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Schön schwierig

Compiz-Fusion einrichten und nutzen

10.04.2008 Nur zum Arbeiten sind Computer eigentlich zu schade. Moderne 3D-Technologien und entsprechende Anwendungen machen den Umgang mit aktuellen Rechnern spielerischer. Ein Beispiel ist Compiz-Fusion.

Linux auf dem Desktop macht mit tollen 3D-Effekten so richtig Spaß. Doch nicht jede Grafikkarte und nicht jede Distribution machen es dem Nutzer gleich leicht, Fenster auf dem Desktop umherwirbeln zu lassen. Dieser Workshop erklärt ihnen, was Compiz-Fusion ist und wie Sie es einrichten.

Grundlagen

Hinter den wabbelnden Fenstern und den zahlreichen Effekten, die man im Allgemeinen als 3D-Desktop bezeichnet, stecken verschiedene Technologien. Damit Sie überhaupt zum rotierenden Würfel und zu brennenden Fenstern kommen, benötigen Sie zunächst eine von Compiz-Fusion unterstützte Grafikkarte. Die Auswahl ist relativ klein und beschränkt sich auf folgende Karten:

  • Nvidia-Karten mit dem proprietären Nvidia-Treiber
  • ATI-Karten mit dem proprietären ATI-Treiber (fglrx)
  • ATI-Karten mit dem radeon-Treiber
  • aktuelle Intel-Grafikchips (vor allem in Notebooks und Mini-Rechnern zu finden)

Einige ATI-Karten lassen sich mit dem radeon-Treiber oder dem fglrx-Treiber in Betrieb nehmen. Hier müssen Sie selbst ausprobieren, mit welchem Treiber Compiz besser funktioniert. Besitzen Sie keine der erwähnten Grafikkarten, müssen Sie auf den 3D-Desktop verzichten. Bei mangelnder Unterstützung arbeitet der Rechner entweder ganz langsam oder die grafische Oberfläche stürzt ab. In seltenen Fällen kann das System auch komplett abstürzen. Ohne 3D-Beschleunigung verweigert der 3D-Desktop komplett den Dienst.

Nebst geeigneter Hardware benötigen die 3D-Effekte eine weitere Komponente: den X-Server. Dieses Programm ist unter Linux für die Darstellung von Fenstern und Farben zuständig. Aktuelle Linux-Distributionen nutzen den X-Server des X.org-Projekts in Version 7. Um auf dem Desktop brennende oder spiegelnde Fenster zeichnen zu können, benötigen Sie eine spezielle Version des X-Servers: XGL oder AIGLX.

XGL ist eine von Novell entwickelte Technik, die die 3D-Fähigkeiten der Grafikkarte benutzt, um bestimmte Spezialeffekte darzustellen. Der bekannteste unter diesen Effekten ist der Würfel für den Wechsel zwischen den virtuellen Arbeitsflächen. Alternativ wählen Sie den von Red Hat entwickelten AIGLX-Server. Er erweitert den normalen X-Server um die Composite-Funktion, arbeitet aber auch ganz normal im 2D-Modus.

Je nach Grafikkarte ist das eine oder andere Setup einfacher, so beherrscht der Nvidia-Treiber unter Linux sämtliche Features, die ein 3D-Desktop benötigt, wodurch Sie fast ohne Änderungen am X-Server gleich den 3D-Fenstermanager starten können. Ubuntu startet seit Version 7.10 automatisch AIGLX als X-Server. OpenSuse und Mandriva setzen auf den traditionellen X-Server, so dass Sie unter diesen Distribution XGL oder AIGLX zunächst aktivieren müssen.

Auf XGL oder AIGLX baut dann der eigentliche 3D-Meister auf: ein Fenstermanager. Der Pionier war Compiz in Zusammenarbeit mit XGL. Die Entwicklung von Compiz verlief aber über weite Strecken hinter geschlossenen Türen. Einige Entwickler entschieden sich deshalb, mit dem Compiz-Code ein eigenes Projekt zu gründen. Daraus entstand die Compiz-Alternative Beryl. Mit faszinierenden Effekten stellte sie Compiz schon bald in den Schatten, die Konkurrenz sorgte aber auch für Bewegung im Compiz-Lager. 2007 entschlossen sich die Entwickler beider Projekte dann, in Zukunft wieder gemeinsam an Compiz zu arbeiten. Das Resultat dieser Verschmelzung von Compiz und Beryl heißt Compiz-Fusion.

