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Der neue KDE-4-Dateimanager Dolphin

10.04.2008
KDE 4 sieht nicht nur besser aus als der Vorgänger, es bringt auch viele neue Programme mit. Eines der wichtigsten und zentralsten davon ist der Dateimanager Dolphin.

Verzeichnisse anzulegen, zu öffnen oder zu verschieben, gehört auf jedem Computer zum Grundhandwerk. Das für diese Aufgabe benutzte Programm muss sich einfach bedienen lassen und sollte möglichst schnell arbeiten. Diese Voraussetzungen erfüllt der neue Dateimanager von KDE 4 bestens, und er bringt darüber hinaus sehr interessante Zusatzfunktionen mit.

Auf einem Standard-Desktop von KDE 4 finden Sie Dolphin gleich doppelt vertreten. Ein Schnellstart-Icon sitzt links unten auf der Kontrollleiste neben dem Arbeitsflächenumschalter (Abbildung 1), das K-Menü führt den Dateimanager ebenfalls unter den Favoriten. Alternativ starten Sie Dolphin wie unter KDE 3 über [Alt]+[F2] und die Eingabe von dolphin.

Abbildung 1: Von links nach rechts: K-Menü, Arbeitsfläche anzeigen, Konqueror, Dolphin, Pager.

Ansichtsmodi

Dolphin zeigt in der Grundeinstellung die Dateien und Ordner Ihres Home-Verzeichnisses an. Ein zusätzlicher Reiter Orte bietet schnellen Zugriff auf Wechseldatenträger, den Mülleimer, das Netzwerk und das Wurzelverzeichnis (Abbildung 2). Per Drag & Drop fügen Sie der Seitenleiste weitere Einträge hinzu. Sämtliche Einträge der Orte-Leiste lassen sich per Rechtsklick ein- und ausblenden, ohne dass Sie dazu einen Eintrag entfernen müssten.

Abbildung 2: Der neue Dateimanager wirkt übersichtlicher und aufgeräumter als Konqueror.

Dolphin kennt drei verschiedene Ansichtsmodi: Symbole, Details und Spalten (Abbildung 2, grün markiert). Im Detailmodus sehen Sie auch die Größe der einzelnen Dateien sowie die Zugriffsrechte. Den Spaltenmodus kennen Sie vielleicht vom Dateimanager Finder unter Mac OS X. Er öffnet bei einem Klick auf ein Verzeichnis automatisch eine neue Spalte. Den gewählten Modus merkt sich Dolphin für jedes Verzeichnis separat, was sehr praktisch aber auch störend sein kann. Möchten Sie den Ansichtsmodus für sämtliche Verzeichnisse ändern, öffnen Sie den Dialog Einstellungen / Dolphin einrichten und markieren hier unter dem Punkt Ansicht die Option Für alle Ordner die gleiche Ansicht verwenden. Im Setup-Dialog ändern Sie auch Details zu den einzelnen Ansichtsmodi, zum Beispiel die Schriftart und die Symbolgröße. Für jeden Ansichtsmodus können Sie zudem die Vorschau ein- und ausschalten oder das Fenster teilen. Im Unterschied zu Konqueror teilt Dolphin Fenster nur senkrecht.

Der neue Dateimanager verzichtet auf eine Adresszeile und zeigt stattdessen für jedes geöffnete Verzeichnis ein Symbol an (Abbildung 3). Dies hat den Vorteil, dass Sie mit einem einzigen Mausklick mehrere Verzeichnisse zurückspringen können, bringt aber den Nachteil mit, dass Sie sich zum Wechseln in ein tief in der Hierarchie liegendes Verzeichnis zunächst durch alle Ordner hindurchklicken müssen.

