Endlich Compiz

Zeit, sich die Fähigkeiten von Compiz etwas genauer anzuschauen. Starten Sie dazu über [Alt]+[F2] und den Befehl ccsm den CompizConfig-Settings-Manager, das Kontrollzentrum für Compiz-Fusion (Abbildung 1). Je nach benutzter Compiz-Version unterscheiden sich die Anzahl der angebotenen Effekte und das Setup leicht, die generelle Vorgehensweise ist aber identisch. Am linken Rand sehen Sie eine Übersicht der vorhandenen Kategorien. Per Klick auf einen Eintrag erscheinen in der rechten Fensterhälfte die zugehörigen Plug-ins: Jedes lässt sich per Mausklick auf das weiße Viereck vor dem Namen sofort aktivieren, ein zusätzliches Anwenden, wie bei KDE-Programmen üblich, ist nicht nötig. Möchten Sie zunächst weitere Informationen zu einem Plug-in erhalten, klicken Sie auf den Namen. Sie sehen dann je nach Modul mehrere in Reiter geordnete Dialogfenster. Darunter findet sich in der Regel auch ein Reiter Tastenkombinationen, der Ihnen verrät, mit welcher Tastenkombination Sie den gewünschten Effekt starten. Da die Tastenkombinationen mit [Alt] auf Linux-Rechnern normalerweise bereits belegt sind, arbeitet Compiz viel mit der Windows-Taste, die der Settings-Manager <super> nennt.

Abbildung 1: Die Schaltzentrale von Compiz-Fusion hält über 50 Plug-ins zur Auswahl bereit.

Die Zahl der Compiz-Plug-ins liegt inzwischen über 50, wobei sich einige Module gegenseitig ausschließen. Der Einstellungsmanager zeigt in diesem Fall einen Hinweis an. Um schnell ein bestimmtes Plug-in zu finden, geben Sie oben links ein Stichwort in das Suchfeld ein. Der CompizConfig-Einstellungsmanager reduziert dann die Darstellung auf die Module, die den Suchbegriff im Namen führen. Über Einstellungen unten links nehmen Sie generelle Änderungen an Compiz vor. Dazu gehören auch die Tastenkürzel für das Fensterverhalten, zum Beispiel [Alt]+[F4] für das Schließen eines Fensters oder [Alt]+[F2] für den Programmstarter (Abbildung 2).

Abbildung 2: In den "Einstellungen" können Sie die globalen Tastaturkürzel ändern.

Der bekannteste Effekt von Compiz ist der Würfel. Um ihn zu nutzen, müssen Sie die zwei Module Arbeitsfläche / Desktop-Würfel und Arbeitsfläche / Würfel drehen markieren. Ist das Plug-in aktiv, dreht sich der Desktop über [Strg]+[Alt]+[Pfeil rechts] um eine Seite nach rechts. Möchten Sie den Würfel frei drehen, halten Sie [Strg],[Alt] und die linke Maustaste gedrückt und fahren dann mit der Maus über den Bildschirm. Bei Ubuntu ist standardmäßig das Modul Desktop-Tafel aktiv. Um dort den Würfeleffekt nutzen zu können, müssen Sie die Desktop-Tafel ausschalten.

Einen schnellen Überblick über die auf den vier Arbeitsflächen vorhandenen Programmfenster bietet das Modul Expo. Es stellt sämtliche Desktops nebeneinander auf einer Fläche dar (Abbildung 3). Auf dieser Fläche können Sie einzelne Fenster per Drag & Drop auf eine andere Arbeitsfläche ziehen oder über die Pfeiltasten zu einem anderen Desktop wechseln. Zurück zum vollen Desktop gelangen Sie über einen Doppelklick oder [Eingabe].

Das von Mac OS X bekannte Exposé-Feature, das die Fenster einer Arbeitsfläche neben- und untereinander anordnet, finden Sie unter Fensterverwaltung / Skalieren. In der Grundeinstellung ist dafür die Tastenkombination [Umschalt]+[Alt]+[Pfeil hoch] eingerichtet, und das Exposé startet auch, wenn Sie die Maus in die obere rechte Bildschirmecke bewegen.

Abbildung 3: Die Expo-Funktion zeigt nicht nur alle Arbeitsflächen nebeneinander an, Sie können auch Fenster per Drag & Drop verschieben.

Action!

Von Mac OS und iTunes haben sich die Compiz-Entwickler zwei weitere Plug-ins abgeschaut: Den Shift Switcher und den Ring-Anwendungs-Umschalter. Sie finden beide Module unter Fensterverwaltung. Mit aktivem Shift Switcher präsentiert Ihnen Compiz sämtliche Fenster einzeln. Dazu drücken Sie [Win]+[Umschalt]+[S] und blättern dann mit [Pfeil rechts] oder [Pfeil links] zwischen den Fenstern. Per [Eingabe] wählen Sie aus, zu welchem Fenster Sie wechseln möchten (Abbildung 4). Soll Compiz nicht nur die Fenster der aktiven Arbeitsfläche anzeigen, sondern sämtliche Fenster, drücken Sie [Strg]+[Win]+[S].

Abbildung 4: Der Präsentierteller von Compiz blättert die aktiven Programme in 3D-Ansicht durch.

Ein ähnliches Resultat erhalten Sie mit dem Ring-Anwendungs-Umschalter, der über [Win]+[Tab] das traditionelle [Alt]+[Tab] ersetzt. Bei diesem Plug-in drehen sich die Fenster wie auf einem Karussell vor Ihrem Bildschirm.

Möchten Sie das Öffnen und Schließen von Fenstern etwas spannender gestalten, wählen Sie unter Effekte / Animationen einen von rund 20 Effekten aus oder aktivieren gleich den Zufallsmodus. Einer der beliebtesten Effekte, den es zudem nur für Linux gibt, ist das Compiz-Feuer. Sie finden es unter Effekte / Zeichne Feuer auf den Bildschirm. Halten Sie [Umschalt]+[Win]+[F] gedrückt, um auf dem Desktop Feuer zu legen oder sogar damit zu zeichnen (Abbildung 5). Im Hintergrund können Sie ganz normal weiterarbeiten. Um das Feuer wieder zu löschen, drücken Sie [Umschalt]+[Win]+[C].

Abbildung 5: Dem Feuer-Effekt können selbst hartnäckige Computer-Muffel nicht widerstehen.

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