Bootloader

Die Einrichtung des Bootloaders ist bei der Neuinstallation von Systemen mitunter ein heikler Punkt. Der Bootloader ermöglicht es Ihnen, nach dem Einschalten des Computers zwischen den verschiedenen Systemen eine Auswahl zu treffen. Diese Informationen schreibt Grub – der Bootmanager von Kubuntu – gewöhnlich in den Bootsektor am Anfang der ersten Festplatte. Geht das schief, befinden sich die Systeme zwar weiterhin auf der Festplatte, Sie müssen den Bootloader allerdings reparieren. Eine ausführliche Beschreibung von Grub finden Sie in älteren EasyLInux-Artikeln [1,2], der Kasten Basteln am Bootloader zeigt, wie Sie Probleme notfalls manuell lösen.

Basteln am Bootloader

Erkennt das zu installierende System nicht sämtliche Nachbarsysteme auf der Platte, können Sie die anderen Systeme zunächst nicht mehr über das Bootmenü aufrufen.

In diesem Fall passen Sie den Bootloader nach dem Hochfahren von Kubuntu manuell an Ihre Bedürfnisse an. Dazu verändern Sie die Datei /boot/grub/menu.lst. Im Abschnitt ### END DEBIAN AUTOMAGIC KERNELS LIST stehen die Einträge, die auch im Bootmenü erscheinen. Rufen Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kdesu konsole ein Terminal mit Root-Rechten auf und öffnen Sie die erwähnte Datei. Der Eintrag zum Booten einer Windows-Partition lautet:

title           Microsoft Windows XP Professional
root            (hd0,0)
savedefault
makeactive
chainloader     +1

Um ein Kubuntu 8.04 zu booten, hilft dieser Eintrag:

title           Ubuntu 8.04, kernel 2.6.24-18-generic
root            (hd0,4)
kernel          /boot/vmlinuz-2.6.24-18-generic root=UUID=e0e873eb-236c-478e-97f6-4251cf9502d3 ro quiet splash
initrd          /boot/initrd.img-2.6.24-18-generic

Dem Schema folgen auch die Boot-Einträge für andere Linux-Spielarten. Über den zweiten Eintrag spricht Grub die Root-Partition an. Die erste Festplatte nennt der Bootloader dabei hd0, die zweite hd1 usw. Die erste Partition auf der ersten Festplatte nennt Grub dementsprechend (hd0,0), die zweite (hd0,1) usw. In der dritten Zeile lädt der Bootloader den Kernel, den er im Verzeichnis /boot sucht. Letzterer identifiziert die Root-Partition der Festplatte anhand einer 32-stelligen Nummer (UUID), die Kubuntu ihr während der Installation verpasst. Die vierte Zeile lädt die Datei initrd (Initial Ramdisk), die sich ebenfalls im boot-Verzeichnis befindet.

Schließen Sie Schritt 6 mit einem Klick auf Installieren ab, und schon beginnt die Installation, die ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. So hing der Fortschrittsbalken im Test bei 95%, bewegte sich aber nach etwa 10 Minuten wieder.

Reboot – Überraschung

Nach dem Neustart schauten wir zunächst gespannt auf das Boot-Menü: Schön, die Einträge für Windows XP und Ubuntu 8.04 waren beide vorhanden. Windows überprüfte nach dem Booten zwar die – plötzlich halbierte – Festplatte, bootete nach einem weiteren Neustart aber problemlos.

Im zweiten Setting enthielt das Bootmenü nach der Installation etwas mehr als sechs Einträge für die Systeme. Es zeigte die Installationen von OpenSuse 10.2 und 10.3 doppelt an. OpenSuse 10.2, Suse 9.3 und Debian 4.0 (Sarge) konnten wir nicht mehr booten.

Die Probleme ließen sich nach dem Booten von Kubuntu 8.04 schnell über die Datei /boot/grub/menu.lst beheben. Es genügte bei diesen drei Distributionen, in der Zeile kernel aus dem Eintrag root=/dev/sda jeweils ein root=/dev/hda zu machen. Neuere Versionen von Ubuntu bezeichnen sowohl SCSI- als auch IDE-Festplatten nur noch mit sda, sdb, sdc usw., während die älteren Distributionen aber unter /dev/hda nach den Platten fahndeten. Nach der kleinen Korrektur und dem Löschen der doppelten Einträge lief alles wieder.

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