Verwaltungsaufgaben

Eine Alternative zur Verbindungsaufnahme über die Quick-Connect-Werkzeugleiste ist der Servermanager. Sie erreichen diese praktische Lesezeichensammlung über das Datei-Menü. Für jeden FTP-Server legen Sie hier einen eigenen Eintrag (wahlweise mit Benutzername und Passwort) an und erreichen die Gegenstelle damit in Windeseile.

Klicken Sie auf den Button Neuer Server, geben Sie die Adresse ein und wählen Sie ein Protokoll (zum Beispiel FTP oder SFTP) aus. Auch bei Verbindungsart stehen verschiedene Möglichkeiten zur Wahl, zum Beispiel Anonym (anonymous FTP-Server) oder Normal. Für die zweite Variante müssen Sie einen Benutzernamen und das Passwort angeben. Wer das Kennwort nicht speichern möchte, wählt stattdessen Nach Passwort fragen als Verbindungsart. Praktisch ist darüber hinaus, dass Sie auf dem Reiter Erweitert Startverzeichnisse für den lokalen und den entfernten Rechner wählen können.

Schattenseiten

Leider speichert FileZilla sämtliche Kennwörter im Klartext auf der Platte – sowohl die vordefinierten aus dem Servermanager (Datei ~/.filezilla/sitemanager.xml) als auch die von Hand eingegebenen (~/.filezilla/recentservers.xml). Da FTP ohnehin ein unsicheres Protokoll ist und alle Daten im Klartext übers Netz wandern, ist das vielleicht zu verschmerzen; andere Clients, wie zum Beispiel NcFTP [6], bieten allerdings eine Kennwort-Verschlüsselung an.

In der aktuellen Version (zum Zeitpunkt des Artikels war das 3.0.8) hat FileZilla darüber hinaus Probleme mit den Filtereinstellungen (Ansicht / Datei-/Verzeichnisfilter). Im Test stürzte das Programm regelmäßig beim Versuch ab, einen Filter zu aktivieren oder zu bearbeiten.

Positiv fallen andere Features auf, zum Beispiel die Möglichkeit, Dateien auf entfernten Servern im eigenen Lieblingseditor zu bearbeiten. Klicken Sie dazu die entsprechende Datei mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Ansehen / Bearbeiten aus dem Kontextmenü – dann startet der in der Konfiguration festgelegte Texteditor. Nach dem Speichern der Änderungen fragt FileZilla nach, ob Sie die veränderte Datei zurück auf den Server laden möchten (Abbildung 4). Zur Sicherheit fragt der FTP-Client dann noch einmal nach, ob Sie die Datei auf dem entfernten Rechner überschreiben möchten – praktischer und sicherer geht's nicht.

Abbildung 4: Äußerst praktisch: Bearbeiten Sie Dateien auf FTP-Servern im heimischen Texteditor – den Upload übernimmt FileZilla.

Glossar

Nightly Builds

(deutsch: "nächtliche Erstellung") Diese Testversionen bieten erfahrenen Anwendern eine Möglichkeit, den aktuellen Entwicklungsstand der Software zu testen. Nightly Builds sollten mit entsprechender Vorsicht genossen werden; es kann durchaus zu Fehlern kommen.

Transfertyp

Übertragen Sie eine Datei per FTP im Binary-Modus, wird sie beim Transfer nicht verändert. Für reine Textdateien (ASCII) ist manchmal der ASCII-Modus besser, wenn die Rechner z. B. unterschiedliche Kodierungen für den Zeilenumbruch verwenden.

SFTP

Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um ein Mitglied der FTP-Familie. SFTP steht vielmehr für "SSH File Transfer Protocol" und gehört zu SSH (Secure Shell). FileZilla unterstützt SFTP; Voraussetzung ist wie bei scp, dass Sie einen Shell-Account auf dem entfernten Server besitzen und dort der SSH-Daemon läuft [5].

Anonymous FTP

Die meisten öffentlichen FTP-Server bieten diese Zugangsmethode an: Benutzer authentifizieren sich mit dem Benutzernamen anonymous oder ftp; ein Passwort ist nicht erforderlich, dennoch gehört es zum guten Ton, die eigene Mailadresse anzugeben. Im Gegensatz dazu verlangen andere FTP-Server (etwa von Webspace-Anbietern) meist die Authentifizierung mit Benutzername und Kennwort.

Infos

[1] Deutsche FileZilla-Webseite: http://www.filezilla.de

[2] Projektseite auf SourceForge.net: http://sourceforge.net/projects/filezilla/

[3] Nightly Builds von FileZilla: http://www.filezilla-project.org/nightly.php

[4] SSH und SSH-Schlüssel: Heike Jurzik, "Sicher senden", LinuxUser 07/2003, S. 81 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2003/07/081-zubefehl/

[5] Artikel zu SSH, SCP und SFTP: Heike Jurzik, "Aber sicher!", LinuxUser 03/2008, S. 84 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/03/084/

[6] NcFTP-Artikel: Heike Jurzik, "Transferleistung", EasyLinux 03/2004, S. 74 ff., http://www.easylinux.de/2004/03/074-ncftp/

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