Plattentektonik

Ein heikles Thema folgt dann: Das Partitionieren und Einrichten von Kubuntu auf der Festplatte (Abbildung 5). Die Distribution bietet verschiedene Möglichkeiten an. Geführt -- verwende vollständige Festplatte ist sicherlich die einfachste Option: Sie identifiziert Ihre Festplatten und verwendet die von Ihnen ausgewählte einfach vollständig.

Abbildung 5: Kubuntu bietet Ihnen verschiedene Optionen an, um Ihr Festplatte auf die Linux-Installation vorzubereiten.

Die oberste Option SCSI1... lässt Sie eine Partition auf der Festplatte vergrößern oder verkleinern. Die wählt der Partitionierer selbst aus, über den grauen Balken in der Mitte verschieben Sie die Gewichtung. Das Vergrößern oder Verkleinern lässt sich nicht rückgängig machen. Nutzen Sie die Option, wenn ein Windows Ihre gesamte Festplatte besetzt, Sie aber gern ein paar Gigabyte für Linux freischaufeln möchten. Kubuntu zwackt sich dann den von Ihnen angegebenen Platz ab und installiert sich dort hinein.

Wählen Sie Geführt -- den größten freien Speicherbereich benutzen, sucht Kubuntu nach freiem, unpartitionierten Speicher auf der Festplatte.

Über die Option Manuell kostet das Einrichten etwas mehr Zeit, Sie behalten aber selbst die Kontrolle über das gewünschte Ergebnis.

Im Test nutzten wir zuerst Option Nummer 1 und verkleinerten eine Windows-XP-Partition um die Hälfte. Dazu schoben wir den in Abbildung 4 gezeigten grauen Balken in die Mitte zwischen Windows und Kubuntu. Würde das klappen? Nach einer Warnmeldung, dass wir den Schritt nicht rückgängig machen könnten, schaufelte das System den Platz frei und ging dann zum Anlegen des Users über (siehe Abschnitt Root-Benutzer bei Ubuntu).

Danach schauten wir, wie Kubuntu 8.04 auf sechs konkurrierende Distributionen reagiert, die sich auf derselben Festplatte drängeln. Eine OpenSuse-10.3-Partition halbierten wir, um Platz für Kubuntu zu schaffen. Nach dem Verkleinern der Partition kehrten wir jedoch über den Zurück-Button zum vorherigen Bildschirm zurück und wählten die Variante Manuell. Das ist nicht die offizielle Methode, aber bei sechs Systemen kann man sonst leicht den Überblick verlieren.

Der Weg über Manuell zeigte, dass Kubuntu einen Teil der ehemaligen OpenSuse-10.3-Partition nun korrekt als free identifizierte (Abbildung 6). Es genügte ein Klick auf diesen freien Teil und dann auf den Knopf New partition, um die Partition für Kubuntu anzulegen.

Abbildung 6: Nach dem Verkleinern der Partition von OpenSuse 10.3 erscheint hinter /dev/hda7 nun freier Platz.

In einem neuen Fenster lesen Sie oben die Größe der Festplatte in MByte ab. Darunter legen Sie fest, ob Sie die Partition am Ende (End) oder Anfang (Beginning) der Platte positionieren. Wir wählten das Ende, damit sich die Nummern der anderen Partitionen nicht nach hinten verschieben. Als Dateisystem passt Ext3-Journaling-Dateisystem, der übliche Einhängepunkt (mount point) für ein Linux-System heißt /. Nach einem Klick auf OK berechnete der Partitionierer die Plattenbelegung neu.

Alternativ wählen Sie für die Installation eine bereits bespielte Partition. In diesem Fall klicken Sie auf Partition bearbeiten, geben neben Benutzen als das gewünschte Dateisystem an, setzen ein Kreuzchen bei Partition formatieren und wählen / als Einhängepunkt.

Nun brauchen Sie noch eine Swap-Partition. Falls der Arbeitsspeicher einmal nicht genügt, hinterlegt die Distribution in der Swap-Partition auf der Festplatte vorübergehend Daten. Gewöhnlich soll er nicht größer als 2 GByte werden. Nutzen Sie – wie wir im Test – mehrere Distributionen auf einer Platte, können Sie für alle denselben Swap-Bereich definieren. Legen Sie entweder über New partition eine neue Partition an oder lassen Sie Kubuntu eine bereits vorhandene Swap-Partition nutzen. Abschließend geht's mit einem Klick auf Vor weiter.

Root-Benutzer bei Ubuntu

Im nächsten Bildschirmfenster legen Sie einen Benutzer an (Abbildung 7). Unter dessen Kennung arbeiten Sie zukünftig unter Kubuntu. Mit dem ausgesuchten Passwort melden Sie sich nicht nur als gewöhnlicher Benutzer beim KDE-Desktop an, es dient Ihnen zugleich als Administrator-Passwort. Ubuntu und Debian verfolgen da ein etwas anderes Konzept als OpenSuse und Windows. Letztere kennen zwei Benutzertypen: einen "normalen" Anwender und einen Superuser (root). Melden Sie sich als Benutzer root an, können Sie neue Software installieren und das komplette System verwalten und verändern – Sie haben Superkräfte. Sind die Verwaltungsaufgaben erledigt, melden Sie sich wieder ab und arbeiten als gewöhnlicher Nutzer weiter – das ist sicherer.

Abbildung 7: Unter Kubuntu stellen Sie den Befehlen ein "sudo" oder "kdesu" voran, um Aufgaben mit Administratorrechten zu erledigen.

Unter Kubuntu erledigen Sie solche Aufgaben mit dem Benutzerpasswort. Verwaltungsaufgaben mit Root-Rechten lösen Sie etwa auf der Konsole, indem Sie ein sudo vor den Aufruf setzen. Mit

sudo pico /etc/hostname

bearbeiten und speichern Sie zum Beispiel eine Datei, die dem Benutzer root gehört. Unter KDE starten Sie ein Programm, das Root-Rechte erfordert, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und ein kdesu vor den Programmaufruf setzen.

Tragen Sie also in die Benutzermaske einen Benutzernamen, zweimal das Passwort sowie einen Namen für Ihren Rechner ein. Der anschließende Klick auf Vor führt Sie zum letzten Fenster, das noch einmal Ihre getroffenen Entscheidungen auflistet. Ein Klick auf Erweitert lässt Sie den Bootloader konfigurieren oder abschalten. Wählen Sie Installieren, um Kubuntu auf die Platte zu spielen.

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