Das System einrichten

Die Linux-Distribution versucht vieles automatisch einzustellen. Das gelingt in der Regel auch ohne Probleme. Dennoch gibt es etwas nachzuarbeiten: Nach dem Einloggen gelangen Sie auf den Gnome-Desktop (Abbildung 4). In der linken oberen Bereich finden Sie das Programmmenü (Applications) und die Konfigurationseinstellungen (System). Ein Schnellstart-Symbol, mit dem Sie die Windows-Verzeichnisse zugreifen, ist bereits angelegt.

In den meisten Fällen erkennt das System die Netzwerkkarte korrekt und bindet diese richtig ein. Ist das bei Ihnen nicht der Fall, richten Sie diese über System / Systemverwaltung / Netzwerk nachträglich ein. Ist der Computer an einen schnellen Internetanschluss angeschlossen, bringen Sie das System nach der Installation auf am besten gleich auf den neuesten Stand. Öffnen Sie dazu den Dialog mit der Anzeige der Updates durch einen Klick auf das Update-Icon (rechts im oberen Panel) und bestätigen Sie die Auswahl der Pakete.

Abbildung 4: Der Ubuntu-Desktop sieht aufgeräumt und etwas leer aus. Für den Zugriff auf die Windows-Partition gibt es bereits ein Icon.

Ein Account für den Systemadministrator Root erstellt das System automatisch; der Benutzername dazu ist root. Das Passwort ist das gleiche, dass Sie im Installer für den Benutzeracccount eingegeben haben. Um ein anderes Passwort für den Admin festzulegen, wählen Sie System / Administration / Benutzer und Gruppen. Geben Sie das bisherige Passwort ein. Markieren Sie die Zeile root und klicken Sie auf Eigenschaften. Jetzt tragen Sie ein neues Passwort in das Eingabefeld Benutzerpasswort ein und bestätigen Sie es, indem Sie es unter Bestätigung erneut eingeben. Mit OK und Schließen beenden Sie den Dialog.

Wie Ihnen sicherlich aufgefallen ist, befinden sich auf dem Ubuntu-Image keine deutschen Sprachpakete. Möchten Sie diese nachträglich hinzufügen, wählen Sie den Eintrag Sprachunterstützung im Menü System / Systemverwaltung aus. Hier haben Sie die Möglichkeit, das Paket German zu installieren (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die deutsche Sprachunterstützung muss nachträglich hinzugefügt werden.

Sie haben mehrere Möglichkeiten, zusätzliche Anwendungen auf dem System zu installieren. Mit dem Standardpaketanwendung Synaptic, das Sie über den Menüeintrag System / Administration / Synaptic-Paketverwaltung aufrufen, sehen Sie alle verfügbaren Pakete (Abbildung 6). Diese sind übersichtlich in Gruppen einsortiert. Auf diese Weise finden Sie schnell das gesuchte Programm. Möchten Sie einen Bildbetrachter installieren, suchen Sie diesen in der Gruppe Grafik. Markieren Sie diese und scrollen Sie rechts durch die Liste der Anwendungen. Ein grünes Kästchen zeigt an, das es bereits installiert ist. Möchten Sie ein Paket installieren, klicken Sie mit der Maus in das Kästchen vor dem Paketnamen und wählen Sie aus dem Kontextmenü Zum Installieren vormerken aus. Haben Sie auf diese Weise alle gewünschten Pakete markiert, starten Sie die Installation mit einem Klick auf die Schaltfläche Anwenden. Synaptic zeigt jetzt die Programmpakete und zusätzlich benötigte in einer Zusammenfassung an. Abschließend klicken Sie auf Anwenden. Um die Paketabhängigkeiten brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Ubuntu prüft, welche Bibliotheken und Programmpakete notwendig sind und wählt bei Bedarf weitere Pakete aus.

Abbildung 6: Mit der Synaptic-Paketverwaltung fügen Sie zusätzliche Programmpakete hinzu oder entfernen nicht benötigte Anwendungen.

Finden Sie eine Anwendung nicht in der Paktliste, ist es möglich, dass Sie eine weitere Softwarequelle hinzufügen müssen. Über den Menüeintrag System / Administration / Software-Quellen richten Sie zusätzliche Paketquellen ein. Für die ersten Schritte mit Linux genügen jedoch die Programmpakete, die Sie in den vorgegebenen Quellen finden. Die in Klammer gesetzten Hinweise universe und multiverse weisen auf zwei weitere Paketquellen hin.

