optisch stärker hervor oder gestalten diese unscheinbarer. Daneben ist es möglich, Bildteile zu drehen: Dazu aktivieren Sie die Radiobuttons Gegen Uhrzeigersinn verdrehen und Im Uhrzeigersinn verdrehen. Von Haus aus ist Bilinear aktiviert, um den Deformationseffekt weicher darzustellen. Diese Einstellung können Sie in der Regel beibehalten. Mehr Einstellungen sind für die vorteilhaftere Verformung von Körperbereichen in der Regel nicht notwendig.

Abbildung 4

Abbildung 4: Mit dem IWarp-Filter verkleinern Sie problemlos ein unerwünschtes Doppelkinn.

Arbeiten mit Prüfpunkten

Das menschliche Auge nimmt Farben und Kontraste von Fotos auf unterschiedlichen Bildschirmen anders wahr, als sie es tatsächlich sind. Damit es bei bestimmten Bildern nicht zu optischen Täuschungen kommt, ist es sinnvoll, mit so genannten Prüfpunkten zu arbeiten: Diese geben Ihnen die Farbinformationen bestimmter Bildpunkte aus, mit denen Sie Farbe und Kontrast unabhängig vom visuellen Eindruck überprüfen.

Den Dialog öffnen Sie im Werkzeugmenü über Datei / Dialoge. Prüfpunkte bestimmen Sie jeweils für die ausgewählte Ebene. Das Werkzeug aktivieren sie, indem Sie die Farbpipette anklicken (oder [O] drücken) und den Mauszeiger ausgehend von einem der beiden Lineale am Bildrand bei gedrückter Strg-Taste an die gewünschte Stelle im Bild ziehen. Das runde Prüfpunktsymbol erhält eine Nummerierung beginnend bei 1. Insgesamt können Sie im Dialog bis zu vier Prüfpunkte darstellen. Abhängig von der jeweiligen Auswahl werden die Farben an den entsprechenden Prüfpunkten in Pixel, RGB, HSV oder CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key/Black) ausgegeben.

Den Prüfpunkt können Sie jederzeit neu positionieren. Dazu klicken Sie mit der Maus auf das Prüfpunktsymbol im Bild und ziehen es an eine andere Stelle. Um einen Kontrollpunkt ganz zu entfernen, ziehen Sie ihn bei gedrückter Strg-Taste mit der Maus zurück auf eines der beiden Lineale am linken oder oberen Bildrand.

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