Das singende klingede Internet
Radiostreams hören, aufnehmen, schneiden und brennen
Achtung! Aufnahme
Der Streamripper speichert auf Wunsch die Streams auf der Festplatte. Das Aufnahmeformat hängt dabei vom Stream ab: Die meisten Internetradios speisen die Songs im mp3-Format ins Netz ein, daneben aber auch in anderen Formaten wie OGG/Vorbis.
Eine Aufnahme starten Sie über den runden Aufnahmeknopf in der Iconleiste. Der Streamtuner ruft danach das Konsolenprogramm streamripper auf und übergibt diesem die Streamadresse. Auf dem Bildschirm sehen Sie jetzt ein Terminalfenster, das Informationen über den Mitschnitts anzeigt (Abbildung 3). Der Streamripper speichert die Songs nicht in einer großen Datei , sondern zeichnet jeden Titel extra auf. Den Aufnahmevorgang beenden Sie, indem Sie bei aktiviertem Konsolenfenster [Strg]+[C] drücken.
Nach der Aufnahme finden Sie die Musikdateien in Ihrem Homeverzeichnis. Jeder Radiosender bekommt einen eigenen Ordner, in dem die vollständigen Songs liegen. Halbfertige Stücke, also meist diejenigen, bei denen die Aufnahme mittendrin gestartet wurde, liegen im Unterordner incomplete.
Die gezielte Aufnahme bestimmter Songs gestaltet sich umständlich bis schwierig. Die Playlists auf den Webseiten der Radiostationen zeigen meist nur die bereits gespielten Titel und das momentan laufende Stück an. Eine spezifische Songaufnahme ist dadurch fast unmöglich, da Ihnen die kommenden Musikstücke nicht bekannt sind. Eine Möglichkeit gibt es trotzdem, wenngleich diese alles andere als komfortabel ist. Der Musikplayer zeigt den nächsten Titel des Streams wenige Sekunden vor dem Ende des aktuell abgespielten an. Wenn Sie schnell genug sind, bleibt Ihnen dieser Augenblick, um den Aufnahmeknopf im Streamtuner zu drücken. Beginnt der nächste Titel, beenden Sie die Aufnahme mit der Tastenkombination [Strg]+[C]. Dadurch enthält der aufgenommene Titel meist noch den Schluss des vorherigen. Das ist aber kein Beinbruch, denn mit dem Audio-Editor Audacity schneiden Sie diese Teile im Handumdrehen weg und speichern darüber hinaus die Musikdatei in einem Format Ihrer Wahl.
Richtiger Zuschnitt
Audacity [3] ist ein umfangreiches aber dennoch einfach zu bedienendes Audio-Editorprogramm. Installieren Sie es von der Heft-DVD, bevor Sie es aus der Multimediaabteilung Ihres Startmenüs heraus starten. Schneller geht es mit einem Schnellstartfenster und dem Befehl audacity. Für den Zuschnitt Ihrer Musikdateien brauchen Sie nur die Grundelemente des Programms zu kennen, und diese sind schnell erklärt: In Abbildung 4 sehen Sie die Oberfläche von Audacity mit der Beschriftung der notwendigen Features. Die Knöpfe der Mediensteuerung (Wiedergabe und Pause) im oberen Bereich des Fensters kennen Sie sicherlich von einem CD-Player. Gleich daneben befinden sich die Audacity-Werkzeuge, von denen Sie nur zwei benötigen: das das Auswahl- und das Zoomwerkzeug. Mit ersterem markieren Sie ganz einfach den Abschnitt der Audiodatei, den Sie bearbeiten möchten. Das zweite Werkzeug dient dazu, die Ansicht der als Kurve dargestellten Datei zu vergrößern. Nützlich ist diese Funktion, wenn Sie einen Abschnitt sehr genau sehen und bearbeiten möchten.
Um einen aufgenommenen Stream von unnötigem Ballast zu befreien, gehen Sie wie folgt vor:
- Starten Sie den Audio-Editor Audacity und laden Sie den gewünschten Titel mit dem Datei-auswählen-Dialog, den Sie über den Menüpunkt Datei / Öffnen erreichen. Die Musikdateien liegen in Ihrem Homeverzeichnis im Unterordner, der den Namen der Radiostation trägt.
