Die neue Version des freien Officepakets [1] bringt eine ganze Reihe Änderungen mit sich. Lange genug mussten die Anwender auf diese warten: Bereits im zweiten Halbjahr 2005 erschien OpenOffice 2.0. Es folgten viele kleine Versionssprünge, doch nun ist es endlich soweit, und Nummer 3 wartet auf die zahlreichen Benutzer.
Für Umsteiger, Linux-Einsteiger und alle Anwender, die Linux und Windows parallel verwenden möchten, ist interessant, dass OpenOffice nun auch mit Dateien aus dem aktuellen Microsoft Office 2007 umgehen kann. Auch Dateien, die mit Microsoft Office 8 für MacOS X erstellt wurden, können Sie importieren.
Ein erster Blick auf die neue Office-Version
Die erste große Veränderung zeigt sich bereits beim Start. OpenOffice begrüßt den Anwender mit einem Startcenter (Abbildung 1). Hier wählen Sie eine Vorlage, entscheiden sich für ein Modul (Writer, Calc etc.) oder öffnen ein bereits vorhandenes Dokument. Das Modul zum Erstellen einer Datenbank in Base und der Formelgenerator Math sind von hier aus erreichbar. Rechts unten im Startcenter finden Sie eine Reihe nützlicher Links: Sie erreichen damit die Webseite mit den OpenOffice-Erweiterungen [3], können sich registrieren oder rufen die (englische) OpenOffice-Homepage auf.
Es gibt genauso viele Vorlagen wie in Version 2.4, also z. B. nur zwei Vorlagen für Präsentationen und ein paar Präsentationshintergründe. Hier hätten sich viele Anwender eine größere Auswahl an Templates für Writer, Calc und Impress gewünscht.
Die Möglichkeit, Dokumente ins PDF-Format zu exportieren, gab es bereits in älteren Versionen des Programms – neu ist die PDF-Import-Erweiterung, mit der Sie bereits vorhandene PDF-Dateien verändert können, deren ursprüngliche Quelldateien Sie nicht besitzen oder nicht mehr finden.
Eine neue Update-Funktion hält nicht nur OpenOffice aktuell, sondern auch die installierten und verwendeten Erweiterungen. Linux-Anwender werden sich über die integrierte Installationsfunktion für Java freuen: Java müssen Sie nicht mehr manuell im Paketmanager auswählen.
Schöner schreiben
Um die Vergrößerungsstufe von Textdokumenten anzupassen, ist der Weg ins Menü nicht mehr notwendig. Am rechten unteren Rand des Programmfensters finden Sie nun einen praktischen Zoom-Regler (Abbildung 2), mit dem Sie den Zoomfaktor bequem vergrößern oder verkleinern. Sie können auch mehrere Seiten auf dem Bildschirm anzeigen lassen und sich so einen Überblick über das Gesamtdokument verschaffen. Wer mag, kann linke Seiten auf der linken Seite des Bildschirmes und rechte Seiten auf der rechten Seite des Monitors darstellen.
Der Zoomregler ist einfach mit der Maus zu bedienen. Es fehlt jedoch eine Funktion zum Zentrieren des Textes. Ein Doppelklick auf die Anzeige der aktuellen Vergrößerungsstufe öffnet den Dialog Maßstab und Ansichten. Im Ansichtsmodus Spalten (rechte Schaltfläche links vom Zoomregler) verschwindet der Inhalt des Dokuments manchmal aus dem Sichtbereich und muss mit der Scrollleiste in die richtige Position gebracht werden.
Kommentare und Vermerke zeigte OpenOffice bisher als kleine farbige Kästchen innerhalb eines Textdokuments an. In der neuen Version landen die Notizen an der Seite des Dokuments (Abbildung 3). So haben Sie eine bessere Übersicht über die hinterlegten Informationen. Das Programm fügt automatisch den Namen des Anwenders, den er in den globalen Einstellungen festgelegt hat, und die aktuelle Uhrzeit ein. Notizen unterschiedlicher Anwender können Sie dank verschiedenfarbiger Notizzettel leicht unterschieden. Über das Kontextmenü einer Notiz bearbeiten Sie diese. Sie können die Textattribute Fett, Kursiv, Unterstrichen und Durchgestrichen verwenden. Auf dem gleichen Weg entfernen Sie eine markierte Notiz, alle im Dokument vorhandenen oder alle eines bestimmten Benutzers aus dem Dokument. Um den Weg in das Menü zu sparen, erstellen Sie neue Notizen mit [Strg]+[Alt]+[N].



