ISDN-Zugänge

Um ein ISDN-Gerät einzurichten, starten Sie in YaST das ISDN-Modul. YaST zeigt dann die erkannte Hardware an. Handelt es sich dabei um ein Gerät von AVM, müssen Sie zunächst den passenden ISDN-Treiber installieren. Sie finden RPM-Pakete für OpenSuse 10.3 unter [1]. Für den Anrufbeantworter und das Fax-Modul benötigen Sie zudem noch das Paket yast2-phone-services.

  1. Hat YaST ein Gerät erkannt, markieren Sie den Eintrag und klicken auf Bearbeiten. Bei AVM-Geräten erscheint darauf ein Hinweis, dass die Hardware nur mit zusätzlichen Treibern funktioniert. Haben Sie die AVM-Treiber installiert, können Sie diese Warnung getrost ignorieren.
  2. Hat YaST keine ISDN-Hardware gefunden, klicken Sie auf den Button Hinzufügen, wählen Ihr Gerät aus der Liste aus und bestätigen dann mit OK.
  3. Im Dialog ISDN-Low-Level-Configuration (Abbildung 3) geben Sie unter Ortskennziffer Ihre Vorwahl ein (zum Beispiel 89 für München) und unter Vorwahl zur Amtsholung die Nummer, die Sie benötigen, um eine Leitung zu bekommen.
  4. Je nach Karte stehen unter Treiber und ISDN-Protokoll verschiedene Werte zur Auswahl. Hier sollten Sie in der Regel die Einstellungen von YaST übernehmen.
  5. Unter Geräte-Aktivierung legen Sie fest, wann das System das ISDN-Gerät einrichten soll. Bei internen Karten wählen Sie Beim Systemstart oder Manuell, bei USB-Geräten Falls hot-plugged oder Manuell.
  6. Im Dialog ISDN-Service-Auswahl wählen Sie die passende ISDN-Schnittstelle aus. SyncPPP ist für die meisten Provider die richtige Wahl.
  7. Im nächsten Dialog (Abbildung 4) geben Sie unter Eigene Telefonnummer Ihre Durchwahl oder Ihre Telefonnummer ohne Vorwahl ein. Wenn Sie die Checkbox Kanalbündelung ankreuzen, können Sie bei Bedarf mit 2x64 Kbit/s herunterladen.
  8. Die Werte im Fenster Einstellungen für die ISDN-IP-Adresse können Sie normalerweise übernehmen. Teilt Ihnen Ihr Provider eine feste IP-Adresse zu, entfernen Sie das Häkchen vor Dynamische IP-Adresse und tragen dann die Adressdaten ein.

In den folgenden Dialogen legen Sie Ihren Provider fest. Diese Einstellungen sind mit denen des DSL-Zugangs weitgehend identisch. Im ersten Dialog wählen Sie entweder einen bestehenden Eintrag aus oder klicken auf Neu. Im zweiten Dialog geben Sie Ihre Benutzerdaten ein, und im dritten Dialog können Sie sich für Dial-On-Demand entscheiden. Beachten Sie auch hier, dass diese Option hohe Telefonkosten verursachen kann. Haben Sie sämtliche Einstellungen vorgenommen führt Sie YaST zurück zum Übersichtsdialog. Hier sollten Sie unter ISDN-Geräte und Provider je einen Eintrag sehen. Ein Klick auf Beenden schließt die Konfiguration ab.

Besitzen Sie ein ISDN-Gerät von AVM, können Sie jetzt noch mit YaST Ihren PC für den Faxempfang und -versand sowie als Voice-Box einrichten. OpenSuse installiert die nötigen YaST-Module standardmäßig nicht mehr, Sie müssen deshalb zunächst das Paket yast2-phone-services über den Paketmanager nachinstallieren. Die Module funktionieren nur mit ISDN-, nicht mit normalen Modems.

