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Vier MP3-Player mit OGG-Vorbis-Support

OGG gewinnt

Der ideale MP3-Player spielt nicht nur MP3- und WMA-Dateien ab sondern auch Musik im freien OGG-Vorbis-Format. Eine Auswahl geeigneter Geräte stellt Ihnen dieser Artikel vor.

Es gibt viele Dinge, auf die man beim MP3-Player-Kauf achten muss: Das Gerät sollte hübsch aussehen, nicht zu teuer sein, eine gute Klangqualität liefern und eine lange Akkulaufzeit haben. Der Player, für den man sich schließlich entscheidet, ist meistens ein Kompromiss aus diesen Anforderungen. Bei einem wichtigen Punkt sollten Sie als Linux-Nutzer jedoch keine Kompromisse eingehen: beim Support für das OGG-Vorbis-Format.

Alles OGG oder was?

OGG-Vorbis hat die gleichen Vorteile wie MP3. Das Format komprimiert Audiodateien bei kaum oder gar nicht hörbarem Qualitätsverlust auf einen Bruchteil der ursprünglichen Dateigröße, so dass auf einen Player mit 1 GByte Speicher zwischen 200 und 300 Titel passen. Das OGG-Vorbis-Format ist komplett frei. Jede Firma und jeder Entwickler kann dafür Soft- oder Hardware produzieren. Aus diesem Grund unterstützen die meisten Distributionen den Import und Export von OGG-Vorbis-Dateien von Haus aus. Während Sie zum Beispiel unter OpenSuse oder Ubuntu zahlreiche Pakete nachinstallieren und bereits installierte Programme ersetzen müssen, um MP3-Dateien abspielen oder erzeugen zu können, funktioniert der OGG-Vorbis-Support bei diesen Distributionen out-of-the-box. Sie ersparen sich also mit einem Player, der dieses Format unterstützt, einen Haufen Arbeit.

OGG-Vorbis-Support bedeutet aber nicht in jedem Fall kompletten Support. So zeigen einige Player zwar bei MP3-Dateien im Display den Titel, das Album und den Interpreten an – spielen Sie hingegen eine OGG-Vorbis-Datei ab, fehlen diese Informationen zum Teil. Auch das Sortieren der Sammlung nach diesen Kriterien beherrschen einige Geräte nur bei MP3-Dateien. Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf, wie weit der OGG-Support tatsächlich geht. Dieser Test vergleicht vier MP3-Player der mittleren Preisklasse (um 100 Euro) mit 1 bis 8 Gigabyte Flash-Speicher (siehe Tabelle "Das Testfeld").

Das Testfeld

 
Hersteller Cowon iRiver Samsung Samsung Trekstor Trekstor
Modell iAudio U5 E-100 YP-U5 YP-T10 Blaxx i.Beat Sonix
Abmessungen 8,5 x 4 x 0,9 cm 9,2 x 4,7 x 1,1 cm 8 x 2,6 x 1,1 cm 9,6 x 4,2 x 0,8 cm 8 x 3,4 x 0,8 cm 7,7 x 5 x 1 cm
Display 160 x 128 Pixel 320 x 240 Pixel 128 x 64 Pixel (monochrome) 320 x 240 Pixel 160 x 128 Pixel 320 x 240 Pixel
Audioformate MP3, WMA oder OGG/FLAC, WAV MP3, WMA, OGG, ASF, FLAC MP3, WMA, OGG, ASF MP3, WMA, OGG, AAC MP3, OGG, WMA MP3, OGG, WMA
Videoformate - MPEG4 SP (XviD), WMV - WMV, MPEG4 SMV MPEG4
Bildformate - JPEG, BMP, PNG, GIF - JPEG JPEG JPEG, BMP
OGG-Metainformationen Album, Titel, Interpret Album, Titel, Interpret, Jahr Titel, Interpret Titel, Interpret Titel Album, Titel, Interpret, Jahr, Genre
Zusätze Radio, Mikrofon Radio, Mikrofon, Micro-SD-Kartenslot Radio, Mikrofon Radio, Mikrofon, Bluetooth Radio, Mikrofon Radio, Mikrofon
Akkulaufzeit (Audio) 22 Stunden 17 Stunden* 15 Stunden* 30 Stunden* 15 Stunden* 12 Stunden*
Gewicht 35 g 60 g 23 g 43 g 27 g 45 g
Speicher 2/4/8 GByte 2/4/8 GByte 1/2/4 GByte 2/4/8 GByte 2/4 GByte 1/2/4 GByte
Preis (internet) 95/105/125 Euro 75/95/125 Euro 40/60/90 Euro 75/100/125 Euro 80/100 Euro 65/75/100 Euro
* Herstellerangabe

Cowon iAudio U5

Dieser Player von Cowon (Abbildung 1) unterstützt in unseren Breitengraden offiziell nur MP3- und Windows-Media-Dateien. Mit einem Wechsel der Firmware auf die koreanische Version spielt er aber auch FLAC- und OGG-Dateien ab. Allerdings müssen Sie dann auf den Windows-Media-Support (DRM-geschützte Dateien im WMA-Format) und den deutschen Sprachsupport verzichten. Möchten Sie OGG- und Flac-Dateien abspielen, müssen Sie den Player auf Englisch bedienen, was nicht sonderlich schwer fällt: von den getesteten Playern bringt der U5 die beste Menüführung mit. Bereits nach wenigen Minuten lässt sich das Gerät intuitiv steuern, ohne je ein Handbuch konsultiert zu haben.

Für den Firmware-Wechsel laden Sie von [1] die Datei U5_2.12.zip herunter, entpacken das ZIP-Archiv und kopieren dann die Dateien U5.bin und U5_font.bin in das Hauptverzeichnis des Players. Schalten Sie danach den U5 ein, führt er automatisch das Firmware-Update durch. (Achten Sie darauf, dass die Batterie nicht leer ist.) Die Dateien auf dem Flash-Speicher bleiben erhalten, trotzdem sollten Sie vor dem Upgrade ein Backup durchführen. Setzen Sie unbedingt Version 2.12 oder neuer ein. Das Einspielen einer älteren Version kann dazu führen, dass sich der Player nicht mehr benutzen lässt [2].

Die Tasten des U5 reagieren schnell und gut. Der Einschaltknopf ist versenkt – ein versehentliches Ausschalten ist auch ohne die Sperrtaste zu betätigen quasi unmöglich. Wie bei den meisten Cowon-Playern können Sie beim U5 die Aufnahme- und die Menütaste frei belegen.

Der U5 zeigt bei MP3- und OGG-Vorbis-Dateien Informationen zu Album, Interpret und Titel an, sofern die Audiodatei mit den entsprechenden Metadaten versehen ist. Der Dateibrowser ordnet die Sammlung wahlweise nach Verzeichnissen oder automatisch nach Alben und Interpreten. Eine Coverbild-Anzeige oder Bewertungsfunktion gibt es beim U5 nicht, dafür vermag der kleine Player durch sehr gute Soundqualität und lange Akkulaufzeit zu überzeugen.

Abbildung 1: Der U5 passt in jede Hosentasche und lässt sich sehr leicht bedienen. Es gibt ihn auch in Schwarz und Rot.

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