Gnomes Standard-Mailprogramm bietet eine praktische Benachrichtigungsfunktion, die Sie auf neue Nachrichten hinweist. Ist Post eingetroffen, blinkt im oberen Panel ein kleiner Briefumschlag und verrät, wie viele neue Mails auf Sie warten (Abbildung 1). Wenn Sie auf das kleine Symbol mit dem Umschlag klicken (den Hinweis also zur Kenntnis nehmen), hört das Blinken auf. Aktuelle Gnome-Versionen liefern dieses Feature als Plug-in. Um es zu deaktivieren, starten Sie aus dem Menü Bearbeiten den Punkt Plugins und deaktivieren den Eintrag Benachrichtigung bei neuen E-Mails durch Klick in die Checkbox.
Gnome bietet über System / Beenden / Bildschirm sperren und auch in den Optionen des Bildschirmschoners (System / Einstellungen / Bildschirmschoner) an, die Sitzung gegen unbefugten Zugriff zu schützen, wenn Sie den Computer verlassen. Die Sperrung heben Sie durch Eingabe des eigenen Kennworts wieder auf.
Läuft die Bildschirmsperre, können andere Benutzer Ihnen eine Botschaft schicken: Über den Button Leave Message (deutsch: "hinterlasse Nachricht") starten Anwender einen kleinen Dialog, in den sie ihren Text eingeben. Ein Klick auf Speichern schließt den Vorgang ab. Heben Sie die Sperre wieder auf, sehen Sie unten rechts ein gelbes Hinweisfenster mit der Nachricht (Abbildung 2).
Gnomes Dateimanager erstellt für viele Dateitypen eine Vorschau, das heißt, kleine Thumbnails von Bildern, PDF- oder PostScript-Dateien. Standardmäßig erzeugt Nautilus nur Vorschaubildchen für Dateien, die kleiner als 5 MByte sind. Liegen in einem Ordner beispielsweise hochaufgelöste Bilder im TIFF-Format, zeigt der Dateimanager nur das Standardsymbol für Bilddateien, und der Anwender darf raten.
Möchten Sie auch von größeren Dateien eine Vorschau sehen, öffnen Sie über Bearbeiten / Einstellungen den Einrichtungsdialog. Dort finden Sie auf dem Reiter Vorschau verschiedene Drop-down-Menüs. Wählen Sie unter Nur für Dateien kleiner als eine andere Größe, zum Beispiel 10 MByte, aus, zeigt Nautilus von nun an auch Thumbnails für große Bilddateien.
Nicht nur auf Bilder und Textdokumente können Sie vorab einen Blick werfen, dank des Gnome-Medienplayers Totem zeigt Nautilus auch von Videos kleine Vorschaubilder an. Voraussetzung dafür ist, dass die entsprechenden Codecs installiert sind (siehe Gnome-Tipps in Ausgabe 01/2008).
Nautilus präsentiert auf Wunsch sogar eine musikalische Vorschau von Audiodateien. Die Gnome-Versionen, die unter Ubuntu 7.10, OpenSuse 10.2 und 10.3 zum Einsatz kommen, haben Probleme mit Ogg-Vorbis-Dateien; die neue Ubuntu-Version 8.04 beherrscht das Feature. Einen Blick auf MP3- und WAV-Dateien wirft Nautilus unter allen Distributionen allerdings ohne zu murren. Voraussetzung dafür ist unter Ubuntu 7.10 die Installation der Pakete mpg123, oss-compat und sox; Anwender von OpenSuse 10.3 und 10.2 spielen das Paket mpg123 ein. Wenn Sie Ubuntu 8.04 verwenden, brauchen Sie nichts nachzurüsten. Alle genannten Pakete und eine Installationsanleitung finden Sie auf der Heft-DVD.
Stellen Sie sicher, dass im Nautilus-Einrichtungsdialog (siehe vorheriger Tipp) die Vorschau für Audiodateien aktiviert ist. Wenn Sie nun mit der Maus über ein Musikstück im Dateimanager fahren, sehen Sie ein kleines Notensymbol, und Nautilus spielt die Datei ab (Abbildung 3).
Unter Gnome können Sie die rechte und linke Maustaste vertauschen. Öffnen Sie dazu den Einrichtungsdialog über System / Einstellungen / Maus. Auf dem Reiter Tasten aktivieren Sie die Checkbox Mit links bediente Maus, und Gnome vertauscht die Tastenbelegung sofort – schon beim Klick auf den Button Schließen ist die neue Einstellung aktiv.
Der Schreibtischnager ist auf die andere Seite gewandert, und die Tasten sind vertauscht – das ist aber noch längst nicht alles, was der Gnome-Desktop für Linkshänder im Angebot hat. Die Webseite Gnome-Look.org [1] bietet im Bereich X11 Mouse Themes auch einen passenden Look für den Mauszeiger, zum Beispiel das Cursor Theme "Grounation" [2]. So richten Sie das Zeiger-Theme ein:
Starten Sie nun den Gnome-Theme-Manager über System / Einstellungen / Erscheinungsbild. Auf dem ersten Reiter (Thema) sehen Sie den aktuell verwendeten Look hervorgehoben. Öffnen Sie über die Schaltfläche Anpassen einen weiteren Dialog und gehen Sie zum letzten Reiter (Zeiger). Dort sehen Sie den neuen Linkshänder-Mauszeiger Grounation-left, wählen ihn durch einen einfachen Mausklick aus und schließen die Dialogfenster.
