KDE fordert sehr viele Ressourcen – das weniger bekannte Xfce hingegen benötigt nur wenig Arbeitsspeicher und gibt sich auch mit einem älteren Prozessor zufrieden. Gleiches gilt für so manchen Window Manager. Die Installation einer Desktopumgebung oder eines Window Managers ist in der Regel sehr leicht. Sie finden die benötigten Pakete auf den Medien der Distribution und in den Internet-Paketquellen. Mit einem Paketmanager bringen Sie die gesuchten Pakete auf Ihre Festplatte. Bibliotheken und andere Pakete, die zusätzlich benötigt werden, meldet das Installationstool.

Bei OpenSuse wählen Sie bei der Installation zwischen den Desktopumgebungen KDE und Gnome. Ubuntu verwendet standardmäßig Gnome. Eine Ausnahme ist Kubuntu. Hier setzt man auf KDE. Bei Mandriva wird ebenso KDE verwendet.

Window Manager nachrüsten

Anwender von OpenSuse können zusätzliche Window Manager ganz einfach über das Administrationstool YaST installieren:

  1. Legen Sie die OpenSuse-DVD ein und starten Sie YaST über System / YaST. (Unter OpenSuses Standardmenü wechseln Sie dazu ins Register Computer und klicken ganz oben auf Systemeinstellungen YaST.) Nun müssen Sie das Passwort des Administrators eingeben.
  2. Im sich öffnenden YaST-Hauptfenster wählen Sie links Software und dann rechts Software installieren oder löschen, um den Paketmanager zu starten. Er liest die Daten der verfügbaren und bereits installierten Pakete ein.
  3. Stellen Sie das Auswahlfeld Filter auf Paketgruppen. Nun finden Sie links eine Liste der verfügbaren Gruppen vor. Die Window Manager und Desktopumgebungen befinden sich in der Gruppe GUI (Graphical User Interface, deutsch: Grafische Benutzerschnittstelle). Die Desktopumgebungen und Window Manager sind in verschiedene Untergruppen einsortiert, Xfce finden Sie in der gleichnamigen Paketgruppe (Abbildung 1) und Window Manager in der Gruppe Andere.

    Abbildung 1: Bei OpenSuse wählen Sie die Programmpakete mit YaST. Dank der Einteilung in Kategorien sind die gesuchten Pakete schnell gefunden.
  4. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit einem Mausklick auf Anwenden, meldet YaST, welche Pakete neben den ausgewählten installiert werden müssen (Abbildung 2). Klicken Sie auf Fortfahren, um den Vorgang abzuschließen.

    Abbildung 2: OpenSuse überprüft vor der Installation die Paketabhängigkeiten, meldet, welche Pakete noch fehlen, und wählt diese automatisch aus. Nach dem Bestätigen werden alle Pakete eingespielt.

Wenn Sie Ubuntu verwenden, können Sie Pakete auf verschiedene Art und Weise installieren. Über Anwendungen / Hinzufügen/Entfernen erreichen Sie lediglich die Desktopumgebung Xfce. Rechts oben in dem Listenfeld wählen Sie Alle verfügbaren Anwendungen. Markieren Sie links den Eintrag Alle und scrollen Sie nach unten. Nun können Sie die Desktopumgebung und einige Zusatzpakete auswählen.

Mit dem Synaptic Paket Manager stehen Ihnen weitere Pakete für Xfce zur Verfügung. Suchen Sie einfach nach der Desktopumgebung, scrollen Sie in der Liste nach unten und wählen Sie die gewünschten Pakete zur Installation aus. Ubuntu lädt die Pakete von verschiedenen Quellservern und löst Paketabhängigkeiten automatisch auf.

Unter Mandriva Linux starten Sie die Paketverwaltung über Install & Remove Software aus dem KDE-Menü. Beim ersten Aufruf erscheint ein Assistent. Folgen Sie diesem Schritt für Schritt: Er hilft beim Einrichten der Softwarequellen. Das Tool lädt eine Liste verschiedener Spiegelserver, aus der Sie einen Server wählen, der sich in Ihrer Nähe befindet. Es dauert ein wenig, bis die Liste der verfügbaren Pakete auf Ihren Rechner geladen ist.

Links im Paketmanager sehen Sie die verschiedenen Kategorien, in die alle Pakete einsortiert sind. Klappen Sie die Liste Grafische Oberflächen auf. Nun können Sie Xfce, WindowMaker, Enlightenment und andere Window Manager auswählen (Abbildung 3). Auch hier werden die Abhängigkeiten automatisch aufgelöst. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit Anwenden. Der Paketmanager installiert dann die gewählten Pakete.

