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Schallplatten digitalisieren

Er dreht sich doch

Wenn Sie schon über 30 sind, haben Sie zu Hause bestimmt noch eine Schallplattensammlung. Bevor Sie diese auf den Flohmarkt bringen oder die Vinylscheiben ganz verstauben lassen, sollten Sie die besten Stücke auf den Rechner übertragen.

Die Genießer unter den Musikliebhabern legen auch heute noch ab und zu eine LP oder Single auf den Plattenteller. Für den schnellen Musikgenuss eignet sich die Schallplatte jedoch weniger gut. Damit Sie Ihre Lieblingsstücke auch auf einem MP3-Player oder vom Computer aus genießen können, müssen Sie diese digitalisieren. Dieser Artikel zeigt, welche Hard- und Software Sie dazu benötigen.

Die Soundkarte

Um auf einem Computer Musik abzuspielen oder aufzunehmen, benötigt der Rechner eine Soundkarte. Dabei kann es sich um eine übliche PCI-Steckkarte oder einen bereits ins Mainboard integrierten Soundchip handeln. Als externe Variante gibt es USB- und Firewire-Geräte. Möchten Sie mehrere Platten digitalisieren, lohnt es sich, eine zweite Soundkarte in den Rechner einzubauen. So können Sie während der Aufnahme bereits in die fertigen Stücke hineinhören. Theoretisch ist es auch mit einer einzigen Karte möglich, gleichzeitig aufzunehmen und Musik abzuspielen, da die meisten Soundkarten so genannten Full-Duplex-Support bieten. In der Praxis kommt es allerdings dann bei den Aufnahmen oft zu Aussetzern.

In unseren Tests erzielten die Soundkarten im unteren Preissegment (bis 30 Euro) bereits sehr gute Ergebnisse. Geräte in dieser Preisklasse benutzen sehr ähnliche oder den gleichen Soundchip – welche Hardware Sie wählen, ist deshalb nicht so wichtig. Es lohnt sich in der Regel nicht, ein sehr teures Gerät für die Aufnahme zu kaufen, weil die teureren Karten für Spiele und allerlei tolle Raumeffekte ausgelegt sind und spezielle digitale Ein- und Ausgänge mitbringen, aber bei der analogen Aufnahme – zumindest unter Linux – keine zusätzlichen Funktionen bieten.

Bei Notebooks oder Kompaktrechnern ohne Erweiterungsmöglichkeit bietet sich der Einsatz einer USB- oder Firewire-Soundkarte an. Linux erkennt USB-Soundgeräte automatisch und problemlos, bei Firewire-Geräten sollten Sie sich zunächst im Internet schlau machen.

Der Plattenspieler

Haben Sie sich von Ihrem Plattenspieler bereits getrennt und nur die Vinyl-Scheiben behalten, lohnt sich ein Blick auf ein Neugerät mit integriertem USB-Anschluss. Einen solchen Plattenspieler erkennt Linux als USB-Soundgerät. Sie müssen nur noch das Rekorderprogramm darauf hinweisen, dass es vom Plattenspieler aufnehmen soll, und schon können Sie die Aufnahme starten. Achten Sie darauf, ein Gerät mit zusätzlichem Phono-Ausgang zu kaufen, damit Sie den Plattenspieler auch über die HiFi-Anlage nutzen können. Ist das Equipment bereits vorhanden, schließen Sie den Verstärker der HiFi-Anlage an die Soundkarte des Rechners an. Dazu benötigen Sie ein Kabel mit einem 3,5-mm-Stereo-Klinkenstecker auf der einen Seite und zwei RCA-Jack-Steckern (Cinch) am anderen Ende (Abbildung 1).

Abbildung 1: Wichtigstes Utensil: Das Kabel mit den zwei Cinch-Steckern (roter und weißer Stecker links) und dem Stereo-Jack-Stecker (rechts).

Wenn das Eingangssignal stark genug ist, können Sie den Plattenspieler auch ohne HiFi-Anlage direkt an den Rechner anschließen. Das ist aber nur bei Plattenspielern mit eingebautem Vorverstärker der Fall.

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