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Gestatten, Windows! Angenehm, Linux.

Dateien tauschen zwischen Windows und Linux

10.07.2008 In Netzwerken mit Windows- und Linux-Rechnern gibt Samba den Rhythmus vor. Der Tanz beginnt, wenn Sie bequem Dateien tauschen möchten.

In Mehrpersonenhaushalten stehen heute oft gleich mehrere Computer. Meistens betreiben Vater, Mutter, Partner oder Mitbewohner einen eigenen Rechenknecht, und auf dem läuft nicht selten Windows. Um beim Austausch von Dateien nicht zu Fuß mit einem USB-Stick von Rechner zu Rechner zu eilen, gibt es Samba.

Die Software bietet nicht nur die Möglichkeit, Dateien bequem über das Netzwerk zu tauschen – die angehängten Rechner können sich sogar einen Drucker teilen (siehe Kasten Drucker teilen). Das Setting aus Abbildung 1 zeigt, wie so ein Netzwerk aussehen kann. Üblicherweise geben die Rechner einfach einen Tauschordner (auch Share genannt) im Netzwerk frei, auf den Sie – dank Samba – vom jeweils anderen System zugreifen. Sie selbst entscheiden, welche Nutzer auf den Ordner zugreifen dürfen und welche Rechte sie dabei haben.

Abbildung 1: So kann ein Netzwerk mit drei Rechnern aussehen, in dem Sie via Samba Dateien tauschen.

Drucker teilen

Mit Samba ist es prinzipiell auch möglich, einen Drucker zu teilen. Da es nicht für alle Drucker Linux-Treiber gibt, muss eine andere Lösung her. Die Kombination von Samba und Cups schafft hier Abhilfe, allerdings erfordert dieses Szenario etwas mehr Konfigurationsaufwand. Aus Platzgründen können wir diese Variante hier nicht behandeln, verweisen dafür aber auf einen im Internet zugänglichen Artikel [1], der mögliche Wege zum Drucker-Sharing erklärt. In der nächsten Ausgabe von EasyLinux wenden wir uns dem Thema zudem ausführlich zu.

Samba ist nicht die einzige Möglichkeit, um Dateien zu tauschen: Daneben gibt es noch SSH und NFS – Samba gilt in gemischten Windows-Linux-Umgebungen als Standard. Als stabil bezeichnen die Samba-Entwickler noch immer die Version 3 der Software, welche Sie bei den von EasyLinux unterstützten Distributionen einfach über den Paketmanager einspielen. Die Version 4 von Samba erscheint voraussichtlich im Jahr 2009.

Wichtig: Tanzstunden nehmen

Im Idealfall sehen sich zwei Rechner im Netz recht schnell, und der muntere Tauschreigen kann beginnen. In der Praxis lauern aber Fallstricke, daher müssen Sie im Tanzunterricht etwas Geduld zeigen. Da wären zunächst Firewalls: Windows XP hat eine an Bord, OpenSuse 10.2 und 10.3 bringen auch eine mit. Die Firewall abzuschalten, kann sich als Sicherheitsrisiko erweisen – wo es geht, passen Sie die Schutzmauer daher an die Bedürfnisse von Samba an (Abbildung 2).

Abbildung 2: Gewöhnlich richtet YaST beim Aufsetzen des Samba-Servers die Firewall automatisch ein – aber es geht auch manuell.

Als OpenSuse-Anwender müssen Sie die Firewall komplett abschalten, um fremde Samba-Freigaben zu sehen, sie kann indes weiterlaufen, wenn Sie von dort aus Samba-Freigaben anbieten. Unter Kubuntu kann unter Umständen ein installiertes iptables-Paket die Samba-Party sprengen: Schauen Sie also im Paketmanager nach der Software, die unbemerkt im Hintergrund Samba-Pakete blockiert, und deinstallieren Sie sie.

Einen weiteren Stolperstein brachte Windows XP im Test mit: Auf einem IBM-Thinkpad schwang sich eine externe WLAN-Software, die eigentlich nur den Rechner elegant mit dem Access-Point verbinden sollte, zum Netzwerk-Sheriff auf. Zwar ließen sich im Windows Explorer Ordner freigeben, die erschienen aber nie im Dateimanager des Linux-Rechners. Erst nach dem Abschalten der Netzwerksicherheit im Konfigurationsdialog der Software gab letztere den Weg für die Samba-Pakete frei – viele Köche verderben eben den Brei.

Ein zweites Problem: Dank langwieriger Verhandlungen der Samba-Rechner tauchen Tauschordner mitunter nicht sofort im Netzwerk auf – [F5] ist Ihr Freund. Mit dieser Taste aktualisieren Sie die Ansicht im Konqueror oder im Windows Explorer (Abbildung 3). Manchmal müssen Sie ein paar Mal [F5] drücken, bis der Rechner samt Freigabe erscheint.

Abbildung 3: Mitunter müssen Sie mehrmals [F5] drücken, bevor eine Freigabe im Windows Explorer oder im Konqueror erscheint.

Diese Punkte sollten Sie im Hinterkopf behalten, damit die Tanzstunde nicht zum Debakel wird. In den folgenden Beispielen gehen wir davon aus, dass Ihre Rechner an einem zentralen Router hängen, der sie per DHCP mit IP-Adressen versorgt. Andernfalls müssen Sie die IP-Adressen manuell an die einzelnen Rechner im Netzwerk vergeben. Wie das geht, lesen Sie in einem anderen EasyLinux-Artikel [2].

Darf ich bitten? Auf Freigaben zugreifen

Um von Linux aus auf einen Samba-Share im Netzwerk zuzugreifen, rufen Sie den KDE-Dateimanager Konqueror auf. In die Adressleiste geben Sie smb:/ ein und drücken [Eingabe].

In privaten Netzwerken erscheinen die Freigaben gewöhnlich nach ein paar Sekunden. Richten Sie die Freigabe in einem größeren Netzwerk mit konkurrierenden Samba-Servern ein – etwa in einer Firma, – tauchen die Shares womöglich erst nach mehreren Minuten auf. Es gibt aber auch eine Abkürzung, die der Kasten Samba-Schnellkurs zeigt.

Um von Windows XP aus auf Samba-Freigaben zuzugreifen, rufen Sie den Windows Explorer auf und wählen Netzwerkumgebung / Gesamtes Netzwerk / Microsoft Windows-Netzwerk. Nun sollten die Shares erscheinen – vorausgesetzt die Firewall spielt mit. Aufwändiger wird es, wenn Sie auf einem Rechner eine Freigabe einrichten wollen.

Samba-Schnellkurs

Um schnell zu prüfen, ob eine Samba-Freigabe funktioniert, geben Sie die IP-Adresse des Rechners, auf dem der Samba-Server läuft, direkt in die Adressleiste Ihres Dateimanagers ein (Abbildung 4). Im Konqueror tippen Sie dazu smb://IP-Adresse, im Internet-Explorer \\IP-Adresse. Dabei ersetzen Sie IP-Adresse durch die des Samba-Servers.

Abbildung 4: Um die Samba-Freigaben schnell zu erreichen, können Sie auch direkt die IP-Adresse des Samba-Servers in die Adressleiste eintragen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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