Neben Dateiverwaltung, Computerkonfiguration, Webanwendungen und Officeprogrammen peppt KDE 4 auch den schnöden Büroalltag mit allerlei Spielen auf. Wer sich dann noch weiterbilden möchte, etwa über den Aufbau von Wassermolekülen oder in einer Fremdsprache, findet dazu auch auf dem KDE-Desktop eine Antwort. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl an Programmen und sagen Ihnen, was sich in KDE 4 getan hat.
Mit KDE 4.0 überarbeiteten die Entwickler vor allem das Aussehen der Oberfläche. Auch die Lernprogramme und Spiele erfuhren dabei ein Facelifting. Nur wenige neue Anwendungen fanden den Weg in die neue KDE-Version. Die Neuerungen stecken im Detail: So verwendet KDE mit Version 4 konsequent skalierbare Grafiken (SVG). Deren Darstellung erfordert Rechenleistung, erlaubt aber ein verlustfreies Skalieren. Praktisch bedeutet das, dass Icons und Anwendungsgrafiken im SVG-Format beliebig vergrößert werden können – z. B. wenn Sie die Fenstergröße ändern –, ohne dass es zu einem Qualitätsverlust kommt. Pixelige Grafiken gehören der Vergangenheit an. Damit die CPU dadurch nicht allzu sehr ins Schwitzen gerät, nutzt KDE 4 nun einen Pixmap Cache [1]. Er beschleunigt das Laden von Icons beim Start einer Anwendung und speichert die von einem Programm angeforderten Grafiken in einem schnellen Zwischenspeicher. Dieses Feature sorgt in erster Linie für den schnelleren Start einer Applikation. Daneben funktionieren die Anwendungen flüssiger. Entstanden ist der Pixmap Cache im Rahmen des Google Summer of Code 2007 [2].
Lernsoftware in KDE 4
Skalierbare Grafiken und der Pixmap Cache bringen grafische Highlights auf den neuen Desktop. Unter KDE 4 können Lernprogrammenund Spiele in einem kleinen Fenster oder vergrößert auf dem ganzen Bildschirm laufen; alle Grafiken passen sich der Größe an.
Im Bereich der Lernsoftware, die im KDE-Edu-Projekt zu Hause ist, sind drei Neuzugänge zu verzeichnen. Der Desktopglobus Marble [3], der Vokabeltrainer Parley und das Mathematikprogramm KAlgebra bereichern die ohnehin schon gut gefüllte Auswahl an Programmen, mit denen der wissenshungrige Anwender noch einiges dazulernt.
Weltanschauung mit Marble
Mit Marble gehen Sie auf Entdeckungsreise auf unserem Planeten. Wie groß sind die Braunkohlentagebaulöcher in der Lausitz, wo liegt Reykjavik und was gibt es in Tokyo alles zu sehen? Marble zeigt Ihnen die Geografie der Erde und weitere Informationen über Städte via Anbindung an Wikipedia [4]. Schieben Sie die Weltkugel nach Belieben mit der Maus, als wäre diese ein echter Globus auf Ihrem Schreibtisch (Abbildung 1). Zur Auswahl stehen vier Ansichten der Weltkugel: vom detaillierten Atlas, der Ansicht ohne geografische Details über den Blick auf die nächtliche Erde bis hin zur Satellitenansicht. Aber es muss nicht immer rund sein, denn eine plane Kartenansicht unterstützt die Anwendung auch.
Damit Sie nicht die Übersicht verlieren, bietet Marble eine detaillierte Legende. Entfernungen messen Sie, indem Sie zwei oder mehrere Knoten auf der Karte anlegen und Marble die Distanz berechnen lassen. Via GPS-Daten haben Sie die Möglichkeit, Wanderrouten zu planen oder zurückgelegte Strecken nachzuvollziehen. Den Vergleich mit Google Earth muss Marble aber fürchten, kann es doch eine so große Funktionsfülle wie Google Earth (noch) nicht anbieten
Ebenfalls neu in der KDE-Edu-Familie ist Parley. Es ging aus dem Vokabeltrainer Kvoctrain [5] hervor. Doch mit Parley lernen Sie nicht einfach nur eine Fremdsprache: Parleys Lernmethode, die so genannte Spaced Repetition (regelmäßiges Wiederholen), lässt sich auf weitere Anwendungsgebiete ausdehnen, wovon findige User Gebrauch machen. So lernen Sie auf der Schulbank Parleys neben anatomischen Begriffen und Gitarrennoten auch Hauptstädte sowie die Namen römischer Eroberer. All diese Lektionen importieren Sie als kvtml-Dateien [6], auch solche aus KDE 3. Die Anwendung ist Ihnen zudem beim Erstellen eigener Lerninhalte behilflich.
Parley sorgt für Abwechslung, indem es unterschiedliche Abfragemethoden bzw. Tests bereitstellt. Besonders interessant dürfte Multiple Choice sein, aber auch die mit Bildern unterstützten Lernkontrollen sind hervorzuheben (Abbildung 2).