Abbildung 3: In diesem Dialog geben Sie die Ortskennziffer und die Vorwahl zur Amtsholung ein.
Abbildung 4: Hier richten Sie die Kanalbündelung und die Firewall für ISDN ein.

Per Modem

Verbinden Sie sich über ein gewöhnliches Modem mit dem Internet, klicken Sie in YaST auf Modem. Verwenden Sie den neuen NetzwerkManager, zeigt YaST eine Warnung an, dass dieser mit verschiedenen Providern nicht klarkommt. Möchten Sie je nach Tageszeit einen anderen Anbieter wählen, sollten Sie deshalb KInternet benutzen. Da das Programm nicht Teil der Standardinstallation ist, müssen Sie es noch in YaST über das Modul Software / Software installieren oder löschen nachinstallieren. Die Einrichtung des Modems funktioniert aber auch ohne KInternet.  

Besitzen Sie ein Modem von Smartlink, müssen Sie zunächst vom OpenSuse-Internetrepository die benötigten Treiber herunterladen. Fügen Sie dazu über das YaST-Modul Software / Community Repositories den Eintrag Haupt-Repositories Nicht-OSS als Paketquelle hinzu und installieren Sie anschließend über YaST die Pakete smartlink-softmodem und smartlink-softmodem-kmp-default.

Die meisten Modems in Notebooks funktionieren nur mit den nicht freien Treibern von http://www.linuxant.com. Möchten Sie diese installieren, finden Sie auf der EasyLinux-Mailingliste [2] Hilfe. Sind die Treiberprobleme gelöst, richten Sie das Modem wie folgt ein:

  1. Im ersten Fenster zeigt YaST unter Gerät Ihr Modem an. Klicken Sie hier auf Bearbeiten, um das Modem einzurichten.
  2. Hat YaST kein Modem erkannt oder möchten Sie ein zusätzliches einrichten, klicken Sie auf Hinzufügen.
  3. Im Dialog Modemparameter (Abbildung 5) müssen Sie den richtigen Pfad für das Modem angeben. Dieser ist je nach Gerät verschieden. Für COM1 wählen Sie /dev/ttyS0, für COM2 /dev/ttyS1. Versuchen Sie es zunächst mit den von YaST empfohlenen Einstellungen. Sind Sie sich nicht sicher, wählen Sie /dev/modem oder /dev/ttyS0 für ein serielles oder internes Modem und /dev/ttyACM0 für ein USB-Modem. Klicken Sie danach auf Weiter.
  4. Im nächsten Fenster bestimmen Sie den Provider. Wählen Sie entweder einen aus der Liste aus oder fügen Sie Ihren Anbieter über Neu hinzu.
  5. Im Dialog Provider-Parameter geben Sie die Zugangsdaten für den Internetanschluss ein. Diese Daten erhalten Sie von Ihrem Internetanbieter. Bei einem Call-by-Call-Provider, hat YaST die Werte bereits eingetragen. Klicken Sie dann einfach auf Weiter.
  6. Die Einstellungen im letzten Dialog sollten Sie unverändert übernehmen. Wenn Sie zusätzlich Dial-On-Demand aktivieren, baut YaST bei Internetanfragen automatisch eine Verbindung auf. Das kann Sie unter Umständen sehr teuer zu stehen kommen. Sie sollten deshalb für die Einwahl besser KNetworkManager oder KInternet benutzen.

Sind Sie mit den Einstellungen fertig, zeigt YaST auf den Reitern Modemgeräte und Provider je einen Eintrag an. Wenn Sie möchten, können Sie jetzt noch weitere Provider hinzufügen. Wir empfehlen Ihnen aber, die Einstellungen zunächst zu testen und dann das YaST-Modul erneut zu starten, um mehrere Anbieter hinzuzufügen. Ein Klick auf Beenden schließt die Konfiguration ab.

Abbildung 5: Zur Einrichtung eines Modems müssen Sie lediglich die passende Gerätedatei auswählen.

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