Neben dem Fenstermanager gibt es noch eine weitere wichtige Komponente, die Fensterdekoration. KDE-Benutzer hatten in den Anfängen immer wieder Probleme mit Compiz, weil das Programm zur Dekoration einen Gnome-Style benutzte, was nicht besonders hübsch aussieht. Inzwischen lässt sich mit Compiz zusammen auch die originale Fensterumrandung von KDE nutzen. Mit Emerald gibt es zudem eine speziell auf Compiz optimiertes Dekorationsprogramm mit sehr vielen Einstellungsmöglichkeiten und zahlreichen Themes.

Installation und Setup

Bevor Sie mit Compiz-Fusion den Desktop herumwirbeln können, müssen sie die entsprechenden Softwarepakete installieren. Da sich das Projekt immer noch rasant entwickelt, gilt es hier einen Kompromiss zwischen Stabilität und Featureangebot zu finden. So bringen zwar OpenSuse und Ubuntu bereits Compiz-Pakete mit, dabei handelt es sich aber noch um die alte Version, nicht Compiz-Fusion. Auf der Heft-DVD finden Sie Compiz-Fusion-Pakete für OpenSuse 10.2/10.3 und Ubuntu 7.10. Mandriva 2008 kommt bereits mit Compiz-Fusion.

Nutzer von OpenSuse 10.3 mit einer DSL-Verbindung installieren Compiz-Fusion am einfachsten über die 1-Klick-Installation aus dem OpenSuse-Wiki [1]. Sie erhalten damit die aktuell verfügbare Version, die zudem bei Erscheinen eines Updates automatisch aktualisiert wird. Unter Ubuntu benötigen Sie die Pakete emerald, compizconfig-settings-manager, compiz-kde, compiz-fusion-plugins-extra, compiz-fusion-plugins-main und python-sexy. Benutzen Sie eine ATI-Karte mit dem proprietären Treiber (fglrx), müssen Sie zudem noch das Paket xserver-xgl installieren und den Rechner neu starten. Die Installation beschreibt detailliert die Heft-DVD.

Um einen 3D-Desktop darzustellen, muss Ihr Rechner zwei Anforderungen erfüllen, das Direct Rendering für die Grafikausgabe und die Composite-Funktion für spezielle Effekte. Bevor Sie mit den folgenden Schritten fortfahren, sollten Sie zunächst prüfen, ob diese Voraussetzungen erfüllt sind. Zunächst testen Sie die 3D-Beschleunigung:

  1. Öffnen Sie über [Alt]+[F2] und den Befehl konsole ein Terminalfenster.
  2. Geben Sie den Befehl glxinfo | grep render ein. (Den senkrechten Strich erzeugen Sie auf einer deutschen Tastatur über [AltGr] und die Größer-/Kleinertaste neben der linken Umschalttaste.) Der Befehl zeigt als Ausgabe Direct Rendering: Yes an, wenn alles in Ordnung ist. Erscheint hingegen die Meldung extension "GLX" missing, ist die 3D-Beschleunigung der Grafikkarte nicht aktiviert. Sie müssen diese dann zunächst einrichten.

Im nächsten Schritt testen Sie mit Root-Rechten, ob das Compositing aktiv ist. Dazu öffnen Sie über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu konsole ein Terminalfenster und geben den Befehl grep Composite /var/log/Xorg.0.log ein. Er muss als Ausgabe die Zeile Extension "Composite" is enabled anzeigen. Fehlt die Composite-Erweiterung, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Drücken Sie [Alt]+[F2] und geben Sie den Befehl kdesu kwrite ein, um den KDE-Editor KWrite zu starten.
  2. Öffnen Sie die Datei /etc/X11/xorg.conf
  3. Suchen Sie am Dateiende nach einem Eintrag Section "Extensions" und fügen Sie unter dieser Zeile den Eintrag Option "Composite" "Enable" hinzu.
  4. Fehlt der Extensions-Eintrag, fügen Sie am Ende der Datei folgende drei Zeilen hinzu

    Section "Extensions"
    Option "Composite" "Enable"
    EndSection
  5. Speichern Sie die Datei, melden Sie sich aus KDE ab und neu an.

