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Unterhaltsamer Linux-Einstieg

OpenSuse-11-Training auf DVD

10.07.2008
Mit der neuen OpenSuse-Version 11 bringt Addison-Wesley ein neues Videotraining heraus, das dem Einsteiger wie auch dem Fortgeschrittenen Anwender die Distribution näher bringen soll. Wir testen das aktuelle Training.

Videotrainings bieten neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung: Die Kombination aus Bildschirmvideos begleitet von gesprochenen Kommentaren verspricht schnelles und unterhaltsames Lernen. Doch könnten langweilige Sprecher und schlechte Videos schnell zu Frust statt zu Lust führen. Wir hatten schon jetzt die Möglichkeit das am 29. Juli erscheinende OpenSuse-11-Videotraining anzuschauen.

Das Videotraining von Addison Wesley [1] ist nicht das erste Produkt dieses Typs, das einen Überblick über eine Linux-Distribution gibt. Schon zu OpenSuse 10.3 gab der Verlag ein Training auf DVD heraus, das sich im Test [2] als empfehlenswert herausstellte. Auch Galileo Computing [3] wird Ende Juli 2008 den Anwenern Ubuntu 8.04 in einem Videotraining näher bringen.

OpenSuse-11-Training

Wie schon beim OpenSuse-10.3-Videotraining führt Sie Dieter Thalmayr durch die vollgepackten 13 Kapitel. Trotz des sehr umfangreichen Materials und der langen Spieldauer wird das Zuschauen nie langweilig, woran der Autor und Sprecher selbst den größten Anteil hat: Dem Suse-Spezialisten Thalmayr gelingt es, auch schwierige Themen anschaulich darzustellen. Tipps und Tricks aus dem Linux-Alltag fließen immer wieder in die Kapitel ein.

Sehr angenehm ist auch seine freie Sprechweise, die nicht gekünstelt oder vom Blatt abgelesen wirkt. Dadurch fühlt man sich immer mitten drin im Geschehen und nicht wie bei einer Universitätsvorlesung. Die Oberfläche des Trainings ist sehr übersichtlich gestaltet; alle Kapitel lassen sich einzeln oder automatisch nacheinander abspielen. Eine Sidebar erlaubt es jederzeit, zu einem anderen Unterkapitel zu springen (Abbildung 1). Vorteilhaft ist auch die Mediensteuerung, mit der man das Video jederzeit anhalten, zurück- oder vorspulen kann.

Abbildung 1: Die Oberfläche des Videotrainings: Übersichtlich und einfach zu bedienen durch die Mediensteuerung und die Sidebar.

Inhalt

Das Training ist äußerst umfangreich und vielfältig ausgefallen. Neben einer ausführlichen Installationsanleitung stellt der Trainer die Desktops KDE 3 und Gnome vor. Ganz wichtig: Der KDE-4-Desktop ist schon mit dabei; ihm widmet das Video ein eigenes Kapitel. Zur Einrichtung des Systems und der Hardwarekomponenten setzt OpenSuse 11 weiter auf das bewährte Werkzeug YaST, das im Videotraining natürlich nicht fehlt. Hier stellt Thalmayr neben den Grundfunktionen wie Zeiteinstellung und Installation von Software auch die Module zum Konfigurieren des Netzwerks und der Firewall vor. Vor allem für Einsteiger erklärt er die Einrichtung von Druckern.

Einen Großteil des Videotrainings nehmen die Standardanwendungen zum Musikhören, Videoschauen und die Programme rund ums Internet ein. Außerdem sind die "Großen" der Linux-Welt natürlich auch vertreten: OpenOffice und Gimp. Darüber hinaus bietet das Training weiterführende Videos an, beispielsweise zum 3D-Grafik- und Animationsprogramm Blender.

Wer sich durch das Wichtigste durchgearbeitet hat, findet mit dem ausführlichen Grundlagenkapitel zu Linux weitere Herausforderungen. Hier lernen selbst langjährige Linux-Nutzer noch etwas dazu. Ein Schwenk durch die Dateisystemtypen und die Arbeit mit Konsolenbefehlen sind hier ebenso vertreten wie der Editor vi. Auch das Seite an Seite von Windows und Linux kommt nicht zu kurz: So erklärt das Kapitel Windows und Linux nebeneinander, wie man eine bestehende Windows-Installation startklar für das Aufspielen der neuen OpenSuse 11 macht. Besonders Einsteiger werden sich durch die Anleitung, die auch das Verkleinern einer Windows-Partition enthält, sicherer fühlen, wenn sie sich der Linux-Installation widmen.

Der Zuschauer bleibt bei diesem Training nicht nur auf das Zusehen beschränkt. An jedes Kapitel schließt eine Zusammenfassung und ein Multiple-Choice-Test an.

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