Abbildung 3: Der Paketmanager von Mandriva 2008 bietet eine reiche Auswahl verschiedener Window Manager.

Bei einem Window Manager benötigen Sie meist nur wenige Pakete: Es genügen in der Regel das eigentliche Programm, eine passende Bibliothek, ein Paket mit Themes und ein Konfigurationstool. Der Paketmanager sorgt dabei für das Auflösen der Paketabhängigkeiten. Sie bestätigen die Auswahl und starten die Installation. Konfigurationstools gibt es leider nicht für jeden Window Manager: Bei einigen ist es notwendig, Konfigurationsdateien im Editor anzupassen.

Etwas umfangreicher fällt die Auswahl der notwendigen Pakete bei der Desktop-Umgebung Xfce aus: Ähnlich wie bei KDE und Gnome erhalten Sie hier nicht nur eine grafische Oberfläche für Ihre Arbeit auf dem Desktop, sondern auch eine kleine Auswahl nützlicher Zusatztools. Mit Plug-ins können Sie diese sogar noch erweitern.

Nicht auf allen aktuellen Linux-Distriutionsmedien sind sämtliche Window Manager zu finden. Wir haben unter OpenSuse die meisten Pakete von DVD installiert, nur einen Window Manager holte YaST von einem Server. Anders lief es bei Mandriva Linux und Ubuntu: Hier wurden beinahe alle Window Manager und die Pakete der Desktopumgebung Xfce über das Internet installiert. Unterschiede gab es auch bei der Verfügbarkeit verschiedener Window Manager und den Versionsnummern der Pakete. Tabelle 1 zeigt eine Übersicht.

Tabelle 1: Xfce und ausgewählte Window Manager

Window Manager OpenSuse 10.3 Mandriva 2008 Ubuntu Webseite
Xfce 4.4.1-65 4.4.1-8 4.4.1 http://www.xfce.org/?lang=de
Window Maker 0.92.0-107 0.92.0-11 0.92.0-6.1 http://www.windowmaker.info/
Enlightenment 0.16.8.1-100 *) 0.16.999.041-1 0.16.7.2-5 http://www.enlightenment.org/
fvwm2 2.5.21-69 2.5.21-1 http://www.fvwm.org/
Blackbox 0.70.1-96 0.70.1-8 0.70.1-1.1 http://blackboxwm.sourceforge.net/
*) Steht nach dem Einbinden zusätzlicher Repositories zur Verfügung.

Window Manager fehlt? Repositories

Ein Repository ist eine Downloadquelle im Internet, die Pakete für Ihre Linux-Distribution enthält. Je nach Distribution sind einige Server bereits im Paketmanager eingetragen, andere müssen Sie hinzufügen. Sie wählen anschließend die Pakete aus und installieren sie. Auch hier lösen die Tools Abhängigkeiten automatisch auf.

Als OpenSuse-Anwender starten Sie YaST, wechseln in die Kategorie Software und klicken auf Community/Repositories. Dann erscheint eine Liste verfügbarer Installationsquellen. Markieren Sie hier einen Eintrag, sehen Sie eine kurze Beschreibung der Quelle und erfahren so z. B., ob die Softwarequelle eher für erfahrene Anwender oder Linux-Einsteiger geeignet ist und welche Inhalte sie bereitstellt. Mit einem Klick in das vor einer Quelle stehende Optionskästchen wählen Sie diese aus. Auf diese Weise sollten Sie das Haupt-Update Repository und das Haupt Repository (Opensource Software OSS) wählen. Um aktuellere Pakete für die Desktopumgebung Xfce zu erhalten, aktivieren Sie außerdem openSUSE BuildService XFCE. Nach einem Klick auf Beenden liest YaST die neuen Quellen ein – das kann einige Minuten dauern.

Ubuntu bietet auf seinen Installationsmedien nur Xfce als Alternative an. Weitere Window Manager gibt es in den Ubuntu-Repositories, die Sie jedoch nicht einrichten müssen, weil sie bereits vorgegeben sind. Unter Mandriva Linux wählen Sie beim ersten Einsatz des Paketmanagers einen Spiegelserver – mehr ist hier nicht zu tun.

