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So installieren Sie OpenSuse 11.0

10.07.2008
Die Installation von OpenSuse 11.0 dauert eine gute halbe Stunde. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie das Linux-System von der Heft-DVD aufsetzen und was sich seit der letzten Version geändert hat.

Auf der Heft-DVD finden Sie die neueste Linux-Distribution von Novell in der 32-Bit-Version: OpenSuse 11.0. Sie sorgt durch ein neues Aussehen, den KDE-4-Desktop und ein stark verbessertes Paketmanagement für frischen Wind auf Ihrem Rechner. Diese Version lässt sich nicht als Live-Medium nutzen, wenn Sie OpenSuse ausprobieren möchten, müssen Sie das System installieren. Dieser Artikel erklärt Ihnen die dazu nötigen Schritte. Installieren Sie zum ersten Mal eine Linux-Distribution, finden Sie im Kasten Vorarbeiten nützliche Hinweise, die Sie an dieser Stelle lesen sollten. Sind Sie bereits erfahrener Linux-Nutzer, können Sie den Kasten überspringen.

Vorarbeiten

Bevor Sie die EasyLinux-DVD ins Laufwerk einlegen und den Rechner booten, sollten Sie für sich folgende Fragen beantworten:

  • Kann mein Rechner vom DVD-Laufwerk booten?
  • Ist auf meinem Rechner bereits eine ältere Suse-Version installiert?
  • Möchte ich OpenSuse neben einem bestehenden Windows installieren?
  • Befinden sich mehrere Festplatten in meinem Rechner?

In der Regel starten aktuelle Rechner automatisch von CD/DVD, wenn beim Booten ein Medium im Laufwerk liegt. Erscheint auf Ihrem System nicht der Startbildschirm des OpenSuse-Installationsprogramms (Abbildung 1), müssen Sie möglicherweise die Einstellungen im BIOS ändern. Drücken Sie dazu beim Start des Rechners die Taste [Entf] oder [F1], damit sich das BIOS öffnet. Dann ändern Sie unter Advanced BIOS Options oder Boot die Reihenfolge der Laufwerke so, dass das CD-/DVD-Laufwerk an erster Stelle steht (First Boot Device).

Befindet sich auf Ihrem PC bereits OpenSuse 10.2 oder 10.3, müssen Sie das System nicht neu installieren, sondern können ein Update durchführen. Wählen Sie dazu nach dem Start des Installationsprogramms YaST den Menüeintrag Aktualisierung. Für das Update älterer Versionen müssen Sie eventuell Paketabhängigkeiten manuell lösen, da YaST beim Update ein Standardsystem mit KDE installiert – Ihr Linux enthält aber in der Regel bereits zahlreiche Zusatzpakete. Wählen Sie als Lösung jeweils keep PAKETNAME, sonst löscht YaST sämtliche Pakete, die nicht Teil von OpenSuse sind. EasyLinux empfiehlt, anstelle des Updates die wichtigsten Daten auf CD/DVD zu sichern und danach eine Neuinstallation durchzuführen. Sichern sollten Sie die Verzeichnisse /home und /root, sowie die Konfigurationsdateien unter /etc.

Besitzt Ihre OpenSuse-Installation eine eigene Partition für /home, dann sind Sie aus dem Schneider. Richten Sie dann einfach diese bei der Installation so ein, dass das neue OpenSuse sie als /home-Verzeichnis benutzt. Vorsicht: Nicht formatieren!

Gibt es auf Ihrem Rechner noch kein Linux und möchten Sie OpenSuse zusätzlich zu Windows installieren, müssen Sie zunächst unter Windows Laufwerk C:\ defragmentieren. Besitzt Ihr Windows mehrere Laufwerke (so genannte Partitionen), können Sie eines dieser Laufwerke für die Installation von Linux benutzen. Sichern Sie dann sämtliche Daten dieses Laufwerks auf das Laufwerk C:\ oder ein anderes Laufwerk, da das Installationsprogramm von OpenSuse das ausgewählte Laufwerk formatieren wird. OpenSuse lässt sich auch neben Windows Vista installieren.

Verfügt Ihr Rechner über mehrere Festplatten, müssen Sie zunächst herausfinden, an welchen Controllern diese hängen und in welcher Reihenfolge. Diese Informationen finden Sie ebenfalls im BIOS. Öffnen Sie das Menü Standard BIOS Options (oder ähnlich) und suchen Sie nach den Einträgen für Primary Master, Primary Slave, Secondary Master und Secondary Slave. Bei neuen Mainboards mit SATA-Festplatten heißen diese Einträge eventuell First SATA-Master und First IDE-Master. Hier sind auch Second SATA-Master und Third SATA-Master üblich. Notieren Sie, wo Festplatten angeschlossen sind und wo CD/DVD-Laufwerke (siehe Tabelle Gerätebezeichnungen). Schließen Sie für die Installation keine externe Festplatten an den Rechner an, da YaST sonst eventuell auf diese installieren will.