Nachdem die Maustasten richtig belegt sind und ein Cursor für Linkshänder den Desktop ziert, wäre es doch praktisch, auch die Rollbalken der Fenster auf die linke Seite zu bewegen. Gnomes Konsolenanwendung gnome-terminal besitzt dieses Feature von Haus aus. Sie stellen es im Einrichtungsdialog der Profile (Bearbeiten / Profile oder Bearbeiten / Momentan verwendetes Profil) auf dem Reiter Rollbalken ein. Der richtige Eintrag im Drop-down-Menü neben Rollbalken ist lautet Auf der linken Seite. Die Änderung ist Gnome-typisch sofort aktiv.
Über einen kleinen Trick bewegen Sie den Balken auch in anderen GTK-Anwendungen an den linken Rand:
Geben Sie die folgende Zeile ein:
gtk-scrolled-window-placement = top-right
Viele Gnome-Anwendungen, darunter Nautilus, Rhythmbox und gedit, zeigen nun den Scrollbalken auf der linken Fensterseite (Abbildung 4). Programme, die nicht auf die GTK+-Bibliothek setzen, wie zum Beispiel OpenOffice, Firefox und andere, präsentieren die Leiste zum Blättern nach wie vor rechts.
Die neue Gnome-Version 2.22, die Ubuntu 8.04 mitbringt, enthält praktische neue Features. Eines davon ist eine Erweiterung der Uhr oben rechts im Panel: Die Gnome-Entwickler haben dem Zeiteisen eine Internationalisierung verpasst und auch eine Wettervorhersage eingebaut.
Klicken Sie mit der linken Maustaste auf die Uhr, öffnet sich wie gewohnt die Kalenderansicht. Über Orte klappen Sie den Dialog aus und sehen eine kleine Weltkarte. Nun platzieren Sie neue Orte auf der Landkarte. Klicken Sie dazu auf Bearbeiten. Auf dem Reiter Orte fügen Sie neue Standorte hinzu; eine Suchfunktion hilft beim Aufspüren der Städte. Sobald Sie über OK bestätigen, fügt die Anwendung auch automatisch eine Wettervorhersage hinzu. Wenn Sie die Maus über das kleine Symbol bewegen, sehen Sie eine ausführliche Ansicht zum Wetter am jeweiligen Standort (Abbildung 5).
Neben der Standardsuchfunktion, die Sie über [Strg]+[F] oder das Menü Suchen auf den Plan rufen, bietet Gnomes Texteditor eine praktische, interaktive Suche, die Sie über [Strg]+[K] (alternativ im Menü: Suchen / Incremental Search) aktivieren. Der Editor blendet am oberen Rand des Dokuments nun ein Suchfeld ein, in das Sie das Gesuchte eingeben. Schon während des Tippens zeigt das Programm die Fundstellen farblich markiert an. Über die Tastatur springen Sie in Windeseile zum nächsten ([Strg]+[G]) und vorherigen ([Strg]+[Umschalt]+[G]) Treffer.
Groß- und Kleinschreibung unterscheidet diese Suchfunktion in der Voreinstellung nicht. Sie erreichen dieses Verhalten, indem Sie mit der rechten Maustaste in das kleine Suchfeld klicken und im Kontextmenü den Punkt Groß-/Kleinschreibung berücksichtigen aktivieren.
Die Gnome-Entwickler haben dem Texteditor jede Menge optionale Erweiterungen spendiert, die Sie bequem über den Reiter Plugins im Dialog Bearbeiten / Einstellungen aktivieren. Sie schalten die Erweiterungen mit Klicks in die Checkboxen ein oder aus. Einige der Plug-ins können Sie über die Schaltfläche Plugin konfigurieren anpassen. Gnome-typisch sind alle Änderungen sofort bei Auswahl aktiv. Einige Funktionen, zum Beispiel Benutzername, Datum/Uhrzeit einfügen oder Groß-/Kleinschreibung verändern, finden Sie nach dem Einschalten im Menü Bearbeiten. Andere Plug-ins, wie die Floskelliste oder die Dateiverwaltungsleiste, erscheinen als Reiter in der linken Seitenleiste, die Sie über das Menü Ansicht oder die Taste [F9] ein- und ausblenden. Die Erweiterungen Rechtschreibprüfung und Statistik zum Dokument sind hingegen im Menü Werkzeuge beheimatet.