Eine weitere Möglichkeit, Pakete einzuspielen, finden Sie unter Anwendungen / Hinzufügen/Entfernen. Auch hier sehen Sie Programmpakete nach Gruppen aufgeteilt. Der Dialog ist einsteigerfreundlicher bietet aber nicht so detaillierte Informationen und Einstellungen. Es genügt, ein Häkchen in das Kästchen vor einem Paket zu setzen und die Auswahl mit OK zu bestätigen.

Aus rechtlichen Gründen fehlen der Distribution einige Komponenten. Das trifft vor allem die Multimediafähigkeit des Systems. Codecs für die Wiedergabe von Audio- und Videodateien, Flash-Wiedergabe und die Unterstützung von Java-Anwendungen sowie kommerzielle Browser-Plugins fehlen. Verzichten brauchen Sie dennoch nicht auf die Wiedergabe vom mp3-Dateien oder Videos in Microsoft-Formaten. Ubuntu in Zusammenspiel mit dem Gnome-Desktop besitzt ein ausgereiftes System zur Nachinstallation von Multimediacodecs. Versuchen Sie Videos und Musik in einem geschütztem Format mit dem Gnome-Player Totem abzuspielen, erkennt das das Programm und bietet Ihnen die Suche nach passenden Paketen und deren Installation an. Dabei greift der Paketmanager auch auf die Quellen universe und multiverse zu. In diesen finden Sie unter anderem auch Pakete, die nicht offiziell von Ubuntu unterstützt werden. Schauen Sie Webseiten mit Flash-Inhalt (z. B. YouTube) an, benötigen Sie das Paket flashplugin-nonfree.

Ubuntu von der Windows-Festplatte entfernen

Möchten Sie Ubuntu nicht mehr verwenden, starten Sie Windows und entfernen Linux über die Systemsteuerung. Die Deinstallation löscht auch den Eintrag im Windows-Startmenü.

  1. Wählen Sie unter Windows Start / Systemsteuerung.
  2. Doppelklicken Sie auf Software. Scrollen Sie nach unten und markieren Sie den Eintrag Wubi (Abbildung 7). Er umfasst das komplette Linux-Verzeichnis. Um Ubuntu zu entfernen, klicken Sie in der Systemsteuerung auf Ändern/Entfernen.
  3. Daraufhin startet das Tool für die Deinstallation von Wubi. Aktivieren Sie beide Backup-Optionen (Abbildung 8). Nur dadurch entfernt der Assistent das Ubuntu-Image und das virtuelle Verzeichnis. Bestätigen Sie den Vorgang abschließend mit Deinstallieren.

    Abbildung 7: Ubuntu-Linux wird in der Windows-Systemsteuerung als "Wubi" angezeigt. Wie ein normales Programm können Sie hier Linux von der Festplatte entfernen.
    Abbildung 8: Bei der Deinstallation von Ubuntu entscheiden Sie, ob Sie das ISO-Image und das virtuelle Verzeichnis behalten möchten oder nicht.

Haben Sie die beiden Optionen Backup der heruntergeladenen Dateien und Backup ubuntu documents im Deinstallationsdialog von Wubi deaktiviert, finden Sie auf Ihrem Windows-System ein Verzeichnis mit dem Namen wubi-save. Hier liegt das ISO-Image der Ubuntu-Installation und eine Sicherung des virtuellen Verzeichnisses. Aufgrund der Größe des virtuellen Linux-Ordners empfiehlt es sich, nach dem Entfernen die Windows-Partition zu defragmentieren.

Unter Windows Vista verfahren Sie ähnlich: Zuerst starten Sie Windows Vista. Öffnen Sie das Programmmenü und öffnen Sie die Systemsteuerung. Ganz links unten finden Sie die Kategorie Programme. Wählen Sie Programme deinstallieren. Ubuntu erscheint auch unter Vista mit dem Namen des Installers Wubi. Markieren Sie diesen Eintrag und klicken im Tabellenkopf auf Deinstallieren/ändern. Bestätigen Sie das Entfernen in der sich öffnenden Benutzerkontensteuerung mit einem Klick auf Fortsetzen.

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