Für erfahrene Benutzer, die auf der Tastatur schneller arbeiten als mit der Maus, steht die Adressleiste über [Strg]+[L] aber jederzeit zur Verfügung (Abbildung 4). So können Sie zum Beispiel auch die von Konqueror her bekannten KIO-Slaves wie smb:/, remote:/, audiocd:/ oder fish:/ nutzen, wobei letzteres in den Tests mit KDE 4.0.1 noch nicht zuverlässig funktionierte. Ob Dolphin mit oder ohne Adresszeile startet, bestimmen Sie unter Einstellungen / Dolphin einrichten / Allgemein / Starteinstellungen.

Abbildung 3: Dolphin zeigt für die geöffneten Verzeichnisse anstelle der Adresszeile klickbare Namenseinträge an.
Abbildung 4: Für erfahrene Nutzer steht die Adresszeile weiterhin zur Verfügung.

Funktionstasten

Seine Stärken spielt Dolphin vor allem im flexiblen Layout aus. So können Sie den Allrounder um zahlreiche Zusatzfunktionen erweitern, die Sie über die Funktionstasten [F1] bis [F12] erreichen. Mit [F1] öffnen Sie die Hilfe zum Programm, unter der aktuellen KDE-4-Version erschien darauf allerdings nur eine Fehlermeldung. Die Funktionstaste [F3] erstellt eine zweigeteilte Ansicht. Drücken Sie [F3] erneut, schließt Dolphin das nicht aktive Teilfenster. Über [F4] erscheint am unteren Fensterrand ein Terminalfenster im aktuellen Verzeichnis. Wählen Sie per Mausklick ein anderes Verzeichnis aus, wechselt die Konsole automatisch mit. [F5] ist traditionell mit der Funktion Neu laden/Ansicht auffrischen besetzt, das ist auch bei Dolphin so. Die Adresszeile aktivieren Sie mit [F6], ausschalten lässt sie sich allerdings nur über [Strg]+[L]. [F7] öffnet eine Liste mit sämtlichen Ordnern des Wurzelverzeichnisses. Sie beschleunigt bei entsprechender Fenstergröße die Navigation durch größere Verzeichnisse. Mit [F10] erstellen Sie einen neuen Ordner.

Eine der wichtigsten Neuerungen von Dolphin und KDE 4 zugleich erreichen Sie über [F11]. Im Informationsdialog zeigt das Programm die zur Datei verfügbaren Informationen an. Je nach Einstellungen und Grafikkarte zeigt Dolphin die Icons im Informationsdialog animiert an. Darunter können Sie einzelne Dateien bewerten und mit Kommentaren und Stichworten versehen, unabhängig davon, ob es sich bei der Datei um ein Bild, ein Office-Dokument oder ein Musikstück handelt. Leider sind noch nicht alle dieser Funktionen vollständig in Dolphin und KDE 4 integriert, so dass zurzeit nur die Schlagwortfunktion zuverlässig arbeitet. Die Tasten [F2],[F8] und [F12] sind nicht belegt.

Die Dialoge Orte ([F9]), Ordner ([F7]), Information ([F11]) und das Terminalfenster ([F4]) können Sie per Drag & Drop auch außerhalb des Dolphin-Fensters anordnen (Abbildung 5). Eine Kurzübersicht mit sämtlichen Kürzeln gibt die Tabelle "Die [Fn]-Tasten".

Die [Fn]-Tasten

[F1] Öffnet die Hilfe
[F2] Nicht belegt
[F3] Ansicht teilen/zusammenführen
[F4] Terminalfenster ein-/ausblenden
[F5] Fenster neu laden
[F6] Setzt den Cursor in die Adresszeile
[F7] Ordneransicht anzeigen/ausblenden
[F8] Nicht belegt
[F9] Orte anzeigen/ausblenden
[F10] Neues Verzeichnis erstellen
[F11] Informationsdialog ein-/ausblenden
[F12] Nicht belegt
Abbildung 5: Platz fürs Wichtigste: Die meisten Zusatzdialoge lassen sich auch außerhalb des Dateimanagerfensters anbringen.

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