Tipp: Kommandos mit "script" mitschneiden

Linux bringt einen Protokollführer für die Kommandozeile mit: Das Programm script zeichnet Ihre Shell-Sitzungen auf – praktisch, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt einen Blick auf längst vergangene Kommandos und deren Ausgabe werfen möchten. Sie starten den Schriftführer über das Kommando

script -a ~/sitzung1

Alles, was Sie ab jetzt tippen, und auch die Ausgaben der Befehle landen in der Datei sitzung1.script in Ihrem Home-Verzeichnis. Um das Protokollieren zu beenden, geben Sie exit ein, und script bestätigt auf der Shell:

exit
Script wurde beendet, die Datei ist /home/huhn/sitzung1

Bei dem Protokoll handelt es sich um eine einfache Textdatei, die Sie mit einem Programm wie less oder more (oder natürlich einem Texteditor) betrachten.

Unter den meisten Distributionen ist für das Kommando ls die farbliche Ausgabe eingeschaltet, und viele Benutzer richten auch gerne einen bunten Shell-Prompt ein. Die dabei verwendeten Escape-Sequenzen, die für Farbe im Terminal sorgen, tauchen in der Protokolldatei als ausgeschriebene Steuerzeichen auf. Texteditoren und auch der Pager less können damit nichts anfangen und zeigen sie ausgeschrieben an – ein echter Zeichensalat. Ein möglicher Ausweg ist das Deaktivieren aller Farbausgaben; weniger umständlich ist die Verwendung von more zum Betrachten der Protokolle, denn dieser Pager stellt die Escape-Sequenzen richtig als Farben dar. Alternativ rufen Sie less mit der Option -r (englisch: "raw") auf, dann klappt die Farbausgabe auch dort.

Tipp: Mit "script" einen "Shell-Film" drehen

Klappe und Action – script bringt einen Parameter mit, der zusätzlich zum eigentlichen Protokoll eine Datei mit Zeitstempeln (englisch "timestamps") anlegt. Auf diese Weise erstellte Mitschnitte lassen sich später wie ein Film auf der Kommandozeile abspielen. Dazu legen Sie beim Start neben der Protokolldatei eine weitere Datei fest, in der die Zeitinformationen landen, zum Beispiel:

script -a ~/sitzung1 -t 2> ~/time1

Auch in diesem Fall beenden Sie die Aufzeichnung mit dem Aufruf exit. Als Endprodukt landen zwei Dateien in Ihrem Home-Verzeichnis: das Sitzungsprotokoll selbst (das Sie wie beschrieben betrachten können) und die zeitlichen Abfolgen, die für sich alleine gesehen keinerlei Sinn ergeben. Die hier abgelegten Informationen wertet das Tool scriptreplay aus: Sie starten den "Shell-Film" über den gleichnamigen Befehl zusammen mit den Timestamps und dem Protokoll:

scriptreplay ~/time1 ~/sitzung1

In Echtzeit läuft nun der Mitschnitt im Terminal ab – mit allen Eingaben, Vertippern und Ausgaben. Sie beenden den Film vorzeitig über [Strg]+[C].

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