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Musik im Griff

Banshee 1.0 im Test

10.07.2008 Banshee wird erwachsen: Die aktuelle Version 1.0 des Audioplayers spielt Videos ab, rippt und brennt Audio-CDs, unterstützt Last.fm und macht so den Platzhirschen Amarok und Rhythmbox Konkurrenz.

Der Multimediaplayer Banshee zeigt in der neuen Version 1.0 einmal mehr, dass Musikhörer unter Linux mittlerweile mehr Komfort erhalten, als unter Windows und Mac. Während Banshee-Anwender nach Belieben CDs rippen und brennen, zahlen Winamp-User für diesen Service um die 20 US-Dollar. Auch mit seinen anderen Funktionen spielt der Player in der Audio-Oberliga mit.

Um Banshee zu installieren, verwenden Nutzer von OpenSuse 10.3 die Heft-DVD als Paketquelle, für OpenSuse 10.2 gibt es leider keine Pakete. Als Kubuntu-Anwender binden Sie eine zusätzliche Paketquelle ein, um Banshee einzuspielen:

  1. Starten Sie den Paketmanager Adept über System / Adept Manager im K-Menü.
  2. Über Adept / Paketquellen verwalten / Third-Party-Software / Hinzufügen ergänzen Sie das neue Repository: In das Eingabefeld kommt die Zeile deb http://ppa.launchpad.net/banshee-team/ubuntu hardy main.
  3. Abschließend klicken Sie auf OK und dann auf Close, woraufhin der Paketmanager über das Internet seine Paketliste aktualisiert.
  4. Dann geben Sie als Paketname neben Suchen das Wort banshee-1 ein. Klicken Sie auf den Treffer, dann auf Installation anfordern und schließlich auf Änderungen anwenden, um das Programm zu installieren.

Im K-Menü legt Kubuntu unter Multimedia einen Menüeintrag für Banshee 1.0 an, über den Sie den Player aufrufen. Alternativ starten Sie Banshee, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und banshee-1 eingeben. Das Kreuzchen ganz oben rechts im Fenster des Players schließt ihn nicht, sondern versteckt ihn in der Systemleiste. Um das Programm zu beenden, drücken Sie [Strg]+[Q] oder wählen Beenden aus dem Kontextmenü des minimierten Banshee-Icons.

Verwaltungsaufwand

Um Musik zu verwalten, importieren Sie zunächst einen beliebigen Teil Ihrer Musiksammlung in die Musikbibliothek von Banshee. Dann stehen Ihnen drei Wege offen: Sie spielen die Titel der gesamten Bibliothek nacheinander oder in zufälliger Reihenfolge ab, schieben ausgewählte Titel in die Warteschlange oder speichern gezielt Titel aus der Bibliothek in einer Wiedergabeliste (Playlist), um sie später abzuspielen.

Wo liegt was?

Nach dem Start der Software erwartet Sie eine grafische Oberfläche mit einem Drei-Spalten-Layout (Abbildung 1). Links sehen Sie Ihre Playlists, wechseln zwischen der Musik- und Videobibliothek hin und her, rufen Podcasts oder Last.fm-Sender auf und springen zur Warteschlange, in der Banshee die als Nächstes gespielten Tracks verwaltet. Mit den passenden Codecs an Bord spielt das Programm auch Videos ab. In erster Linie handelt es sich aber um Audiosoftware, ausgefeilte Videofunktionen suchen Sie vergebens.

Abbildung 1: In der rechten Spalte manövrieren Sie durch die Wiedergabelisten, die Musik- und Videobibliothek und die Warteschlange, links erscheinen die zugehörigen Titel.

Abhängig davon, welche Wahl Sie im linken Bereich treffen, verändert sich das Layout rechts daneben. Klicken Sie auf Videobibliothek, erscheint rechts ein großer Bereich mit der Übersicht vorhandener Videos. Ein Doppelklick bringt Sie als Betrachter in den Bereich Jetzt wiedergegeben, wo Banshee das Video zeigt. Über [F] aktivieren Sie den Vollbildmodus.

Klicken Sie hingegen auf Musikbibliothek, erscheinen zwei zusätzliche Spalten. Die mittlere listet in zwei Kästen Alle Künstler sowie Alle Alben aus der Musikbibliothek auf. Rechts erscheint der gesamte Inhalt der Musikbibliothek. Banshee sortiert MP3-Dateien anhand von Informationen, die es in den Id3-Tags findet. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Track in der Bibliothek und wählen Sie aus dem Kontextmenü Titelinformationen bearbeiten, um die Id3-Tags manuell zu verändern (Abbildung 2). Kennt Banshee das passende Album zu einem Titel, holt die Software gleich das Cover aus dem Netz.

Abbildung 2: Id3-Tags heißen die Metainformationen in einer MP3-Datei, die Auskunft über den Titel des Songs, den Interpreten oder das Album geben.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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