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Desktop-Alternativen

Desktops und Window Manager neben KDE und Gnome

10.01.2008 KDE und Gnome sind den meisten Linux-Distributionen die Standarddesktops, doch mit Xfce, Window Maker und Enlightenment stehen interessante Alternativen zur Verfügung.

KDE fordert sehr viele Ressourcen – das weniger bekannte Xfce hingegen benötigt nur wenig Arbeitsspeicher und gibt sich auch mit einem älteren Prozessor zufrieden. Gleiches gilt für so manchen Window Manager. Die Installation einer Desktopumgebung oder eines Window Managers ist in der Regel sehr leicht. Sie finden die benötigten Pakete auf den Medien der Distribution und in den Internet-Paketquellen. Mit einem Paketmanager bringen Sie die gesuchten Pakete auf Ihre Festplatte. Bibliotheken und andere Pakete, die zusätzlich benötigt werden, meldet das Installationstool.

Bei OpenSuse wählen Sie bei der Installation zwischen den Desktopumgebungen KDE und Gnome. Ubuntu verwendet standardmäßig Gnome. Eine Ausnahme ist Kubuntu. Hier setzt man auf KDE. Bei Mandriva wird ebenso KDE verwendet.

Window Manager nachrüsten

Anwender von OpenSuse können zusätzliche Window Manager ganz einfach über das Administrationstool YaST installieren:

  1. Legen Sie die OpenSuse-DVD ein und starten Sie YaST über System / YaST. (Unter OpenSuses Standardmenü wechseln Sie dazu ins Register Computer und klicken ganz oben auf Systemeinstellungen YaST.) Nun müssen Sie das Passwort des Administrators eingeben.
  2. Im sich öffnenden YaST-Hauptfenster wählen Sie links Software und dann rechts Software installieren oder löschen, um den Paketmanager zu starten. Er liest die Daten der verfügbaren und bereits installierten Pakete ein.
  3. Stellen Sie das Auswahlfeld Filter auf Paketgruppen. Nun finden Sie links eine Liste der verfügbaren Gruppen vor. Die Window Manager und Desktopumgebungen befinden sich in der Gruppe GUI (Graphical User Interface, deutsch: Grafische Benutzerschnittstelle). Die Desktopumgebungen und Window Manager sind in verschiedene Untergruppen einsortiert, Xfce finden Sie in der gleichnamigen Paketgruppe (Abbildung 1) und Window Manager in der Gruppe Andere.

    Abbildung 1

    Abbildung 1: Bei OpenSuse wählen Sie die Programmpakete mit YaST. Dank der Einteilung in Kategorien sind die gesuchten Pakete schnell gefunden.

  4. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit einem Mausklick auf Anwenden, meldet YaST, welche Pakete neben den ausgewählten installiert werden müssen (Abbildung 2). Klicken Sie auf Fortfahren, um den Vorgang abzuschließen.

    Abbildung 2

    Abbildung 2: OpenSuse überprüft vor der Installation die Paketabhängigkeiten, meldet, welche Pakete noch fehlen, und wählt diese automatisch aus. Nach dem Bestätigen werden alle Pakete eingespielt.

Wenn Sie Ubuntu verwenden, können Sie Pakete auf verschiedene Art und Weise installieren. Über Anwendungen / Hinzufügen/Entfernen erreichen Sie lediglich die Desktopumgebung Xfce. Rechts oben in dem Listenfeld wählen Sie Alle verfügbaren Anwendungen. Markieren Sie links den Eintrag Alle und scrollen Sie nach unten. Nun können Sie die Desktopumgebung und einige Zusatzpakete auswählen.

Mit dem Synaptic Paket Manager stehen Ihnen weitere Pakete für Xfce zur Verfügung. Suchen Sie einfach nach der Desktopumgebung, scrollen Sie in der Liste nach unten und wählen Sie die gewünschten Pakete zur Installation aus. Ubuntu lädt die Pakete von verschiedenen Quellservern und löst Paketabhängigkeiten automatisch auf.

Unter Mandriva Linux starten Sie die Paketverwaltung über Install & Remove Software aus dem KDE-Menü. Beim ersten Aufruf erscheint ein Assistent. Folgen Sie diesem Schritt für Schritt: Er hilft beim Einrichten der Softwarequellen. Das Tool lädt eine Liste verschiedener Spiegelserver, aus der Sie einen Server wählen, der sich in Ihrer Nähe befindet. Es dauert ein wenig, bis die Liste der verfügbaren Pakete auf Ihren Rechner geladen ist.