Window Manager beim Login wählen

Nach der Installation wählen Sie den neuen Window Manager oder die Desktopumgebung Xfce bequem am Login-Bildschirm aus – Sie sollten jedoch Linux so eingerichtet haben, dass das System Sie nicht automatisch anmeldet. Werden Sie doch automatisch eingeloggt, erreichen Sie den Login-Bildschirm auch, indem Sie KDE mit Aktuelle Sitzung beenden bzw. Gnome mit System / Beenden und einem Klick auf Abmelden verlassen.

Klicken Sie am Login-Bildschirm auf Sitzungsart. Ubuntu-Anwender wählen Einstellungen / Sitzung wählen. Aus der Auswahlliste wählen Sie nun Xfce oder den Window Manager, den Sie verwenden wollen. Wundern Sie sich nicht darüber, dass Enlightenment trotz Nachinstallation in der Liste fehlt: Er verbirgt sich hinter der Bezeichnung E16.

Mit [Eingabe] bestätigen Sie die Auswahl. Bevor nun der neue Window Manager startet, fragt Sie der Login-Manager eventuell noch, ob er sich Ihre Auswahl merken soll. OpenSuse fragt nicht, sondern übernimmt die Auswahl automatisch als neuen Standard.

Desktopumgebung Xfce

Xfce ist eine komplette Desktopumgebung und spielt damit prinzipiell in derselben Liga wie KDE und Gnome. Neben dem reinen Window Manager, der die Programmfenster mit Rahmen und Buttons versieht und auch virtuelle Desktops erzeugt, erhalten Sie eine Reihe zusätzlicher Tools und Funktionen, welche die Arbeit erleichtern. Xfce benötigt weniger Speicher als KDE oder Gnome und empfiehlt sich damit auch für ältere und schwächere Rechner. Die aktuelle Version ist Xfce 4.4.2. Anwender der Ubuntu-Variante Xubuntu müssen diesen Desktop nicht extra installieren und auswählen, da Xfce dort der Standarddesktop ist.

Beim Start erscheinen ein Kasten mit Tipps und Tricks, eine Reihe von Desktop-Icons und zwei Taskleisten (Abbildung 4). Entfernen Sie das Häkchen aus dem Fenster Tipps und Tricks und klicken Sie auf Schließen, um künftig auf die Anzeige dieser Tipps zu verzichten.

Abbildung 4: Der Desktop von Xfce enthält bereits eine Reihe von Symbolen für den Start verschiedener Anwendungen und andere wichtige Funktionen.

Auf dem Desktop finden Sie Firefox- und OpenOffice-Icons, sofern diese Programme installiert sind. Dazu gibt es Icons für den Inhalt des Mülleimers, das persönliche Verzeichnis, das Dateisystem, das Diskettenlaufwerk, die Druckerwarteschlange und den Arbeitsplatz. Je nach Distribution und installierten Programmen kann die Liste der Icons geringfügig abweichen.

Am oberen Rand der Oberfläche finden Sie das Symbol Fenster verstecken und Arbeitsfläche anzeigen und die Schaltflächen zum Wechsel auf die verschiedenen virtuellen Arbeitsflächen. Mit Ersterem minimieren Sie alle Fenster und sehen dann nur den Desktop. Das ist nützlich, wenn Sie z. B. ein verdecktes Icon erreichen wollen.

Die Taskleiste am unteren Rand ist die Schaltzentrale des Desktops (Abbildung 5). Das erste Icon öffnet das Programmmenü von Xfce. Daneben gibt es Icons für ein Terminalfenster, einen Editor und den Xfce-Dateimanager. Ein Klick auf die Kugel daneben startet den Webbrowser, in der Regel Firefox. Das Symbol mit dem grünen Männchen (in anderen Versionen mit einer geöffneten Tür) beendet Xfce. Ganz rechts gibt es noch eine kleine Uhr.

Abbildung 5: Die Xfce-Taskleiste enthält das Programmmenü und andere wichtige Tools.

Das Programmmenü von Xfce lässt keine Wünsche offen (Abbildung 6): Alle installierten Anwendungen und Tools sind in Gruppen sortiert, was bei der Suche nach einem Programm hilft. Anwendungen und Tools, die Xfce nicht einsortieren konnte, legt es unter Andere ab: Diese Kategorie ist etwas umfangreicher ausgefallen. Wenn Sie erfahren im Umgang mit Xfce sind, können Sie den Inhalt in andere oder eigene Kategorien einsortieren und so etwas Ordnung schaffen. Über Einstellungen erreichen Sie verschiedene Tools für die Konfiguration des Systems. Was bei KDE Kontrollzentrum heißt, nennt Xfce Einstellungsmanager: Ihn stellt der Abschnitt Xfce einrichten vor.

