Tipp: Mit "gedit" in die Ferne schweifen

Gnomes Texteditor nimmt Sie mit in fremde Welten: Das Programm ermöglicht nicht nur die Bearbeitung von Dokumenten auf dem lokalen Rechner, sondern erlaubt auch Zugriff auf Maschinen im lokalen Netzwerk oder Internet. Den Zugriff erhalten Sie bequem über den Dialog Datei / Öffnen – nicht ganz offensichtlich ist, dass Sie Verbindungen zu entfernten Maschinen am besten vorher im Dateimanager Nautilus konfigurieren. So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie den Einrichtungsdialog zum Beispiel über das Menü Orte / Verbindung zu Server oder aus einem Nautilus-Fenster heraus über Datei / Mit Server verbinden.
  2. Wählen Sie zunächst die Art der Verbindung aus dem Drop-down-Menü Dienste-Typ. Hier stehen SSH, FTP (mit und ohne Zugangsbeschränkung), Windows-Freigaben, WebDAV (HTTP und HTTPS) sowie eine benutzerdefinierte Verbindung zur Verfügung.
  3. Um beispielsweise im lokalen Netzwerk über SSH auf einen anderen Linux-Rechner zuzugreifen, stellen Sie zunächst sicher, dass dort ein entsprechender SSH-Server läuft [1]. Nachdem Sie aus dem Drop-down-Menü SSH gewählt haben, tragen Sie ins Feld neben Server den Namen oder die IP-Adresse des Rechners ein. Optional entscheiden Sie sich für eine Port-Nummer (sofern diese vom Standard 22 abweicht), ein Startverzeichnis (Ordner), den Benutzernamen und einen Namen für die Verbindung.

  4. Abschließend klicken Sie auf Verbinden; das Dialogfenster geht zu, und auf dem Desktophintergrund liegt nun ein Symbol für die Verbindung.

Um jetzt mit gedit eine Datei auf dem entfernten Rechner zu bearbeiten, klicken Sie auf Öffnen. Im Dateiauswahldialog scrollen Sie auf der linken Seite im Bereich Orte nach unten. Dort gibt es jetzt auch einen Eintrag für den entfernten Rechner. Nach einem Klick darauf öffnet sich ein Dialogfenster, das Sie um Authentifizierung bittet (Abbildung 1). Nach dem Verbinden erscheinen die Verzeichnisse und Dateien im Auswahldialog, und Sie können eine Datei zur Bearbeitung aussuchen.

Abbildung 1: Geben Sie ins Dialogfenster das Passwort für den Account auf dem entfernten Rechner ein, um sich anzumelden.

Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, ob es sich um eine lokale oder entfernte Datei handelt. Wenn Sie den Mauszeiger allerdings über den Reiter bewegen, blendet gedit einen informativen Tooltip ein (Abbildung 2).

Abbildung 2: Was ist los im Texteditor? Wenn Sie den Mauszeiger oben über den Reiter bewegen, zeigt "gedit" unter anderem an, ob Sie lokal oder entfernt arbeiten.

Tipp: Schreibenden Zugriff für "gedit" über FTP

Der im vorherigen Tipp beschriebene Weg, über Nautilus konfigurierte Verbindungen für den Texteditor zu nutzen, schließt in der Standardeinstellung FTP-Verbindungen aus. Versuchen Sie, über das Netzwerk eine Textdatei auf einem entfernten Rechner über FTP zu bearbeiten, weigert sich gedit, Änderungen zu speichern – der Menüeintrag und die Schaltfläche der Werkzeugleiste sind ausgegraut. Der Grund dafür ist laut den Entwicklern die Instabilität dieser Funktion.

Wer es dennoch riskieren möchte, schaltet das Feature explizit wieder ein – der Weg führt über den Konfigurationseditor GConf ([Alt]+[F2] und Eingabe von gconf-editor). Hangeln Sie sich in der linken Baumansicht bis zum Punkt apps / gedit-2 / preferences / editor / save. Doppelklicken Sie rechts auf den Schlüssel writable_vfs_schemes, klicken Sie im folgenden Dialog auf Hinzufügen und geben Sie ftp ein. Bestätigen Sie über OK und verlassen Sie den Konfigurationseditor. Anschließend erlaubt gedit auch die Bearbeitung von Dateien auf einem FTP-Server (sofern Sie dort Schreibrechte besitzen).

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