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Automagie

Neue Dateien automatisch bearbeiten lassen

Protokolldatei

Gerade für die ersten Experimente ist es nützlich, das Verhalten von fsniper zu kontrollieren. Das Programm schreibt in die Logdatei ~/.config/fsniper/log, die Sie mit jedem Editor betrachten können; besonders komfortabel ist die Anzeige mit dem Kommando tail -f in einem Terminalfenster: Dann erscheint jeder neue Eintrag in der Logdatei automatisch auf dem Bildschirm.

Die getestete Version von fsniper löscht bei jedem Neustart das vorhandene Log; auf Bitte der EasyLinux-Redaktion hin haben die Entwickler für die nächste Version eine Änderung angekündigt, so dass dann ältere Log-Einträge auch nach einem Programmneustart erhalten bleiben.

Fazit

Die Beispielanwendungen für fsniper machen deutlich, dass dieses Tool viele wiederkehrende Arbeitsvorgänge automatisieren kann. Andere potenzielle Einsatzgebiete sind etwa Backup und Synchronisation oder Sicherheitsüberwachungen.

Was fehlt, ist die Möglichkeit, auch auf das Entstehen von neuen Unterverzeichnissen zu reagieren – im Shredder wäre das z. B. vorteilhaft, um auch eine vollständige Verzeichnishierarchie in einem Durchgang zu entsorgen. Hier helfen andere Werkzeuge weiter, etwa die Inotify-Tools [4].

Die vorhandenen Funktionen arbeiten gut, und die Programmierer sind offen für Verbesserungsvorschläge – wahlweise über das Bugtracking-System auf der Webseite oder über den Chatraum (Channel) #l3ib im IRC-Netzwerk freenode.net. Wer mit den beiden in Kontakt treten will, sollte allerdings die englische Sprache beherrschen. (hge)

Wie funktioniert das?

Das Tool fsniper verwendet die inotify-Funktion des Kernels (Inode-Notify), die eine Überwachung von Dateien und Verzeichnissen erlaubt: Der Kernel verwaltet dazu eine Liste von zu beobachtenden Inodes (Inodes enthalten die Metadaten zu Dateien und Verzeichnissen, also etwa Besitzer, Gruppe und Zugriffsrechte, aber auch Hinweise zur Position auf der Festplattenpartition), und bei jeder Änderung an einem solchen Inode "benachrichtigt" der Kernel den Benutzerprozess, der einen Eintrag in diese Überwachungsliste vorgenommen hat. (Das Programm, das auf Benachrichtigungen wartet, verwendet ein vom Kernel bereitgestelltes Datei-ähnliches Objekt, aus dem es Daten lesen kann – solange kein inotify-Ereignis auftritt, schläft der Prozess; wenn etwas passiert, wacht der Prozess auf und liest die Informationen über das Ereignis wie aus einer normalen Datei.)

Auch Programme wie KDEs Dateimanager Konqueror (oder Dolphin unter KDE 4) nutzen die inotify-Funktion, um die Ansicht eines gerade angezeigten Verzeichnisses automatisch zu aktualisieren, wenn sich der Inhalt verändert hat.

Glossar

MIME-Typ

Die Abkürzung MIME steht für "Multipurpose Internet Mail Extensions". Damit ließen sich ursprünglich nur E-Mail-Anhänge beschreiben, so dass Mail-Programme passende Applikationen zum Anzeigen starten konnten. Heute sind MIME-Kennungen auch in anderen Anwendungen üblich – so werten etwa Webbrowser beim Download von Dateien die mitübertragene MIME-Angabe aus.

Infos

[1] fsniper: http://projects.l3ib.org/trac/fsniper

[2] wipe (OpenSuse) von Tom Vier: http://wipe.sourceforge.net/

[3] wipe (Ubuntu) von Berke Durak: http://abaababa.ouvaton.org/wipe/

[4] Inotify-Tools: http://inotify-tools.sourceforge.net/

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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