- Aktivieren Sie das Auswahlwerkzeug und markieren Sie den Bereich, den Sie wegschneiden möchten. Dieser Abschnitt liegt meistens am Anfang der Datei, da Sie die Aufnahme einzelner Titel eines Radiostreams nicht so genau starten. Überprüfen Sie, ob Sie genau markiert haben, indem Sie auf den Wiedergabeknopf klicken: Audacity spielt jetzt nur den gekennzeichneten Bereich ab.
- Als Nächstes entfernen Sie diesen Abschnitt. Wählen Sie dazu den Menüpunkt Bearbeiten / Ausschneiden.
- Im letzten Schritt speichern Sie die Datei über Datei / Exportieren. Wählen Sie einen Speicherort und ein Ausgabeformat. Am besten nutzen Sie dafür das freie ogg-Format, da Sie so keine zusätzlichen Pakete zu installieren brauchen. Möchten Sie die Datei im proprietären mp3-Format ablegen, benötigen Sie eine zusätzliche Bibliothek, die aus rechtlichen Gründen bei vielen Distributionen fehlt. Wie Sie diese dennoch nachinstallieren, zeigt der Kasten MP3-Erweiterung in Audacity. Beachten Sie aber, dass Sie sich mit der Nutzung der für die Erzeugung von Dateien in diesem Format notwendigen Bibliothek lame in einer rechtlichen Grauzone befinden.
Noch ein Wort zum Ablegen der Musikdaten auf der Festplatte: In welchem Format Sie die Dateien speichern, hängt davon ab, wie Sie diee nutzen wollen. Die Formate mp3 und ogg eignen sich auf Grund ihrer hohen Kompressionsraten bei gleichzeitig sehr guter Audioqualität zum Ablegen auf der Festplatte. Fast alle tragbaren Musikplayer unterstützen mp3-Dateien. Aber nicht alle Linux-MP3-Player verstehen das patentrechtlich geschützte mp3-Format von Haus aus. Genau umgekehrt ist es beim ogg-Format: Nicht alle tragbaren Player beherrschen die Wiedergabe des freien Formats, dafür aber aus dem Stand alle Linux-Programme.
Möchten Sie im Anschluss eine Musik-CD brennen, die Sie in Ihrer Stereoanlage abspielen können, kommt ein weiteres Format ins Spiel: Das unkomprimierte wav-Format versteht das Brennprogramm K3b auf Anhieb. Ebenso einfach funktioniert es mit ogg-Dateien. Um mp3-Dateien als Musik-CD zu brennen, benötigt K3b zusätzliche Pakete. Welche das sind, erfahren Sie im Kasten K3b MP3-tauglich machen. Sie sehen: Die Arbeit im ogg- oder wav-Format funktioniert auf Anhieb, wobei Sie die Entscheidung für das proprietäre mp3-Format vor einige Schwierigkeiten stellt.
K3b MP3-tauglich machen
OpenSuse: Unterstützt Ihr System das Feature noch nicht, binden Sie die Paketquelle Packman[2] als Repository mit YaST ein und installieren die Pakete mad und k3b-codecs sowie deren Abhängigkeiten.
Ubuntu: Ab Version Dapper Drake benötigen Sie das Paket libk3b2-mp3, das Sie mit Hilfe des Paketmanagers suchen und installieren. Auf der Heft-DVD finden Sie die zugehörigen Pakete.
Mandriva: Haben Sie K3b noch nicht installiert, spielen Sie die Anwendung mit dem Paketmanager ein. In diesem Zuge kommen auch die für den Umgang mit mp3-Dateien benötigten Pakete automatisch mit auf Ihren Rechner. Um auf DVD-Rohlinge zu schreiben, installieren Sie darüber hinaus das Paket growisofs.
MP3-Erweiterung in Audacity
Das Erstellen von mp3-Dateien setzt Kodierungsalgorithmen voraus, die teilweise patentiert sind. Das Lame-Projekt [4] bietet zwar eine frei verfügbare Bibliothek an, inwieweit diese aber Patente verletzt, ist noch nicht abschließend geklärt. Aus diesem Grund finden Sie auf der Heft-DVD die zum Erstellen von mp3-Dateien notwendigen Pakete nicht. Die folgenden Hinweise geben Ihnen dennoch die Möglichkeit, diese Softwarepakete nachzuinstallieren:
OpenSuse: Binden Sie das Packman-Repository im Paketmanager ein und installieren Sie das Paket lame.
Ubuntu: Installieren Sie das Paket liblame0 mit dem Paketmanager.
Mandriva: Mit der Paketsuchmaschine http://rpm.pbone.net suchen Sie das Paket liblame und installieren es auf Ihrem Computer.