In der Voreinstellung zeigt Gnomes Texteditor im Menü Datei bis zu fünf zuletzt geöffnete Dateien an. Wem das zu wenig ist, der passt die Anzahl über den Gnome-Konfigurationseditor (Anwendungen / Systemwerkzeuge / Konfigurationseditor oder Eingabe von gconf-editor in ein Schnellstart- oder Terminalfenster) an. Navigieren Sie dazu in der linken Ansicht zum Punkt apps / gedit-2 / preferences / ui / recents, klicken Sie dann rechts auf die Zahl neben max_recents und tragen Sie einen eigenen Wert ein. Danach starten Sie gedit neu, damit die Änderungen greifen.
Wenn Sie Gnomes Musikplayer nicht über den Schließen-Button (Kreuz rechts oben im Fenster) oder [Strg]+[Q] schließen, sondern Musik / Schließen ([Strg]+[W]) wählen, macht der Player weiterhin Musik und nistet sich als kleines Icon im oberen Panel ein. In diesem minimierten Modus kontrollieren Sie das Programm bequem über die rechte Maustaste: Das Kontextmenü bietet Einträge zur Steuerung der Wiedergabe, zum Einblenden des Players und zum Beenden. Immer, wenn Rhythmbox mit dem Abspielen des nächsten Songs in der Playliste beginnt, zeigt die Anwendung kurz Informationen zum Titel (optional mit Thumbnail vom Cover) an. Wenn Sie das stört, deaktivieren Sie das Feature mit einem Rechtsklick auf das Icon und den Auswahl des Eintrags Benachrichtigungen anzeigen. Ein Linksklick auf das Symbol blendet den Player ein und aus, und wenn Sie den Mauszeiger einfach nur über das Icon bewegen, sehen Sie Titel, Interpret, Album und Dauer des aktuellen Songs.
Gnomes Audioplayer bringt jede Menge praktischer Plug-ins mit, die Sie unter Bearbeiten / Plugins finden. Per Klick in eine Checkbox aktivieren Sie die Erweiterung, einige können über die Schaltfläche Konfigurieren eingerichtet werden.
Wer gerne Liedtexte der Songs mitliest, wird sich über das gleichnamige Plug-in freuen. Leider findet Rhythmbox von manchen Alben keine Texte im Netz. Über einen Texteditor und eine Internet-Suchmaschine lösen Sie dieses Problem aber schnell:
Legen Sie mit einem Texteditor Ihrer Wahl eine neue Datei für den Song an. Die Texte befinden sich im versteckten Verzeichnis ~/.lyrics in Ihrem Home-Verzeichnis und sind nach Interpreten sortiert. Die Namen der Künstler und der Songs erwartet Rhythmbox dabei in Kleinbuchstaben und mit Leer- und Sonderzeichen; die Dateien haben die Endung .lyric. Um beispielsweise für das Lied "March of Mephisto" der Band Kamelot eine Lyrics-Datei mit gedit zu erstellen, geben Sie in einen mit [Alt]+[F2] geöffneten Schnellstarter ein:
gedit ~/.lyrics/kamelot/march\ of\ mephisto.lyric
Existiert das Verzeichnis kamelot noch nicht, legen Sie es über [Alt]+[F2] und Eingabe von mkdir ~/.lyrics/kamelot an.
Anschließend sollte Rhythmbox über Ansicht / Liedtexte (alternativ [Strg]+[L]) den Liedtext in einem kleinen Dialogfenster anzeigen (Abbildung 6). Auf diese Weise bearbeiten Sie auch fehlerhafte Songtexte, die Sie aus dem Netz geladen haben: Öffnen Sie die entsprechende Datei im ~/.lyrics-Ordner und passen Sie sie im Texteditor an – fertig.
Das Plug-in Cover-Anzeige präsentiert auf Wunsch hübsche Covers der Alben unten links im Player. Diese Bilder tauchen auch als Thumbnails auf, wenn Sie über das Rhythmbox-Icon im Panel fahren. Wenn Sie ein neues Album hinzufügen und eine entsprechende Grafik namens cover, album, albumart, .folder oder folder mit der Endung .jpg oder .png im jeweiligen Verzeichnis platzieren, zeigt Rhythmbox diese an. Alternativ lädt der Player selbstständig ein Bild aus dem Netz, falls der Rechner online ist.
Manchmal wandert dabei ein falsches Cover auf die Platte. Um das zu reparieren, werfen Sie einen Blick ins versteckte Verzeichnis ~/.gnome2/rhythmbox/covers: Hier liegen für alle Alben entsprechende Bilddateien, nach Bandnamen und Albumtitel sortiert (Abbildung 7). (Damit Nautilus diesen Ordner anzeigt, aktivieren Sie im Zweifelsfall über Ansicht den Punkt Verborgene Dateien anzeigen.) Um eine Cover-Grafik durch eine andere zu ersetzen, reicht es, das vorhandene Bild mit einer eigenen Datei zu überschreiben. Alternativ ziehen Sie eine Grafikdatei per Drag & Drop ins Rhythmbox-Fenster über den Bereich, wo der Player die Covers anzeigt.
[1] Neuer Look für Gnome: http://www.gnome-look.org/
[2] Mauszeiger für Linkshänder: http://www.gnome-look.org/content/show.php?content=14484