Abbildung 6: Das Programmmenü von Xfce ist so gestaltet, das alle Programme und Tools schnell gefunden werden. Einzig die Kategorie "Andere" ist recht vollgestopft.

Thunar ist der Dateimanager von Xfce (Abbildung 7). Ihn starten Sie über die Taskleiste der Desktopumgebung (viertes Symbol von links), das Programmmenü oder eines der Desktop-Icons Dateisystem und Persönliches Verzeichnis. Thunar ist recht schnell. Bilddateien zeigt er mit einem verkleinerten Vorschaubild an. Die Größe dieser Vorschaubilder (oder generischer Dokument-Icons für andere Formate) ist über [Strg] und das Mausrad skalierbar. Links finden Sie wichtige Ziele und in der Kopfleiste den Pfad zum aktuellen Verzeichnis, wobei Sie über Buttons direkt mehrere Verzeichnisebenen nach oben springen können. Schließen Sie eine externe Festplatte oder einen USB-Stick an, sehen Sie dessen Bezeichnung in der Navigationsleiste von Thunar; das Gleiche gilt für eingelegte CDs und DVDs. Die Bedienung von Thunar ist leicht und stellt auch wenig erfahrene Anwender vor keine unlösbaren Herausforderungen.

Abbildung 7: Der Dateimanager Thunar zeigt Verzeichnisinhalte übersichtlich an. Die linke Leiste beschleunigt die Navigation zu Standardzielen und externen Datenträgern.

Xfce einrichten

Öffnen Sie das Xfce-Programmmenü und rufen Sie den Menüpunkt Einstellungen / Einstellungsmanager auf (Abbildung 8). Es erscheint ein Auswahldialog mit 15 Schaltflächen, deren Beschriftungen und Symbole deutlich machen, welche Einstellungen sich dahinter verbergen. Beispielhaft zeigen wir Ihnen, wie Sie den Xfce-Desktop in wenigen Schritten anpassen:

Abbildung 8: Mit dem Einstellungsmanager richten Sie Ihre Desktop Umgebung ein. Alle Konfigurationseinstellungen sind über einzelne Dialoge erreichbar.
  1. Öffnen Sie den Einstellungsmanager und wählen Sie den Punkt Arbeitsoberfläche aus.
  2. Im Register Aussehen schalten Sie die Option Bild an, damit Xfce ein Hintergrundbild verwendet.

  3. Klicken Sie auf das Ordnersymbol hinter dem Feld mit dem Verzeichnis- und Dateinamen des aktuellen Bilds. Sie sehen dann alle Bilddateien, die für die Gestaltung des Hintergrundes zur Auswahl stehen. Wer mag, kann in das Verzeichnis /usr/share/xfce/backdrops eigene Bilddateien einfügen und diese dann wählen – bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf Öffnen.
  4. Wenn Sie nun auf Fenster verstecken und Arbeitsfläche anzeigen klicken, sehen Sie das Hintergrundbild und den Desktop komplett. Holen Sie dann die Fenster auf den Desktop zurück.
  5. Achten Sie darauf, dass unter Anzeige die Option Ausgebreitet zu sehen ist: Sie vergrößert das Bild, so dass es den ganzen Desktop bedeckt. Klicken Sie auf Schließen, um diese Einstellung zu beenden.

Wählen Sie nun den Einstellungsdialog Benutzerschnittstelle. Im Register Thema wählen Sie Raleigh mit einem Doppelklick aus. Nun wechseln Sie nach Symbol-Thema. OpenSuse-Anwender wählen hier Crysal-SuSE, Anwender von Ubuntu oder Mandriva hingegen Crystal-SVG. Schließen Sie den Dialog – die Symbole auf dem Desktop haben sich ein wenig verändert. Abbildung 9 zeigt, wie der Desktop mit den neuen Einstellungen aussieht.

Abbildung 9: Unser Xfce-Desktop nach der kleinen Auffrischungskur.

Wer mag, kann weitere Symbole und Themes herunterladen. OpenSuse enthält die Pakete xfce4-icon-theme und xfce4-themes. Auf der Webseite Xfce-Look [2] gibt es etliche weitere Themes, Hintergründe und Icons [2].