Gerätebezeichnungen

Gerätedatei Erklärung
/dev/sda Erstes Festplatte. Je nach Hardware handelt es sich dabei um den Primary IDE-Master, den Primary SATA-Master, ein SCSI- oder ein externes Laufwerk.
/dev/sda1 Erste primäre Partition auf der ersten Festplatte oder erweiterte Partition.
/dev/sda4 Vierte primäre Partition auf der ersten Festplatte oder erweiterte Partition.
/dev/sda5 Erste logische Partition auf der ersten Festplatte
/dev/sda6 Zweite logische Partition auf der ersten Festplatte
/dev/sdb Zweites Laufwerk. Primary IDE-Slave, Secondary SATA-Master oder externe USB-/ Firewire-/ E-SATA-Festplatte.
/dev/sdc Drittes Laufwerk. Secondary IDE-Master, Third SATA-Master oder externe USB-/ Firewire-/ E-SATA-Festplatte.
/dev/scd0 Erstes ATAPI- oder SATA-CD/DVD-Laufwerk
/dev/sr0 Erster ATAPI- oder SATA-CD/DVD-Brenner
/dev/fd0 Erstes Diskettenlaufwerk
/dev/hda Ehemals erstes internes ATA-Laufwerk. Gibt es seit OpenSuse 10.3 nicht mehr.

Einlegen, loslegen

Legen Sie die DVD mit der Beschriftung OpenSuse 11.0 nach oben in das Laufwerk ein und starten Sie den Rechner neu. Es erscheint der grüne OpenSuse-Bootbildschirm (Abbildung 1). Drücken Sie hier zunächst die Taste [F2], um das Menü auf Deutsch umzustellen, und wählen Sie dann über die Pfeiltasten den Menüpunkt Installation aus. Hegen Sie den Verdacht, die DVD sei beschädigt, schreiben Sie eine E-Mail an cdredaktion@easylinux.de. Ist der Datenträger tatsächlich defekt, erhalten Sie kostenlos einen neuen.

Abbildung 1: Über dieses Boot-Menü starten Sie die Installation von OpenSuse. Wählen Sie nichts aus, fährt der Rechner normal von der Festplatte hoch.

Nach der Auswahl von Installation startet YaST, das OpenSuse-Installationsprogramm. Im Willkommensdialog (Abbildung 2) müssen Sie unten links die Lizenzvereinbarung von Novell akzeptieren, um OpenSuse auf die Platte kopieren zu dürfen. Hier legen Sie auch die Sprache und das Tastaturlayout fest.

Abbildung 2: Der Begrüßungsbildschirm mit der Sprach- und Tastaturauswahl.

Im nächsten Schritt legen Sie fest, ob Sie ein bestehendes System aktualisieren oder ein neues installieren möchten. OpenSuse richtet die Hardware Ihres Rechners vollautomatisch ein. Sollten dabei Probleme auftreten, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Benutze automatische Konfiguration entfernen. Den Menüpunkt für das Booten eines installierten Systems gibt es ab dieser Suse-Version nicht mehr. Um Probleme mit dem Bootloader zu beheben, müssen Sie das Rettungssystem starten. Ein Klick auf Weiter führt Sie zum nächsten Dialog.

Zeitzone und Desktop

Im Dialog Uhr und Zeitzone richten Sie das Datum und die Zeit ein. Die Kartenansicht lässt sich per Mausklick auf die gewünschte Region vergrößern. Verwenden Sie OpenSuse zusammen mit Windows XP, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Rechneruhr ist auf UTC eingestellt entfernen und danach über einen Klick auf Ändern die Zeit anpassen. Benutzen Sie nur Linux oder Linux mit Windows Vista, dann sollte die Uhrzeit bereits stimmen. In der Regel stellt OpenSuse automatisch die richtige Zeitzone ein. Stimmen also die unter Zeit und Datum angezeigten Werte, klicken Sie einfach auf Weiter.

Im folgenden Dialog wählen Sie den gewünschten Desktop aus (Abbildung 3). Im Unterschied zu Windows können Sie unter Linux zwischen verschiedenen grafischen Oberflächen wählen. Es gibt keinen Standard-Desktop unter OpenSuse 11.0, die EasyLinux-Redaktion empfiehlt, das neue KDE 4 zu benutzen. Ist Ihnen die Stabilität des Desktops am wichtigsten, wählen Sie KDE 3.5. Egal, welchen Desktop Sie hier wählen, können Sie später auch Gnome oder die unter Weitere aufgeführten Systeme testen.

Abbildung 3: OpenSuse überlässt Ihnen die Auswahl des gewünschten Desktops.

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