Links im Paketmanager sehen Sie die verschiedenen Kategorien, in die alle Pakete einsortiert sind. Klappen Sie die Liste Grafische Oberflächen auf. Nun können Sie Xfce, WindowMaker, Enlightenment und andere Window Manager auswählen (Abbildung 3). Auch hier werden die Abhängigkeiten automatisch aufgelöst. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit Anwenden. Der Paketmanager installiert dann die gewählten Pakete.

Abbildung 3

Abbildung 3: Der Paketmanager von Mandriva 2008 bietet eine reiche Auswahl verschiedener Window Manager.

Bei einem Window Manager benötigen Sie meist nur wenige Pakete: Es genügen in der Regel das eigentliche Programm, eine passende Bibliothek, ein Paket mit Themes und ein Konfigurationstool. Der Paketmanager sorgt dabei für das Auflösen der Paketabhängigkeiten. Sie bestätigen die Auswahl und starten die Installation. Konfigurationstools gibt es leider nicht für jeden Window Manager: Bei einigen ist es notwendig, Konfigurationsdateien im Editor anzupassen.

Etwas umfangreicher fällt die Auswahl der notwendigen Pakete bei der Desktop-Umgebung Xfce aus: Ähnlich wie bei KDE und Gnome erhalten Sie hier nicht nur eine grafische Oberfläche für Ihre Arbeit auf dem Desktop, sondern auch eine kleine Auswahl nützlicher Zusatztools. Mit Plug-ins können Sie diese sogar noch erweitern.

Nicht auf allen aktuellen Linux-Distriutionsmedien sind sämtliche Window Manager zu finden. Wir haben unter OpenSuse die meisten Pakete von DVD installiert, nur einen Window Manager holte YaST von einem Server. Anders lief es bei Mandriva Linux und Ubuntu: Hier wurden beinahe alle Window Manager und die Pakete der Desktopumgebung Xfce über das Internet installiert. Unterschiede gab es auch bei der Verfügbarkeit verschiedener Window Manager und den Versionsnummern der Pakete. Tabelle 1 zeigt eine Übersicht.

Tabelle 1: Xfce und ausgewählte Window Manager

Window Manager OpenSuse 10.3 Mandriva 2008 Ubuntu Webseite
Xfce 4.4.1-65 4.4.1-8 4.4.1 http://www.xfce.org/?lang=de
Window Maker 0.92.0-107 0.92.0-11 0.92.0-6.1 http://www.windowmaker.info/
Enlightenment 0.16.8.1-100 *) 0.16.999.041-1 0.16.7.2-5 http://www.enlightenment.org/
fvwm2 2.5.21-69 2.5.21-1 http://www.fvwm.org/
Blackbox 0.70.1-96 0.70.1-8 0.70.1-1.1 http://blackboxwm.sourceforge.net/
*) Steht nach dem Einbinden zusätzlicher Repositories zur Verfügung.

Window Manager fehlt? Repositories

Ein Repository ist eine Downloadquelle im Internet, die Pakete für Ihre Linux-Distribution enthält. Je nach Distribution sind einige Server bereits im Paketmanager eingetragen, andere müssen Sie hinzufügen. Sie wählen anschließend die Pakete aus und installieren sie. Auch hier lösen die Tools Abhängigkeiten automatisch auf.

Als OpenSuse-Anwender starten Sie YaST, wechseln in die Kategorie Software und klicken auf Community/Repositories. Dann erscheint eine Liste verfügbarer Installationsquellen. Markieren Sie hier einen Eintrag, sehen Sie eine kurze Beschreibung der Quelle und erfahren so z. B., ob die Softwarequelle eher für erfahrene Anwender oder Linux-Einsteiger geeignet ist und welche Inhalte sie bereitstellt. Mit einem Klick in das vor einer Quelle stehende Optionskästchen wählen Sie diese aus. Auf diese Weise sollten Sie das Haupt-Update Repository und das Haupt Repository (Opensource Software OSS) wählen. Um aktuellere Pakete für die Desktopumgebung Xfce zu erhalten, aktivieren Sie außerdem openSUSE BuildService XFCE. Nach einem Klick auf Beenden liest YaST die neuen Quellen ein – das kann einige Minuten dauern.

Ubuntu bietet auf seinen Installationsmedien nur Xfce als Alternative an. Weitere Window Manager gibt es in den Ubuntu-Repositories, die Sie jedoch nicht einrichten müssen, weil sie bereits vorgegeben sind. Unter Mandriva Linux wählen Sie beim ersten Einsatz des Paketmanagers einen Spiegelserver – mehr ist hier nicht zu tun.

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