Die einzelnen Desktopsymbole (in Xfce-Sprache: "Starter") können Sie per Drag & Drop verschieben. Um ein neues Symbol auf dem Desktop für eine Ihrer Lieblingsanwendungen zu erstellen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den freien Desktop und wählen Starter erstellen.

Unter Ubuntu blieb bei unserem Test die Taskleiste leer: Erst nach dem Hinzufügen einzelner Objekte erhielten wir hier das Xfce-Menü. Auch die Leiste am oberen Rand für den Zugriff auf die virtuellen Desktops und das Ausblenden der aktiven Fenster fehlte. Wir haben die Taskleiste mit den wichtigsten Objekten gefüllt und konnten Xfce danach ohne Hindernisse nutzen.

Nützliche Plug-ins für Xfce

Mit zahlreichen Xfce-Plug-ins erweitern Sie den Desktop. Aus diesem Angebot haben wir einige nützliche herausgepickt. Die Installation erfolgt am besten mit dem Paketmanager der Distribution: Hier finden Sie bereits viele Plug-ins. Fügen Sie das Xfce-Repository dazu, vergrößert sich die Auswahl noch weiter.

  • Mit dem xfce4-appfinder können Sie systemweit installierte Anwendungen ausfindig machen.
  • xfce4-cddrive lässt Sie per Klick auf eine Symbolschaltfläche auf Ihr CD-/DVD-Laufwerk zugreifen.
  • Das Plug-in xfce4-clipman bringt einen Notizblock auf Ihren Desktop und erspart Ihnen die lästige Arbeit mit Haftnotizen.
  • xfce4-diskperf zeigt die Auslastung eines Datenträgers.
  • Suchen Sie Hilfe beim Mounten und Aushängen von Datenträgern, sind Sie mit xfce4-fsguard gut beraten.
  • xfce4-mailwatch überwacht Ihr E-Mail-Posfach und informiert Sie über das Eintreffen neuer Nachrichten.
  • Freunde des MP3-Players XMMS sollten einen Blick auf xfce4-xmms werfen, das eine vereinfachte Steuerung des Players bietet.

Für den Dateimanager Thunar gibt es auch interessante Erweiterungen: Mit dem thunar-archive-plugin können Sie komprimierte Archivdateien über das Kontextmenü des Dateimanagers entpacken, und die Erweiterung thunar-media-tags-plugin hilft beim schnellen Umbenennen von MP3- und Ogg-Vorbis-Dateien auf Basis der enthaltenen ID3-Tags. Weitere Plug-ins für Xfce und Thunar finden Sie auf der Webseite Xfce Goodies Project [3].

Neue Xfce-Erweiterungen landen nicht sofort in der Taskleiste, Sie müssen sie über einen Einstellungsdialog hinzufügen (Abbildung 10). Das ist jedoch kein Problem: Führen Sie den Mauszeiger auf die Xfce-Taskleiste, öffnen Sie mit einem Rechtsklick das Kontextmenü und wählen Sie Neues Objekt hinzufügen. Scrollen Sie durch die Liste und markieren Sie das Plug-in, welches Sie in die Taskleiste aufnehmen wollen. Wählen Sie es mit einem Klick auf die Schaltfläche Hinzufügen aus, dann erscheint es und vergrößert die zentrierte Taskleiste (Abbildung 11).

Abbildung 10: Über diesen Dialog fügen Sie der Xfce-Taskleiste ein Plug-in hinzu.
Abbildung 11: Die Taskleiste hat Zuwachs bekommen. Eine Reihe nützlicher Erweiterungen machen nun die Arbeit mit Xfce bequemer.

Tabelle 2:Nützliche Plug-ins für die Desktopumgebung Xfce

Plug-in Bedeutung
xfce4-cddrive ergänzt die Taskleiste um ein Symbol für den Zugriff auf das CD-/DVD-Laufwerk
xfce4-cpugraph zeigt die CPU-Auslastung an
xfce4-clipman nützliche Notizzettelfunktion für die Ablage von Notizen auf dem Desktop
xfce4-datetime zeigt das aktuelle Datum und die Zeit in der Taskleiste an
xfce4-diskperf zeigt die Auslastung eines Datenträgers an
xfce4-fsguard mountet Datenträger oder macht dies rückgängig
xfce4-mailwatch überwacht ein Mailserver-Postfach und meldet, wenn eine neue Nachricht eintrifft
xfce4-screenshooter macht Bildschirm-Screenshots
xfce4-timer ein nützlicher Wecker
xfce4-weather zeigt eine aktuelle Wettermeldung an und greift auf Daten von http://www.xoap.wetter.com zurück
xfce4-xmms Zugriff auf den Multimediaplayer XMMS
yast2-mcs-plugin speziell für OpenSuse-Anwender: ergänzt im Xfce-Einstellungsmanager ein Icon für den Start von YaST

