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G statt K

Die Desktop-Umgebung Gnome

Einschließendes Oder

Die Entscheidung für einen der beiden Desktops schließt glücklicherweise nicht die Anwendungen des anderen aus. Die Initiative Freedesktop.org [10] sammelt Spezifikationen, die Gnome, KDE und andere Desktops vereinheitlichen sollen, damit sich Programme überall möglichst reibungslos integrieren. Das betrifft beispielsweise Panel-Applets: Diese MiniProgramme lassen sich häufig gleichermaßen in die Systemabschnitte von KDE und Gnome einbinden.

Auch den Desktop teilen sich beide Desktop-Umgebungen. Alle auf dem virtuellen Arbeitsplatz befindlichen Dateien und Verzeichnisse landen im Verzeichnis Desktop unterhalb des persönlichen Home-Verzeichnisses: Sie erscheinen an derselben Stelle, wenn Sie die jeweils andere Oberfläche verwenden.

Es spricht also nichts dagegen, Gnome-Anwendungen unter KDE einzusetzen; ebenso lassen sich lieb gewonnene KDE-Programme auch nach einem Wechsel zu Gnome weiterverwenden. Populäre Applikationen wie Firefox, Thunderbird und OpenOffice sind ohnehin unabhängig von der Desktop-Umgebung.

Der Nachteil beim Einsatz von Anwendungen der jeweils anderen Umgebung liegt vor allem im Speicherverbrauch: Wenn Sie unter KDE ein Gnome-Programm über die Paketverwaltung Ihres Systems installieren, spielt diese auch die wichtigsten Bestandteile des Gnome-Desktops ein, beispielsweise die Gtk-Bibliothek und GStreamer. Wenn Sie das Desktop-fremde Programm dann starten, lädt das Betriebssystem die dazu notwendigen Bibliotheken in den Arbeitsspeicher, was Rechenzeit und Ressourcen verbraucht. Dasselbe gilt auf der anderen Seite: Starten Sie unter Gnome ein KDE-Programm, liest das System zur grafischen Darstellung die Qt- und die KDE-Bibliotheken ein, was den Arbeitsspeicher um mehrere Hundert Megabyte zusätzlich belasten kann.

Glossar

GUI

(Abkürzung für Graphical User Interface, deutsch: "grafische Benutzerschnittstelle") Wird als Synonym für "grafische Oberfläche" verwendet und bezeichnet den Teil einer Software, der über Fenster, Menüs und andere grafische Elemente mit dem Anwender kommuniziert.

Bibliothek

Eine Programm- oder Klassenbibliothek stellt eine Anzahl von Programmfunktionen zur Verfügung, auf die Anwendungsentwickler zurückgreifen können, um die von der Bibliothek zur Verfügung gestellten Funktionen nicht selbst schreiben zu müssen.

Theme

(deutsch etwa: "Leitmotiv", "Thema") Im Desktop-Bereich eine Sammlung von Konfigurationseinstellungen, die das Gesamtbild der Oberfläche bestimmen, darunter die Farbgebung, die Form der Fensterränder und das Aussehen von Icons.

XML

Die Extensible Markup Language (deutsch: "erweiterbare Auszeichnungssprache") ist ein Format, in dem sich beliebige Daten strukturiert speichern lassen. Frei definierbare Tags, die denen aus der Websprache HTML ähneln, legen diese Struktur fest und kennzeichnen die Daten.

Codecs

(Abkürzung für Coder/Decoder) Lesen in einem bestimmten Format verpackte Daten aus und ermöglichen Anwendungen, diese wiederzugeben. Beispielsweise spielt ein Musikwiedergabeprogramm mit Hilfe eines MP3-Codecs MP3-komprimierte Dateien ab, ein Video-Player mit entsprechendem Codec MPEG-Videos.

Accessibility

(deutsch: "Zugänglichkeit") Dieser Aspekt der Software-Entwicklung beschäftigt sich damit, Anwendungen auch für Menschen benutzbar zu machen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen oder Behinderungen bestimmte herkömmliche Ein- und Ausgabemittel nicht einsetzen können.

Braille-Zeilen

Ein Gerät, das sich an den Computer anschließen lässt und Texte in der Braille-Schrift darstellt. Dabei handelt es sich um eine auf Punktmustern basierende und damit fühlbare Schrift, mit der auch blinde Menschen Texte lesen können.

Infos

[1] KDE: http://www.kde.org

[2] Gnome: http://www.gnome.org

[3] Xfce: http://www.xfce.org

[4] Qt: http://http://trolltech.com/products/qt

[5] Gtk: http://www.gtk.org

[6] Gimp: http://www.gimp.org

[7] Xine: http://www.xinehq.de

[8] Amarok: http://amarok.kde.org

[9] Dasher-Artikel: Heike Jurzik, "Hände hoch", LinuxUser 10/2003, S. 56 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2003/10/056-dasher/

[10] Freedesktop.org http://www.freedesktop.org

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