In Entwicklung

Nicht alle Programmierer haben ihre Programme rechtzeitig zum KDE-4-Release fertiggestellt. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Version 4.0 nicht für Otto Normalverbraucher gedacht ist, sondern den Entwicklern eine KDE-Version anbieten soll, die es erlaubt, die eigenen Programme ohne Probleme auf KDE 4 zu portieren.

Neben der KDE-PIM-Suite, die Teil der KDE-Hauptprogramme sind, fehlen drei Bekannte Zusatzprogramme aus dem Multimediabereich: Amarok, Digikam und Kaffeine. Amarok 2.0 steht bereits in den Startlöchern (Abbildung 9), und die Entwickler veröffentlichen regelmäßig Testversionen [1]. Diese sind aber nicht für Endbenutzer gedacht, sondern für alle, die beim Fehlersuchen und Weiterentwickeln mithelfen möchten. Mit einer ersten brauchbaren Version ist zum Erscheinen von KDE 4.1 zu rechnen.

Abbildung 9: Die Alpha-Version von Amarok 2.0 erlaubt bereits einen Blick auf das Design. Der freie Bereich in der Mitte ist für Plasma-Applets gedacht.

Etwas länger warten müssen Sie auf das KDE-Fotoverwaltungstool Digikam und auf den Media- und DVB-Player Kaffeine. Für Digikam planen die Entwickler, Version 0.10 Ende August 2008 zu veröffentlichen [2], bei Kaffeine ist Version 0.8.6 offiziell die letzte für KDE 3.x, auch hier arbeiten die Entwickler an einer neuen Version, die auf Phonon basieren aber auch viele Zusatzfeatures mitbringen soll, welche die Fähigkeiten von Phonon überschreiten [3]. Wann das neue Kaffeine erscheint, steht noch nicht fest.

Fazit

KDE 4 zu installieren und auszuprobieren, bereitet unter Kubuntu und OpenSuse keine Probleme. Die Desktopumgebung bringt allerdings noch nicht alle Programme mit, an die man von KDE 3.x gewöhnt ist, für einen Umstieg ist es deshalb noch zu früh. Generell lassen sich KDE-4-Anwendungen durch die zusätzlichen Beschriftungen und die Oxygen-Symbole einfacher bedienen, und die Einstellungsdialoge sind übersichtlicher. Spätestens dann, wenn auch die PIM-Programme sowie Amarok, Kaffeine und Digikam in einer KDE-4-Version vorliegen, lohnt sich der Umstieg auf den neuen Desktop definitiv.

Glossar

Widgets

Widget bedeutet auf Deutsch ungefähr Dingsbums und bezeichnet sämtliche grafischen Elemente, die auf einem Desktop vorkommen, wie Knöpfe, Checkboxen, Trenner, Reiter, Schaltflächen usw. Widget-Sets erleichtern die Programmierarbeit.

Infos

[1] Amarok2-Testversion: http://amarok.kde.org/de/node/393

[2] Digikam-Release-Plan: http://www.digikam.org/?q=about/releaseplan

[3] Kaffeine für KDE 4: http://kaffeine.kde.org/?q=node/20

[] Software zum Artikel auf CD: KDE 4.0.1 für Ubuntu und OpenSuse

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