Einen Window Manager verwenden

Eine Desktopumgebung bietet neben der grafischen Oberfläche einige nützliche Tools. Sie macht die Arbeit mit Linux leichter und stellt praktische Funktionen zur Verfügung. Dabei sind die Zusatzanwendungen alle optimal aufeinander abgestimmt, verwenden gleiche Menüstrukturen und lassen das System insgesamt wie aus einem Guss wirken.

Einfache Window Manager verfolgen keinen integrativen Ansatz, sondern wollen nur diese eine Aufgabe gut erfüllen – Programmfenster effizient handhabbar machen. Zu den bekannteren Vertretern gehören Blackbox, Wndow Maker, Enlightenment und der Klassiker fvwm2.

Blackbox (Abbildung 12) benötigt sehr wenig Speicher. Er besitzt eine Toolbar und ein Menü. Letzteres wird mit der rechten Maustaste geöffnet und erlaubt es auch, den Window Manager einzurichten. Wer Blackbox ein wenig verschönern möchte, findet unter [4] reiche Auswahl.

Abbildung 12: Blackbox zeigt nur eine Toolbar an. Ein Rechtsklick öffnet das Menü.

Window Maker (Abbildung 13) ist ein recht schicker Window Manager. Ein Linksklick fördert das Menü zutage. Neben den installierten Anwendungen erreichen Sie hierüber auch die Konfiguration des Window Managers, verschiedene Window-Maker-Applets und andere Einstellungen. Über den Menüpunkt Iconsätze können Sie Themes, Stile und Icons wählen.

Abbildung 13: Auch für den Window Maker gibt es zahlreiche Themes.

Enlightenment (Abbildung 14) bietet eine schicke Oberfläche und moderne Effekte. Nach dem ersten Start dauert es einen Moment, bis die Menüs erstellt sind. Ist dies geschehen, können Sie mit der linken Maustaste das Programmmenü aufrufen. Die rechte Maustaste zeigt ein Menü mit verschiedenen Einrichtungsfunktionen. Unter Enlightenment Epplets finden Sie eine Reihe von kleinen und nützlichen Erweiterungen.

Abbildung 14: Enlightentment mit dem geöffneten Anwendungsmenü.

fvwm2 (Abbildung 15) zeigt nach dem Start eine Iconleiste am oberen Bildschirmrand. Von hier aus können Sie bequem auf einen anderen Desktop wechseln. Über Graphics starten Sie Gimp und xv (falls dieses kleine Tool installiert ist). Hinter dem Button Tools verbirgt sich der Browser Firefox. Beim Start öffnet fvwm2 gleich ein Terminalfenster.

Abbildung 15: Der Window Manager "fvwm2" ist alt genug, um sich Klassiker zu nennen.

Fazit

Möchten Sie auf Zusatztools und deren Integration in einen einheitlichen Desktop wie bei KDE oder Gnome nicht verzichten, bleibt Ihnen als Alternative nur Xfce: Dieser Desktop benötigt wenig Ressourcen. Zusätzliche Funktionen können Sie über Plug-ins ergänzen, und ein Konfigurationsmenü erleichtert die Anpassung der Oberfläche – es ist nicht nötig, Konfigurationsdateien im Editor zu bearbeiten.

Neben den Desktopumgebungen gibt es noch die einfachen Window Manager. Deren Installation ist einfach, und auch sie bieten Startmenüs, die bei der Suche nach Programmen helfen. Auf Desktopsymbole müssen Sie dabei meist verzichten. Um die Window Manager anzupassen, ist meist ein Griff zum Editor notwendig, denn grafische Konfigurationstools sind hier seltener.

Infos

[1] Webseite mit einer Auflistung verschiedener Desktopumgebungen und Window Manager für Linux: http://xwinman.org/

[2] Hintergründe, Themen und Icons für Xfce: http://xfce-look.org/

[3] Erweiterungen für die Desktopumgebung Xfce: http://goodies.xfce.org/

[4] Themes für Blackbox: http://themes.freshmeat.net/browse/920/

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