Erfüllt Ihr Rechner beide Voraussetzungen, müssen Sie zwischen AIGLX und XGL wählen. Benutzer einer Nvidia-Karte bleiben von dieser Entscheidung verschont: Sie könnnen direkt über [Alt]+[F2] und den Befehl compiz --replace (unter OpenSuse compiz-manager) den 3D-Fenstermanager starten. Grafikkarten von Intel und ATI/AMD funktionieren in der Regel mit beiden X-Servern, wobei unter AIGLX oft kartenspezifische Anpassungen an der Datei /etc/X11/xorg.conf nötig sind. Nutzen Sie eine ATI-Karte mit dem proprietären fglrx-Treiber, sollten Sie XGL nutzen, da einige Treiberversionen nur mit XGL zusammenarbeiten, mit AIGLX hingegen nicht.

XGL aktivieren

Unter OpenSuse wählen Sie unabhängig von der Grafikkarte das Setup mit XGL, da es am einfachsten ist. Dazu geben Sie als Root folgenden Befehl in einem Terminalfenster ein:

gnome-xgl-switch --enable-xgl

Danach starten Sie den Rechner neu. Für AIGLX müssen Sie zunächst XGL über den Befehl gnome-xgl-switch --disable-xgl ausschalten und in der Datei /etc/X11/xorg.conf im Abschnitt Section "ServerLayout" die Zeile Option "AIGLX" "on" einfügen. Je nach Grafikkarte benötigen Sie noch weitere Optionen in der X.org-Konfigurationsdatei. Details dazu lesen Sie im OpenSuse-Wiki [2].

Unter Ubuntu ist standardmäßig AIGLX aktiv. Möchten Sie XGL nutzen, installieren Sie über Adept das Paket xserver-xgl und starten danach den Rechner neu. Benutzen Sie den Gnome-Desktop, wählen Sie System / Einstellungen / Erscheinungsbild / Visual Effects und markieren den gewünschten 3D-Desktop. Mandriva richtet automatisch den passenden X-Server ein, wenn Sie im Kontrollzentrum unter Hardware den Punkt 3D-Effekte auswählen. Lässt sich der 3D-Desktop nicht aktivieren, deutet das auf Fehler beim 3D-Setup hin.

Compiz starten

Haben Sie die bisherigen Hürden aus dem Weg geräumt, steht dem Start von Compiz nichts mehr im Wege. Unter Mandriva und Ubuntu öffnen Sie dazu ein Terminalfenster über [Alt]+[F2] und den Befehl konsole. Dann geben Sie hier compiz --replace & ein. Achten Sie auf die zwei Minuszeichen vor dem replace-Eintrag. Unter OpenSuse öffnen Sie ebenfalls eine Konsole und geben den Befehl compiz-manager ein.

Compiz ersetzt beim Start den aktuellen Fenstermanager (--replace), deshalb verschwinden zunächst sämtliche Fenstertitel und -rahmen. Nach spätestens zwei Sekunden sollten Sie aber die neue Fensterdekoration sehen. Ob Compiz aktiv ist, überprüfen Sie am besten, indem Sie eines der voreingestellten Tastaturkürzel auswählen: Mit [Strg]+[Alt]+[Pfeil links] wechseln Sie zum Beispiel zur nächsten Arbeitsfläche. Dieser Wechsel verläuft dann animiert als drehender Würfel (OpenSuse und Mandriva) oder als flache Desktoptafel, die sich aus dem Bild schiebt (Ubuntu).

Funktionieren zwar die Tastenkürzel, aber die Fenster zeigen keine Dekoration an, kann es sein, dass die Fensterdekoration nicht ordnungsgemäß arbeitet. Versuchen Sie in diesem Fall, über den Befehl emerald ---replace & die Fensterdekoration Emerald zu starten.

Im schlimmsten Fall reagiert zwar die Maus noch, aber Sie können keine Fenster mehr bewegen oder Eingaben vornehmen. Starten Sie dann den X-Server über die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Rücktaste] neu.

Nach dem erfolgreichen Setup starten alle Distributionen den 3D-Desktop automatisch. Das kann bei Problemen störend sein. Soll OpenSuse Compiz nicht automatisch aktivieren, geben Sie folgenden Befehl in einem Terminalfenster ein:

touch $HOME/.config/compiz/disable-compiz

Unter Kubuntu starten Sie den Paketmanager Adept und löschen das Paket compiz-core. Danach melden Sie sich von KDE ab und wählen im Login-Manager rechts unten aus dem Menü den Eintrag X-Server neu starten. Beim nächsten Anmelden tritt Compiz dann nicht mehr in Erscheinung. Mandriva-Nutzer starten im Kontrollzentrum das Modul Hardware / 3D-Effekte und markieren die Option Keine 3D-Effekte.

