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Effizienter arbeiten mit GIMP

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

09.10.2008
Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie Grafiken für Fotomontagen erstellen und verschiedene Filter wirkungsvoll einsetzen.

Seifenblasen mit Gimp

In diesem Tipp stellen wir eine Methode vor, mit der Sie mit dem Pinselwerkzeug sowie dem Weichzeichnungs- und Verzerrungsfilter eine Seifenblase für spätere Fotomontagen erstellen (Abbildung 1). Für ein bestmögliches Endergebnis ist es nötig, in fast jedem Arbeitsschritt eine weitere transparente Ebene zu erzeugen.

Abbildung 1: Auch ohne Wasser und Seife erstellen Sie mit Gimp Seifenblasen.
  1. Damit die Regenbogenfarben der Seifenblase gut zur Geltung kommen, erstellen Sie ein neues Bild ([Strg]+[N]) mit einer dunklen Hintergrundebene.
  2. Erzeugen Sie über das Bildmenü Ebene eine neue transparente Ebene und ziehen sie mit dem elliptischen Auswahlwerkzeug ([E]) einen Kreis. Diesen füllen Sie mit Weiß.
  3. Erstellen Sie erneut eine transparente Ebene und aktivieren Sie anschließend die Ebene mit dem weißen Kreis. Markieren Sie diesen mit dem Zauberstab ([U]), wechseln aber danach auf die eben erstellte, transparente Ebene und füllen die Auswahl mit einem Farbverlauf ([L]). Verwenden Sie als Vordergrundfarbe Weiß. In den Werkzeugeinstellungen wählen Sie als Farbverlauf die Option VG nach Transparent und als Form Kreisförmig. Achten Sie darauf, dass nur die obere Hälfte des Kreises mit Farbe gefüllt ist: Dazu entfernen Sie mit dem Radierer ([Umschalt]+[E]) die untere Kreishälfte. Wenden Sie auf die bestehende Auswahl den Gaußschen Weichzeichner aus dem Menü Filter / Weichzeichnen an und stellen Sie den Radius auf mindestens 10 Pixel. Abschließend reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene auf 60 bis 80 Prozent.
  4. Jetzt bekommt die Seifenblase ihr typisches Farbenspiel: Erstellen Sie eine neue transparente Ebene. Klicken Sie auf die Ebene mit dem weißen Kreis und markieren Sie diesen mit dem Zauberstab. Anschließend wechseln Sie auf die neu erstellte, transparente Ebene zurück und füllen diese mit einem Farbverlauf, der einem Regenbogen ähnlich sieht. Die Verläufe Abstract 1 und Abstract 2 aus den Werkzeugeinstellungen eigenen sich dafür gut. Als Form wählen Sie Kreisförmig.
  5. Die Farben in der bestehenden Auswahl verteilen Sie mit dem Verschmieren-Werkzeug ([S]). Alternativ können Sie auch den IWarp-Filter aus dem Bildmenü Filter / Verzerren einsetzen (Abbildung 2). Abschließend wenden Sie den Filter Gaußscher Weichzeichner an. Wenn Sie an den Dialogeinstellungen nichts ändern müssen, können Sie den letzten Bearbeitungsschritt (hier der Filter) über [Strg]+[F] wiederholen und sparen dadurch Zeit. Reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene auf maximal 30 Prozent.

    Abbildung 2: Die Regenbogenfarben einer Seifenblase erstellen Sie mit einem der vielen vorgefertigten Farbverläufe. Der IWarp-Filter sorgt anschließend für den richtigen Dreh.
  6. Mit dem Pinselwerkzeug sorgen Sie jetzt für Glanzlichter auf den Seifenblasen. Zeichnen Sie, wie in Abbildung 1 zu sehen, am oberen und unteren Bereich der Blase unterschiedlich große Pinselstriche. Danach wenden Sie den Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von fünf Pixeln an und vermindern die Deckkraft.
  7. Die Seifenblase erhält abschließend noch einen feinen weißen Rand. Dazu klicken Sie die Ebene mit dem weißen Kreis an und wählen diesen aus. Die Auswahl reduzieren sie um zwei bis drei Pixel über das Bildmenü Auswahl / Verkleinern. Der Weichzeichnen-Filter sorgt für einen weniger harten Übergang zum Hintergrund. Variieren Sie die Ebenendeckkraft, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind. Entfernen Sie dann die dunkel gehaltene Hintergrundebene und speichern Sie das Bild in einem Format, das transparente Bereiche unterstützt (zum Beispiel PNG).

Mit diesem Basisbild einer Seifenblase können Sie schöne Effekte in Fotomontagen erzeugen.

Fremde Welten mit Alien-Map

Im Bildmenü Farben / Abbilden finden Sie den Filter Alien-Map. Er nutzt trigonometrische Funktionen, um Farben zu manipulieren. Abhängig von den verwendeten Einstellungen können Sie damit Fotos farblich leicht verändern oder stark verfremden (Abbildung 3). Der Filter arbeitet mit den Farbmodellen RGB (Rot, Grün, Blau) und HSV (Hue, Saturation, Value). In Abbildung 3 sehen Sie den Filterdialog und dessen Optionen. Die Vorschau hilft dabei, das Ergebnis zu kontrollieren, ohne dabei den Filter sofort auf das ganze Bild anzuwenden.

Die Schieberegler für die Frequenzbereiche lassen sich auf Werte zwischen 0 und 20 einstellen. Die Phasenverschiebung erlaubt Angaben zwischen 0 bis 360 Grad. Je nachdem, welcher Modus aktiv ist (RGB oder HSL), können Sie die Änderungen über die Checkboxen auch nur auf bestimmte Farbkanäle anwenden. Mit den vielen Einstellungsmöglichkeiten erzielen Sie verschiedene Effekte.

Abbildung 3: Den Farbfilter "Alien-Map" können Sie auf das ganze Bild oder wie hier nur auf bestimmte Auswahlbereiche eines Fotos anwenden.

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