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G statt K

Die Desktop-Umgebung Gnome

Konfiguration

Statt mit eineme zentralen Kontrollzentrum wie bei KDE konfigurieren Gnome-Benutzer ihren Desktop über eine Vielzahl von Dialogfenstern, die im Menü System zu finden sind. Bei ihrer Unterteilung in Einstellungen und Systemverwaltung gilt als Grundregel: Die erstgenannte Kategorie enthält Optionen, die lediglich den Benutzer betreffen und die er folgerichtig auch ohne Systemverwaltungsrechte verändern darf. Punkte, die sich auf das ganze System auswirken, stehen unter Systemverwaltung.

Die Benutzereinstellungen ermöglichen vor allem die Konfiguration von Äußerlichkeiten und Verhaltensweisen des Desktops. Beispielsweise wählt der User im Dialog Erscheinungsbild (Abbildung 4) das Theme, das Hintergrundbild sowie die Schriftarten und -größen aus. Auch das Menü, die akustischen Signale, die Energieverwaltung von Laptops, die Tastaturbelegung, Tastenkombinationen sowie die bevorzugten Anwendungen zum E-Mailen und Web-Surfen legt der Benutzer im Einstellungen-Menü fest.

Abbildung 4: Unter Gnome gibt es statt eines zentralen Kontrollzentrums zahlreiche Dialogfenster zur Konfigurationen einzelner Aspekte wie hier des Desktop-Erscheinungsbilds.

Im Abschnitt Systemverwaltung liegen für gewöhnlich Einstellungsoptionen, die sich nur mit Administratorrechten verändern lassen, weil sie die Funktionalität des Systems beeinträchtigen können. Oftmals gibt es hier einen Zwischenbereich wie bei der Druckerverwaltung; ob gewöhnliche Anwender beispielsweise Drucker hinzufügen und löschen oder nur deren Einstellungen ändern dürfen, hängt von der Systemkonfiguration ab, die die verwendete Linux-Distribution vorgibt.

Manuell

Während die Gnome-Einstellungsdialoge durchaus zahlreich sind und die Veränderung der meisten Desktop-bezogenen Einstellungen ermöglichen, kommt das Prinzip, weniger wichtige Optionen gar nicht anzuzeigen, eher bei den Gnome-Anwendungen zum Zuge. Um auch diese zugänglich zu machen, ist ein Ausflug in die der gesamten Gnome-Konfiguration zugrundeliegende Registry-artige Anwendunge GConf notwendig.

GConf verwaltet eine Vielzahl einzelner Konfigurationsdateien im XML-Format, die die Einstellungen des Desktops und der einzelnen Anwendungen speichern. Beim Gnome-Start liest GConf systemweite und benutzerspezifische Einstellungen aus diesen Dateien ein und fügt sie zu einer so genannten GConf-Ressource zusammen.

Im Aufbau ähnelt eine GConf-Ressource der Windows-Benutzern bekannten Registry. Zum Durchstöbern und Verändern gibt es einen Konfigurationseditor (Abbildung 5). Sie starten ihn über ein Schnellstartfenster ([Alt]+[F2]), in das Sie gconf-editor eingeben.

Abbildung 5: Der Konfigurationseditor zeigt die GConf-Struktur an. Mit diesem Konfigurationssystem verwalten Gnome und seine Anwendungen ihre Einstellungen.

Der linke Fensterbereich des Konfigurationseditors unterteilt die zahlreichen Optionen in vier Grundkategorien: apps (Anwendungen), desktop, system und schemas. Letzte enthält jedoch keine Konfigurationsdaten, sondern lediglich eine Liste der möglichen Einträge.

Die anderen Bereiche durchstöbern Sie nach einem Klick auf die neben den Einträgen stehenden Pfeile. Damit öffnen Sie eine Baumansicht, durch deren Äste Sie an die Einstellungen der Anwendungen und Desktop-Aspekte gelangen. Abbildung 5 zeigt beispielsweise den Weg zum Abschnitt /apps/epiphany/general, der die allgemeinen Optionen von Epiphany enthält.

Um einen bestimmten Punkt im GConf-Editor zu finden, empfiehlt sich der Einsatz der Suchfunktion über den Menüpunkt Bearbeiten | Suchen oder die Tastenkombination [Strg]+[F] ("find"). Im erscheinenden Dialog geben Sie beispielsweise den Namen einer Anwendung ein, woraufhin Sie im unteren Fensterbereich eine Liste aller relevanten Einstellungen vorfinden.

Wenn Sie im linken Fensterbereich einen Ast anklicken, erscheint rechts eine Liste der verfügbaren Optionen. Sie enthält sowohl die direkt über die grafische Oberfläche konfigurierbaren als auch darüber hinausgehende Einstellungen. Das Beispiel aus Abbildung 5 zeigt die Option middle_click_open_url von Epiphany, die bestimmt, ob der Webbrowser eine im Zwischenspeicher liegende Webadresse öffnet, wenn der Benutzer mit der mittleren Maustaste ins Epiphany-Fenster klickt. Außerhalb des Konfigurationseditors gibt es keine Möglichkeit, diese Option anzupassen.

Im Bereich Schlüssel-Dokumentation erhalten Sie in den Feldern Kurzbeschreibung und Ausführliche Beschreibung Informationen über die Auswirkung der momentan markierten Option. Von ihrem Zweck hängt natürlich auch ab, ob sie sich lediglich ein- und ausschalten lässt oder ob sie die Eingabe eines Zahlenwerts oder eines Textes erfordert.

Zu beachten ist, dass im Konfigurationseditor vorgenommenen Änderungen normalerweise sofort wirksam und gespeichert werden. Auch eine Undo-Funktion fehlt dem Programm, Änderungen lassen sich also nicht Schritt für Schritt rückgängig machen. Schon deshalb empfiehlt es sich, den Konfigurationseditor nur einzusetzen, um anderweitig nicht einstellbare Optionen zu verändern.

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