Was es sonst noch so gibt

Die Themenstatistik verrät mit einer Tortengrafik, welche Sachgebiete Sie zuletzt aufgerufen haben. Über den Menüpunkt Persönlich können Sie einige Zusatzfunktionen nutzen. So lassen sich hier Notizen ablegen, Lexikonartikel mit einem Lesezeichen kennzeichnen und Weblinks ablegen.

Interessant ist der Zugriff auf so genannte "Mappen" (Abbildung 10): Das sind Artikelsammlungen zu einem bestimmten Thema. Unter einer Überschrift, beispielsweise "Computer-Entwicklungsgeschichte" sind mehrere Artikel zusammengestellt. Artikel aus einer Mappe rufen Sie über das persönliche Fenster auf. Das ist umständlich, wenn Sie noch weitere Artikel aus derselben Mappe lesen wollen. Zwar gibt es im Lexikon ein Listenfeld mit dem Mappeninhalt, nach jeder Auswahl landen Sie aber erst wieder im persönlichen Fenster. Markieren Sie hier den Artikel und bestätigen Sie mit einem Mausklick auf die Schaltfläche Artikel aufrufen. Die Inhalte einer Mappe können Sie ergänzen oder löschen sowie ihre Reihenfolge ändern.

Abbildung 10: Mappen fassen verschiedene Artikel zu einer Sammlung zusammen. Wer mag, kann eigene Mappen erstellen. Sie können auch das Lexikon um eigene Artikel und Notizen ergänzen.

Die Bezeichnungen der Export- und Importfunktion sind irreführend: Bei beiden steht nur das Brockhaus-eigene Format (.bpb)zur Verfügung. Es dient lediglich dazu, eigene Daten zu sichern, also selbst eingegebene Links, von Hand zusammengestellte Mappen, Artikel und Notizen. Das Kürzel bpb steht übrigens für "Brockhaus-Persönlich-Backup".

Zu den neuen Funktionen gehört die Möglichkeit, Audioinhalte auf einen iPod oder einen anderen MP3-Player zu übertragen. Dazu stehen eine ganze Reihe Artikel als MP3-Dateien zur Verfügung. In der Praxis funktioniert dies unter Linux leider nicht. Nur auf einem Umweg können Sie Dateien auf den Player ablegen: Dazu wählen Sie zuerst die gewünschten Audiodateien aus und legen sie unter Linux in einem eigenen Verzeichnis ab. Von dort übertragen Sie die Dateien dann (z. B. mit Amarok) auf den MP3-Player. Ist dessen Speicher groß genug, bringen Sie auf Wunsch gleich die ganze MP3-Bibliothek des Lexikons dort unter. Windows-Anwender können direkt aus dem Lexikon auf ihre iPods zugreifen. Für die Linux-Version hat man leider nicht an die Unterstützung des iPod-Dateisystems gedacht.

Wundern Sie sich bei den Audioinhalten aus der MP3-Bibliothek nicht die Sprachqualität: Die Artikel wurden über eine automatische Sprachausgabe konvertiert, weshalb sich ungewollt komische Inhalte ergeben – so heißt es statt "21,8 Mio. Quadratkilometer" in der Audiofassung "Einundzwanzig Millionen Komma Acht KM hoch zwei". Davon abgesehen sind die MP3-Texte gut verständlich.

Fazit

Für ein digitales Lexikon mit dem Wort "Premium" im Produktnamen wäre ein gedrucktes Handbuch angemessen, ebenso eine Installationsroutine für Linux. Fertige Pakete für Mandriva Linux und Ubuntu hätten auf der DVD noch Platz gefunden. Die Installation ist jedoch auch so für jeden Linux-Anwender zu bewältigen. Das digitale Lexikon ist sehr umfassend und damit eine gute Alternative zur gedruckten Ausgabe. Die Bedienung bleibt trotz der Fülle an Informationen leicht.

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