Endlich Compiz

Zeit, sich die Fähigkeiten von Compiz etwas genauer anzuschauen. Starten Sie dazu über [Alt]+[F2] und den Befehl ccsm den CompizConfig-Settings-Manager, das Kontrollzentrum für Compiz-Fusion (Abbildung 1). Je nach benutzter Compiz-Version unterscheiden sich die Anzahl der angebotenen Effekte und das Setup leicht, die generelle Vorgehensweise ist aber identisch. Am linken Rand sehen Sie eine Übersicht der vorhandenen Kategorien. Per Klick auf einen Eintrag erscheinen in der rechten Fensterhälfte die zugehörigen Plug-ins: Jedes lässt sich per Mausklick auf das weiße Viereck vor dem Namen sofort aktivieren, ein zusätzliches Anwenden, wie bei KDE-Programmen üblich, ist nicht nötig. Möchten Sie zunächst weitere Informationen zu einem Plug-in erhalten, klicken Sie auf den Namen. Sie sehen dann je nach Modul mehrere in Reiter geordnete Dialogfenster. Darunter findet sich in der Regel auch ein Reiter Tastenkombinationen, der Ihnen verrät, mit welcher Tastenkombination Sie den gewünschten Effekt starten. Da die Tastenkombinationen mit [Alt] auf Linux-Rechnern normalerweise bereits belegt sind, arbeitet Compiz viel mit der Windows-Taste, die der Settings-Manager <super> nennt.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Schaltzentrale von Compiz-Fusion hält über 50 Plug-ins zur Auswahl bereit.

Die Zahl der Compiz-Plug-ins liegt inzwischen über 50, wobei sich einige Module gegenseitig ausschließen. Der Einstellungsmanager zeigt in diesem Fall einen Hinweis an. Um schnell ein bestimmtes Plug-in zu finden, geben Sie oben links ein Stichwort in das Suchfeld ein. Der CompizConfig-Einstellungsmanager reduziert dann die Darstellung auf die Module, die den Suchbegriff im Namen führen. Über Einstellungen unten links nehmen Sie generelle Änderungen an Compiz vor. Dazu gehören auch die Tastenkürzel für das Fensterverhalten, zum Beispiel [Alt]+[F4] für das Schließen eines Fensters oder [Alt]+[F2] für den Programmstarter (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: In den "Einstellungen" können Sie die globalen Tastaturkürzel ändern.

Der bekannteste Effekt von Compiz ist der Würfel. Um ihn zu nutzen, müssen Sie die zwei Module Arbeitsfläche / Desktop-Würfel und Arbeitsfläche / Würfel drehen markieren. Ist das Plug-in aktiv, dreht sich der Desktop über [Strg]+[Alt]+[Pfeil rechts] um eine Seite nach rechts. Möchten Sie den Würfel frei drehen, halten Sie [Strg],[Alt] und die linke Maustaste gedrückt und fahren dann mit der Maus über den Bildschirm. Bei Ubuntu ist standardmäßig das Modul Desktop-Tafel aktiv. Um dort den Würfeleffekt nutzen zu können, müssen Sie die Desktop-Tafel ausschalten.

Einen schnellen Überblick über die auf den vier Arbeitsflächen vorhandenen Programmfenster bietet das Modul Expo. Es stellt sämtliche Desktops nebeneinander auf einer Fläche dar (Abbildung 3). Auf dieser Fläche können Sie einzelne Fenster per Drag & Drop auf eine andere Arbeitsfläche ziehen oder über die Pfeiltasten zu einem anderen Desktop wechseln. Zurück zum vollen Desktop gelangen Sie über einen Doppelklick oder [Eingabe].

Das von Mac OS X bekannte Exposé-Feature, das die Fenster einer Arbeitsfläche neben- und untereinander anordnet, finden Sie unter Fensterverwaltung / Skalieren. In der Grundeinstellung ist dafür die Tastenkombination [Umschalt]+[Alt]+[Pfeil hoch] eingerichtet, und das Exposé startet auch, wenn Sie die Maus in die obere rechte Bildschirmecke bewegen.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Expo-Funktion zeigt nicht nur alle Arbeitsflächen nebeneinander an, Sie können auch Fenster per Drag & Drop verschieben.

Action!

Von Mac OS und iTunes haben sich die Compiz-Entwickler zwei weitere Plug-ins abgeschaut: Den Shift Switcher und den Ring-Anwendungs-Umschalter. Sie finden beide Module unter Fensterverwaltung. Mit aktivem Shift Switcher präsentiert Ihnen Compiz sämtliche Fenster einzeln. Dazu drücken Sie [Win]+[Umschalt]+[S] und blättern dann mit [Pfeil rechts] oder [Pfeil links] zwischen den Fenstern. Per [Eingabe] wählen Sie aus, zu welchem Fenster Sie wechseln möchten (Abbildung 4). Soll Compiz nicht nur die Fenster der aktiven Arbeitsfläche anzeigen, sondern sämtliche Fenster, drücken Sie [Strg]+[Win]+[S].

