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OpenOffice 2.4.1

Ein kleiner Schritt für die Menschheit

OpenOffice macht den großen Sprung zwar erst mit Version 3 im Herbst – aber der kleine Schritt auf die Version 2.4.1 verkürzt die Wartezeit mit vielen unspektakulären Verbesserungen.

Das neue OpenOffice 2.4.1 [1] stellt im Vergleich zum Vorgänger noch nicht den ganz großen Wurf dar. Der ist erst im September des Jahres mit Version 3 zu erwarten: Die soll einschneidende Änderungen bringen, wie etwa eine stark überarbeitete Tabellenkalkulation, eingebaute Kompatibilität zu Microsoft-Office-2007-Formaten sowie einen Personal Information Manager für die Termin- und Kontaktverwaltung. Die Wartezeit können Sie sich aber mit dem im Detail stark verbesserten OpenOffice 2.4.1 vertreiben, das wir Ihnen hier im Überblick vorstellen. Eine Komplettübersicht aller Änderungen finden Sie im OpenOffice-Wiki [2].

Zuvorderst beseitigt die neueste Version der freien Bürosuite einige Sicherheitsprobleme. Das Security-Bulletin für Version 2.4 aus dem April 2008 zählt vier Schwachstellen auf, über die manipulierte Dateien Heap-Overflows verursachen können. Zwei davon lassen sich ausnutzen, um den Pufferüberlauf zur Ausführung von Schadcode zu missbrauchen. Ein Update auf die Version 2.4.1 ist also nicht nur wegen der neuen Features, sondern auch aus Sicherheitsgründen anzuraten (siehe Kasten Installation von OpenOffice 2.4.1).

Installation von OpenOffice 2.4.1

Von OpenOffice 2.4.1 existieren Pakete für verschiedene Distributionen, die Sie auf der Webseite des Projekts herunterladen können [3]. Nutzer von OpenSuse und Mandriva verwenden einfach das RPM-Paket, das sich so installieren lässt: Öffnen Sie eine Konsole und melden Sie sich mit su und der Eingabe des Passworts als Administrator an. Geben Sie anschließend ./update ein, um die aktuelle Version einzurichten. Die existiert danach neben der Vorversion, taucht aber nicht im Programmmenü auf. Alle Anwendungen von OpenOffice 2.4.1 (soffice für das Gesamtprogramm, swriter, scalc, simpress, sdraw und sbase für die Einzelapplikationen) finden Sie aber im Verzeichnis /opt/openoffice.org2.4/program.

Für Ubuntu 8.04 ist es unerlässlich, vor der Installation der aktuellen Version die ältere Fassung über den Paketmanager vollständig zu entfernen. Dann entpacken Sie die heruntergeladene Datei, wechseln in das entpackte Verzeichnis und dort in den Unterordner DEBS. Von hier aus starten Sie die Installation über eine Konsole und den Befehl sudo dpkg -i *.deb. Wie bei OpenSuse legt die Installationsroutine auch hier keine Programmverknüpfungen an. Sie finden die Programmdateien anschließend im Verzeichnis /opt/openoffice.org2.4/program unter den oben beschriebenen Anwendungsnamen. Doppelklicken Sie zum Beispiel die Datei swriter und wählen im Terminal ausführen, startet anschließend die Textverarbeitung von OpenOffice.

Neuigkeiten im Writer

Die Textverarbeitung Writer kennt jetzt einen neuen Auswahlmodus mit dem Namen Blockbereich, den Sie über das Menü Bearbeiten oder die Tastenkombination [Alt]+[Umschalt]+[F8] erreichen. In diesem Modus markieren Sie mit gedrückter linker Maustaste ein Rechteck innerhalb eines Textes und formatieren den Bereich nach Belieben. Diese eher ungewöhnliche Funktion eignet sich vor allem für das schnelle Formatieren in Tabellen, wo Sie auf diesem Weg wesentlich einfacher als bisher einzelne Spalten auswählen und verändern.

Ebenfalls leichter fällt der Wechsel zwischen verschiedenen Sprachen für die Rechtschreibprüfung des Programms. Hier gibt es in der Statuszeile am unteren Bildschirmrand ein neues Kontrollfeld, über das Sie per Mausklick die Sprache für die Rechtschreibprüfung wechseln. Das gilt wahlweise für das gesamte Dokument oder den aktuellen Absatz, was das Arbeiten mit mehrsprachigen Dokumenten deutlich erleichtert – sofern auch die richtigen Sprachpakete verfügbar sind.

In der Symbolleiste Einfügen sind einige Symbole verschwunden, andere haben ihren Platz getauscht (Abbildung 1) – ob das tatsächlich einen Gewinn bringt, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Das Drucken von verstecktem Text macht die neue Version einfacher: Die Entwickler spendierten dem über Datei / Drucken / Zusätze erreichbaren Dialog einfach die Option Versteckter Text. Aktivieren Sie diese, druckt Writer nun auch ausgeblendete Textstellen und Textfelder. Eine bequemere Formatierung von Überschriften versprechen die zwei neuen Shortcuts [Strg]+[4] und [Strg]+[5] für Überschriftenformate. Wie bisher gelangen Sie über [Strg]+[0] zurück zum Textformat Standard.

Abbildung 1: Die Symbolleiste "Einfügen" hat ihr Aussehen und damit die Funktionalität leicht geändert.

Innovationen bei Calc

Mit der Funktion Text in Spalten verbessern Sie die Übersichtlichkeit von Tabellen: Stehen zum Beispiel Name und Vorname oder Postleitzahl und Ort in einer Zelle, sortieren Sie sie mit dieser Funktion, die Sie über das Menü Daten erreichen, leicht in eigene Spalten. Wählen Sie einfach die passende Trennoption, etwa Komma oder – wie bei Postleitzahl und Ort oft anzutreffen – das Leerzeichen unter Andere (Abbildung 2) und beobachten Sie in der Vorschau, ob sich die Einträge nun wunschgemäß verteilen. Mit OK übernehmen Sie die Änderung in die Tabelle.

Abbildung 2: Über die neue Funktion "Text in Spalten" verteilen Sie den Mehrfachinhalt einzelner Zellen ganz leicht auf mehrere Spalten.

Die Eingabetaste funktioniert jetzt als Wagenrücklauf: Calc merkt sich diejenige Spalte der aktuellen Zeile, in der Sie mit dem Ausfüllen von Feldern begonnen haben, und springt bei einem Druck auf [Eingabe] in ebendiese Spalte der nächsten Zeile. Die Idee dahinter: Beim zeilenweisen Ausfüllen einer Tabelle springen Sie mit [Tab] zur jeweils nächsten Zelle und beginnen mit [Eingabe] eine neue Zeile. Ob Sie diese Eingabeform intuitiver finden als die bisherige, ist freilich Geschmackssache.

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