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Desktop-Alternativen

Desktops und Window Manager neben KDE und Gnome

Window Manager beim Login wählen

Nach der Installation wählen Sie den neuen Window Manager oder die Desktopumgebung Xfce bequem am Login-Bildschirm aus – Sie sollten jedoch Linux so eingerichtet haben, dass das System Sie nicht automatisch anmeldet. Werden Sie doch automatisch eingeloggt, erreichen Sie den Login-Bildschirm auch, indem Sie KDE mit Aktuelle Sitzung beenden bzw. Gnome mit System / Beenden und einem Klick auf Abmelden verlassen.

Klicken Sie am Login-Bildschirm auf Sitzungsart. Ubuntu-Anwender wählen Einstellungen / Sitzung wählen. Aus der Auswahlliste wählen Sie nun Xfce oder den Window Manager, den Sie verwenden wollen. Wundern Sie sich nicht darüber, dass Enlightenment trotz Nachinstallation in der Liste fehlt: Er verbirgt sich hinter der Bezeichnung E16.

Mit [Eingabe] bestätigen Sie die Auswahl. Bevor nun der neue Window Manager startet, fragt Sie der Login-Manager eventuell noch, ob er sich Ihre Auswahl merken soll. OpenSuse fragt nicht, sondern übernimmt die Auswahl automatisch als neuen Standard.

Desktopumgebung Xfce

Xfce ist eine komplette Desktopumgebung und spielt damit prinzipiell in derselben Liga wie KDE und Gnome. Neben dem reinen Window Manager, der die Programmfenster mit Rahmen und Buttons versieht und auch virtuelle Desktops erzeugt, erhalten Sie eine Reihe zusätzlicher Tools und Funktionen, welche die Arbeit erleichtern. Xfce benötigt weniger Speicher als KDE oder Gnome und empfiehlt sich damit auch für ältere und schwächere Rechner. Die aktuelle Version ist Xfce 4.4.2. Anwender der Ubuntu-Variante Xubuntu müssen diesen Desktop nicht extra installieren und auswählen, da Xfce dort der Standarddesktop ist.

Beim Start erscheinen ein Kasten mit Tipps und Tricks, eine Reihe von Desktop-Icons und zwei Taskleisten (Abbildung 4). Entfernen Sie das Häkchen aus dem Fenster Tipps und Tricks und klicken Sie auf Schließen, um künftig auf die Anzeige dieser Tipps zu verzichten.

Abbildung 4: Der Desktop von Xfce enthält bereits eine Reihe von Symbolen für den Start verschiedener Anwendungen und andere wichtige Funktionen.

Auf dem Desktop finden Sie Firefox- und OpenOffice-Icons, sofern diese Programme installiert sind. Dazu gibt es Icons für den Inhalt des Mülleimers, das persönliche Verzeichnis, das Dateisystem, das Diskettenlaufwerk, die Druckerwarteschlange und den Arbeitsplatz. Je nach Distribution und installierten Programmen kann die Liste der Icons geringfügig abweichen.

Am oberen Rand der Oberfläche finden Sie das Symbol Fenster verstecken und Arbeitsfläche anzeigen und die Schaltflächen zum Wechsel auf die verschiedenen virtuellen Arbeitsflächen. Mit Ersterem minimieren Sie alle Fenster und sehen dann nur den Desktop. Das ist nützlich, wenn Sie z. B. ein verdecktes Icon erreichen wollen.

Die Taskleiste am unteren Rand ist die Schaltzentrale des Desktops (Abbildung 5). Das erste Icon öffnet das Programmmenü von Xfce. Daneben gibt es Icons für ein Terminalfenster, einen Editor und den Xfce-Dateimanager. Ein Klick auf die Kugel daneben startet den Webbrowser, in der Regel Firefox. Das Symbol mit dem grünen Männchen (in anderen Versionen mit einer geöffneten Tür) beendet Xfce. Ganz rechts gibt es noch eine kleine Uhr.

Abbildung 5: Die Xfce-Taskleiste enthält das Programmmenü und andere wichtige Tools.

Das Programmmenü von Xfce lässt keine Wünsche offen (Abbildung 6): Alle installierten Anwendungen und Tools sind in Gruppen sortiert, was bei der Suche nach einem Programm hilft. Anwendungen und Tools, die Xfce nicht einsortieren konnte, legt es unter Andere ab: Diese Kategorie ist etwas umfangreicher ausgefallen. Wenn Sie erfahren im Umgang mit Xfce sind, können Sie den Inhalt in andere oder eigene Kategorien einsortieren und so etwas Ordnung schaffen. Über Einstellungen erreichen Sie verschiedene Tools für die Konfiguration des Systems. Was bei KDE Kontrollzentrum heißt, nennt Xfce Einstellungsmanager: Ihn stellt der Abschnitt Xfce einrichten vor.

Abbildung 6: Das Programmmenü von Xfce ist so gestaltet, das alle Programme und Tools schnell gefunden werden. Einzig die Kategorie "Andere" ist recht vollgestopft.

Thunar ist der Dateimanager von Xfce (Abbildung 7). Ihn starten Sie über die Taskleiste der Desktopumgebung (viertes Symbol von links), das Programmmenü oder eines der Desktop-Icons Dateisystem und Persönliches Verzeichnis. Thunar ist recht schnell. Bilddateien zeigt er mit einem verkleinerten Vorschaubild an. Die Größe dieser Vorschaubilder (oder generischer Dokument-Icons für andere Formate) ist über [Strg] und das Mausrad skalierbar. Links finden Sie wichtige Ziele und in der Kopfleiste den Pfad zum aktuellen Verzeichnis, wobei Sie über Buttons direkt mehrere Verzeichnisebenen nach oben springen können. Schließen Sie eine externe Festplatte oder einen USB-Stick an, sehen Sie dessen Bezeichnung in der Navigationsleiste von Thunar; das Gleiche gilt für eingelegte CDs und DVDs. Die Bedienung von Thunar ist leicht und stellt auch wenig erfahrene Anwender vor keine unlösbaren Herausforderungen.

Abbildung 7: Der Dateimanager Thunar zeigt Verzeichnisinhalte übersichtlich an. Die linke Leiste beschleunigt die Navigation zu Standardzielen und externen Datenträgern.

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