Abbildung 4

Abbildung 4: Der Präsentierteller von Compiz blättert die aktiven Programme in 3D-Ansicht durch.

Ein ähnliches Resultat erhalten Sie mit dem Ring-Anwendungs-Umschalter, der über [Win]+[Tab] das traditionelle [Alt]+[Tab] ersetzt. Bei diesem Plug-in drehen sich die Fenster wie auf einem Karussell vor Ihrem Bildschirm.

Möchten Sie das Öffnen und Schließen von Fenstern etwas spannender gestalten, wählen Sie unter Effekte / Animationen einen von rund 20 Effekten aus oder aktivieren gleich den Zufallsmodus. Einer der beliebtesten Effekte, den es zudem nur für Linux gibt, ist das Compiz-Feuer. Sie finden es unter Effekte / Zeichne Feuer auf den Bildschirm. Halten Sie [Umschalt]+[Win]+[F] gedrückt, um auf dem Desktop Feuer zu legen oder sogar damit zu zeichnen (Abbildung 5). Im Hintergrund können Sie ganz normal weiterarbeiten. Um das Feuer wieder zu löschen, drücken Sie [Umschalt]+[Win]+[C].

Abbildung 5

Abbildung 5: Dem Feuer-Effekt können selbst hartnäckige Computer-Muffel nicht widerstehen.

Spiel und Ernst

Neben dem spielerischen Effekt, der bei Compiz nicht zu kurz kommt, bietet der 3D-Desktop auch einige Eingabehilfen, die Sie unter Barrierefreiheit finden. Mit Desktop zoomen vergrössern Sie zum Beispiel einen beliebigen Bereich des Desktops. Ist das Plug-in aktiv, richten Sie die Maus auf den gewünschten Bereich, halten die Windows-Taste gedrückt und drehen dann am Mausrad. Lassen Sie das Mausrad gedrückt, können Sie das Bild zudem verschieben. Mit [Esc] gelangen Sie zum Vollbild zurück.

Das Modul Konzentrationshilfe dunkelt nicht aktive Fenster deutlich ab. Das hilft dabei, sich auf das eigentlich Wichtige zu konzentrieren und verhindert ein ungewolltes Ablenken. Im Unterschied zu den normalerweise aktiven Plug-ins arbeitet die Konzentrationshilfe nicht mit Transparenz, sondern dunkelt das Fenster wirklich ab. Sie schalten die Hilfe über [Win]+[P] ein und aus.

Viele Menschen empfinden Weiß auf Schwarz am Computer als leichter lesbar. Gehören Sie auch zu diesen, schalten Sie das Modul Fensterinhalt negieren ein. Über [Win]+[N] (Abbildung 6) erstellt Compiz dann ein Negativ des aktiven Fensters. Um den ganzen Bildschirm umzuschalten, drücken Sie [Win]+[M]. Der Desktop selbst behält dabei seine ursprüngliche Farbe. Möchten Sie das nicht, löschen Sie unter den Einstellungen des Moduls auf dem Reiter Allgemein den Eintrag type=Desktop aus dem Eingabefeld Ausgeschlossene Fenster.

Abbildung 6

Abbildung 6: Auf Wunsch stellt Compiz Fenster auch mit Negativfarben dar.

Lohnt sich der Aufwand?

Obwohl Compiz-Fusion in erster Linie eine Spielerei ist, bietet der 3D-Desktop viele Plug-ins an, welche die Benutzbarkeit und die Attraktivität des Linux-Desktops deutlich erhöhen. Diese Zugangshilfen bleiben aber nur Scheinhilfen, solange das eigentliche Setup nicht deutlich einfacher wird. Am leichtesten haben es Benutzer von Mandriva und Ubuntu, hoffentlich ziehen auch OpenSuse und Kubuntu mit entsprechenden Setup-Tools nach.

Infos

[1] OpenSuse-Wiki: http://de.opensuse.org/Compiz_Fusion

[2] AIGLX unter OpenSuse: http://de.opensuse.org/AIGLX

[] Software zum Artikel auf CD: Compiz-Fusion für OpenSuse 10.2 und 10.3

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