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Brockhaus multimedial 2008

Nachschlagen am PC

Der Brockhaus multimedial ist in einer neuen Version erschienen. Neben mehr Lexikoneinträgen gibt es zusätzliche Nachschlagewerke und viele interessante Features. Die Premium-Version läuft auch unter Linux.

Der gedruckte Brockhaus verkauft sich nicht mehr gut, und der Verlag hat vor kurzem entschieden, keine Neuauflage mehr herauszugeben. Das liegt unter anderem daran, dass das Internet zu den meisten Begriffen ausführliche Informationen bietet (etwa über die freie Wikipedia). Die Anschaffungskosten einer digitalen Brockhaus-Ausgabe sind aber deutlich niedriger als die der Druckversion, so dass es durchaus attraktiv ist, einen digitalen Brockhaus zu erwerben. Wir haben die aktuelle Ausgabe des DVD-Lexikons getestet und verraten Ihnen, was es zu bieten hat.

Wissenssammlung

Die Anzahl der Stichworte des Lexikons ist ordentlich gewachsen: 19,5 Millionen Wörter kann der wissenshungrige Anwender nachschlagen und 260000 Artikel lesen. Die längeren Beiträge liegen auch als MP3-Dateien vor – wer nicht lesen mag, hört sie sich eben unterwegs auf dem MP3-Player an. Zudem gibt es eine Reihe zusätzlicher Nachschlagewerke auf der DVD, und neben den 60000 mitgelieferten Fotos ist der Zugriff auf weitere zwei Millionen Fotos im Internet möglich, welche die Nachrichtenagentur dpa bereitstellt. Dazu gesellen sich interaktive Anwendungen, ein Quiz und einiges mehr.

Der Brockhaus multimedia premium kostet knapp 90 Euro, die Standardversion (ohne "Premium"-Label) gibt es nur für Windows. Der Hersteller hat das Paket nur unter OpenSuse 10.2 getestet. Wir haben das Lexikon unter OpenSuse 10.2/10.3, Ubuntu 7.04 und Mandriva 2008.0 One getestet: Dort lief es ohne Probleme.

Das Programm erwartet einen Pentium III mit 700 MHz und 128 MByte RAM. Nach der Installation belegen die Lexikondateien 1,3 GByte auf der Platte. Das ist jedoch nur die Minimalinstallation, bei der das Programm ständig Daten von der eingelegten DVD nachlädt. Wollen Sie alle Dateien auf die Platte kopieren, sind dafür 5,1 GByte nötig. Sie brauchen außerdem einen aktuellen Browser mit Flash-Plug-in.

Die Wiedergabe der Multimedia-Inhalte funktioniert nur mit Zusatzpaketen: Mit einem Mandriva PowerPack oder einer OpenSuse-DVD haben Sie die Codecs für MP3-Dateien und MPEG-Filme bereits. Verwenden Sie eine andere Version, müssen Sie einige Pakete nachinstallieren. Im Dialog Konfiguration können Sie prüfen, ob alle Inhalte korrekt wiedergegeben werden. Im Test hatte keine Distribution Probleme mit den Flash-Inhalten. Unter Mandriva 2008.0 One war allerdings etwas Nacharbeit nötig, um auch MP- und Filmdateien wiederzugeben. Bei Ubuntu genügte es, das restricted-Paket über die Repositories zu installieren.

Abbildung 1: Zum Premium-Brockhaus gehören neben dem Lexikon noch viele weitere Nachschlagewerke, zum Beispiel "Der gläserne Mensch".
Abbildung 2: Im Planetarium können Sie gezielt nach Himmelsobjekten suchen oder sich mit der maus durch die Galaxie bewegen.

Die Installation

Die Installation des Brockhaus multimedial ist recht leicht: Die Linux-Version des Lexikons finden Sie auf der zweiten DVD. Dank des RPM-Pakets ist bei RPM-basierten Linux-Distributionen (darunter OpenSuse und Mandriva) nicht viel zu tun. Wenn Sie Ubuntu verwenden, müssen Sie einen kleinen Umweg in Kauf nehmen (siehe Kasten Installation unter Ubuntu).

Installation unter Ubuntu

Ubuntu verwendet das Debian-Paketformat und beherrscht von Haus aus nicht die Installation von RPM-Paketen. Sie müssen diese darum zunächst ins Debian-Paketformat konvertieren. Dabei hilft das Tool alien.

  1. Installieren Sie zunächst über den Paketmanager Synaptic das Tool alien nach.
  2. Legen Sie die Brockhaus-DVD ein. Ubuntu bindet sie automatisch ein und zeigt den Inhalt im Dateimanager an. Kopieren Sie die beiden RPM-Dateien in Ihr Home-Verzeichnis und wechseln Sie im Dateimanager dorthin.
  3. Öffnen Sie ein Terminalfenster (Konsole) und geben Sie den Befehl

    sudo alien -i *.rpm

    und auf die folgende Aufforderung Ihr Benutzerpasswort ein. Das Kommando wandelt die RPM-Pakete um und installiert sie auch gleich.

  4. Nach Abschluss der Installation starten Sie das Programm über den Befehl bmm. Wählen Sie nach Eingabe der Seriennummer die Inhalte aus, die Sie auf den Rechner kopieren wollen.

Nach der Installation finden Sie Brockhaus-Einträge im KDE- oder Gnome-Startmenü:

  • Ubuntu-Anwender Anwendungen / Büro den Brockhaus multimedia und den Brockhaus Atlas.
  • Wenn Sie OpenSuse verwenden, starten Sie das Lexikon im KDE-Menü unter Büroprogramme / Weitere Programme.
  • Bei Mandriva 2008.0 One heißt der KDE-Menüpfad nur Büro.

Beim ersten Start des Programms können Sie die Lexikoninhalte auf die Festplatte kopieren. Wenn Sie ausreichend Platz haben, sollten Sie hier einfach alles auswählen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Wählen Sie die Inhalte des Lexikons aus, die Sie auf Ihre Festplatte kopieren wollen.

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