Distanzen messen

Neben diesen Grundfunktionen bietet Marble ein paar interessante Features. So können Sie zum Beispiel die Distanz zwischen zwei beliebigen Punkten messen, indem Sie für die zwei Punkte je einen Kontrollpunkt markieren. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ausgangspunkt und wählen Sie Add Measure Point.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Zielpunkt und wählen Sie hier ebenfalls Add Measure Point.

Marble zieht nun zwischen den zwei Punkten eine rote Linie und zeigt Ihnen in der oberen linken Ecke der Karte eine kleine Box mit dem Eintrag Total Distance an. Über weitere Messpunkte können Sie die Strecke nach Belieben erweitern. Es ist allerdings nicht möglich, die Strecke nachträglich zu ordnen oder zu ändern. Haben Sie sich bei einem Punkt vertan, müssen Sie sämtliche Marker neu setzen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Abschnitt der Karte und wählen Remove Measure Points.

GPS-Daten importieren

Obwohl es für Marble zurzeit nur eine einzige Weltkarte gibt, können Sie teilweise Kartenmaterial in das KDE-Programm importieren. Dazu liest Marble die GPS-Informationen von GPX- und KML-Dateien aus. Beim GPX-Format handelt es sich um einen offenen Standard zur Speicherung von GPS-Daten.

GPX-Dateien enthalten keine fertigen Landkarten sondern nur Informationen zu einzelnen Punkten. So können Sie zum Beispiel eine Wanderroute oder die Fahrten des Kolumbus als GPX-Datei in Marble importieren. Öffnen Sie dazu den Menüpunkt File / Open Map und wählen Sie im unteren Bereich des Importfensters unter Files of type den Eintrag GPS Data (*.gpx) aus. Der KDE-Dateidialog zeigt Ihnen nun an, welche Dateien Marble einlesen kann. GPX-Dateien finden Sie auf mehreren Sites im Internet, wir testeten Karten von [2].

KML ist die Abkürzung für die Keyhole Markup Language, die Google für seine eigenen Karten entworfen hat und die auch Marble intern nutzt. Sie können somit Kartenteile aus Google in Marble importieren. Wie Sie zu den entsprechenden KML-Dateien kommen, verrät der Kasten "Export aus Google". Auch hier liest Marble allerdings nur die einzelnen Koordinaten ein, keine kompletten Karten. In den Tests erstellten wir auf Google Maps [3] ein Datenset mit der Route München-St.Gallen (Abbildung 2) und importierten diese in Marble. Das Ergebnis zeigt Abbildung 3. Bevor Sie uns nun einen Leserbrief schreiben, dass sich St. Gallen nicht am Bodensee und Bregenz nicht am Rande Vorarlbergs befindet: Hier handelt es sich um einen Fehler im Kartenmaterial von Marble. Wechseln Sie unter Map View den Ansichtsmodus von Atlas zu Satellite View stimmen die Koordinaten hingegen.

Abbildung 2: Auf Google Maps erstellte Karten mit Messpunkten, Linien und Flächen lassen sich als KML-Dateien exportieren.
Abbildung 3: St.Gallen am Bodensee: Die importierte KML-Datei passt nicht genau zum Kartenmaterial von Marble.

Export aus Google

Wenn Sie einen Google-Account besitzen, können Sie auf http://maps.google.de über den Reiter Meine Karten eigene Landkarten erstellen und Routen planen. Dazu wählen Sie eines der drei Elemente (Ortsmarke, Linie, Form) und fügen es per Mausklick der Google-Karte hinzu. Beim Hinzufügen erscheint jeweils ein neues Dialogfenster. Hier geben Sie dem Element einen Namen und eine Beschreibung. Marble wertet diese Informationen aus und zeigt sie ebenfalls an. Für den Export klicken Sie in Google Maps auf URL zu dieser Seite und kopieren den Link in ein neues Browserfenster. Bevor Sie die URL öffnen, müssen Sie die Adresse um den Zusatz &output=kml ergänzen. Haben Sie alles richtig gemacht, zeigt der Browser nach dem Betätigen der Eingabetaste den Dialog zum Speichern einer Datei an und Sie können die KML-Datei auf Ihrem Rechner sichern.

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