Aufmacher Artikel

Beschwipst fensterln

Windows-Programme unter Linux mit Wine

10.07.2008
,
Wer von Windows auf Linux umsteigt, vermisst nicht selten liebgewonnene Programme und Spiele. Wie praktisch wäre es, wenn diese auch auf dem freien Betriebssystem laufen würden. Genau diesen Wunsch erfüllt eine kleine Software namens Wine.

Linux ist einfach anders. Hardware sprechen Sie über Gerätedateien an, die Oberfläche tauschen Sie beliebig aus und verändern sie, auf den Inhalt von Festplatten greifen Sie über Verzeichnisse zu, und es laufen meist nur Programme, die für das freie Betriebssystem entwickelt wurden. Das wird zum Ärgernis, wenn eine wichtige Anwendung ausschließlich in einer Windows-Version existiert. Vielen Linux-Umsteigern fehlen vor allem ihre Spiele und Grafikprogramme, etwa Corel Draw oder die Produkte aus dem Hause Adobe, maßgeblich Photoshop. Hier hilft dann nur noch ein parallel installiertes Windows – oder die Software Wine. Sie gaukelt der Anwendung einfach ein vorhandenes Windows-System vor.

Rolle rückwärts

Die Geschichte von Wine beginnt bereits im Jahr 1993. Zur damaligen Zeit entwickelte die Computerfirma Sun ein kleines Werkzeug, um Windows-Anwendungen unter ihrem Betriebssystem Solaris zu starten – ganz ohne Windows-Lizenz oder anderweitige Eingriffe. Diese Software inspirierte Bob Amstadt und Eric Youngdale, etwas ähnliches auch für Linux zu entwickeln – kurze Zeit später erschien die erste Wine-Version. Mittlerweile arbeiten an dem kleinen Hilfsprogramm über 300 Hobby-Programmierer auf der ganzen Welt.

Krummer Name

Um Windows-Programme unter Linux zu betreiben, greift Wine zu einem recht aufwändigen Trick: Es setzt sich wie ein Simultandolmetscher zwischen die Windows-Anwendung und Linux. Verlangt die Windows-Anwendung: "Zeichne eine Schaltfläche!", gibt Wine diesen Befehl direkt an Linux weiter. Im Gegensatz zu VirtualBox oder VMware simuliert Wine aber nicht gleich einen ganzen PC und ist somit auch kein richtiger Emulator. Das erklärt den Namen Wine, der für Wine Is Not an Emulator steht.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2015: Distributionen im Test

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 0 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Empfehlung gesucht Welche Dist als Wirt für VM ?
Roland Fischer, 31.07.2015 20:53, 0 Antworten
Wer kann mir Empfehlungen geben welche Distribution gut geeignet ist als Wirt für eine VM für Win...
Plugins bei OPERA - Linux Mint 17.1
Christoph-J. Walter, 23.07.2015 08:32, 2 Antworten
Beim Versuch Video-Sequenzen an zu schauen kommt die Meldung -Plug-ins und Shockwave abgestürzt-....
Wird Windows 10 update/upgrade mein Grub zerstören ?
daniel s, 22.07.2015 08:31, 5 Antworten
oder rührt Windows den Bootloader nicht an? das ist auch alles was Google mir nicht beantw...
Z FUER Y UND ANDERE EINGABEFEHLER AUF DER TASTATUR
heide marie voigt, 10.07.2015 13:53, 2 Antworten
BISHER konnte ich fehlerfrei schreiben ... nun ist einiges drucheinander geraten ... ich war bei...
PCLinuxOS lässt sich nicht installieren
Arth Lübkemann, 09.07.2015 18:53, 6 Antworten
Hallo Leute, ich versuche seit geraumer Zeit das aktuelle PCLinuxOS KDE per USB Stick zu insta...