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RSS-Feeds sammeln

Feed your head

Um nachrichtentechnisch auf dem neuesten Stand zu bleiben, müssen Sie nicht den ganzen Tag im Internet surfen. Der Feed-Aggregator Liferea behält alle wichtigen News-Seiten für Sie im Blick.

Im Internet ticken die Uhren anders, jagt tagtäglich eine Information die nächste. Wer sucht, der findet nicht nur, sondern ertrinkt oft genug im Schwall der Neuigkeiten. Ignorieren bringt nichts: Irgendwo verbergen sich möglicherweise relevante Informationen für das eigene Leben oder den Job. Einige interessante Informationsquellen liefern ihre News zudem nur noch online aus.

Wer keine Zeit hat, täglich alle relevanten Seiten nach Neuigkeiten abzugrasen, dem erleichtert eine Software diesen Job. Ein Newsreader entdeckt und meldet neue Nachrichten, die er auf Webseiten findet, die ihre News als RSS-Feed (siehe Kasten RSS-Feed im Detail) anbieten. Ob das der Fall ist, erkennen Sie an einem kleinen RSS- oder XML-Icon rechts oben in der Adressleiste Ihres Browsers.

RSS-Feed im Detail

Die meisten professionellen Webseiten generieren aus ihren Informationen einen RSS-Feed. Der enthält einen Link zu jeder Neuigkeit sowie eine kurze Beschreibung, worum es geht. Die Besucher der Webseite abonnieren den RSS-Feed und erfahren stets sofort, was es Neues gibt.

RSS steht für "Really Simple Syndication", die technische Spezifikation liegt mittlerweile in Version 2.0 vor.

Technisch handelt es sich bei RSS um einen XML-Dialekt. XML ist eine Metasprache, um im Internet bequem Informationen zwischen Webseiten auszutauschen. Ein RSS-Feed bündelt die einzelnen Beiträge. Diese heißen auf englisch "Entries" oder "Items", was sich mit "Einträge" übersetzen lässt. Im wesentlichen stecken in so einem RSS-Feed zu jedem Eintrag drei Informationen: Ein Titel, ein Link und eine Beschreibung. Während der Titel den Beitrag ankündigt, enthält der Link die URL der Nachricht. In der Beschreibung steht in kurzer Form, worum es darin geht.

Da die Spezifikation von RSS 2.0 einige technische Probleme nicht wirklich klärt und zudem eine Firma hinter der Technologie steht, entwickelten Open-Source-Vertreter eine eigene, freie Spezifikation namens "Atom". Die IETF[1] erklärte Atom im RFC 4287 [2] zu einem Internetstandard. Nichtsdestotrotz erfreut sich RSS nach wie vor großer Beliebtheit.

Über einen Klick auf dieses Icon abonnieren Sie etwa im Browser Firefox den dazugehörigen Feed.

  1. Zunächst öffnet sich dabei eine Seite, die fragt: Diesen Feed abonnieren mit Dynamische Lesezeichen (Abbildung 1).
  2. Wählen Sie Jetzt abonnieren aus, erscheint in der Leiste unterhalb der Adressleiste ein neues Lesezeichen.
  3. Klicken Sie auf dieses, öffnet sich ein Drop-down-Menü mit den letzten Schlagzeilen auf der Webseite (Abbildung 2).
  4. Folgen Sie einem der Links in diesem Menü, öffnet der Browser die zugehörige News.

Auf diesem Wege erfahren Sie auch die URL des RSS-Feeds. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das neue Lesezeichen und wählen Sie Eigenschaften. So finden Sie die entsprechende URL.

Abbildung 1: Klicken Sie auf das orangene Icon oben rechts in der Adressleiste Ihres Browsers, abonnieren Sie einen RSS-Feed.
Abbildung 2: Der abonnierte RSS-Feed erscheint als Lesezeichen, ein Drop-down-Menü zeigt die letzten Einträge des Feeds an. Ein Klick öffnet die passende Nachricht zur Schlagzeile.

An dieser Stelle erkennen Sie bereits das Problem: Fünf solcher Feeds passen gut in die Firefox-Leiste, wollen Sie aber 50 Seiten im Auge behalten, scheitert dieser Weg. Hier kommt der Feed-Aggregator Liferea [3] ins Spiel (Abbildung 3). Die Software verwaltet – wenn Sie es wollen – hunderte von RSS-Feeds und Atomen, zeigt Ihnen die ungelesenen Nachrichten an und läuft im Hintergrund, wenn Sie sich gerade mit anderen Dingen beschäftigen. Der Name speist sich aus Linux Feed Reader, die Entwickler schlagen vor, ihn lateinisch auszusprechen.

Abbildung 3: Die Benutzeroberfläche von Liferea: Im linken Bereich erscheinen die abonnierten Feeds, rechts die einzelnen Einträge sowie Details zur Nachricht.

Liferea installieren

Der Aggregator lässt sich recht unkompliziert einspielen. Zwar bringen Suse Linux 10.1 und OpenSuse 10.2 fertige Liferea-Pakete mit, die Versionen 1.0.20 bzw. 1.0.26 sind allerdings veraltet. Neuere Ableger von Liferea mit der Versionsnummer 1.2.18 spielen Sie über die Heft-DVD ein. Für Nutzer von Mandriva Linux 2007 gibt es ebenfalls Pakete mit der Software auf der Heft-DVD, es handelt sich um Version 1.2RC1. Kubuntu-Anwender installieren Liferea in Version 1.2.10 über den Paketmanager Adept. Installieren Sie für alle vier Distributionen sowohl liferea als auch liferea-mozilla.

So siehts aus

Sie starten den News-Aggregator am schnellsten, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und liferea eingeben. Die Oberfläche unterteilt sich anfangs in zwei Bereiche, ein dritter kommt hinzu, wenn Sie eine Nachricht auswählen (Abbildung 3). Auf der linken Seite sehen Sie die abonnierten RSS-Feeds, die schwarze Zahl in Klammern neben dem Feed zeigt an, wie viele ungelesene Beiträge er enthält. Meist bringt Liferea bereits voreingestellte Feeds mit. Für deutsche Anwender gibt es die Tagesschau und die Netzeitung sowie einige linux-orientierte Feeds, etwa Gnomefiles [4] und Slashdot [5].

Klicken Sie auf einen Feed, offenbaren sich im Bereich rechts oben die darin enthaltenen Einträge – bereits gelesene sowie ungelesene. Interessiert Sie einer davon, folgen Sie dem Link im Titel. Der Bereich rechts unten listet dann verschiedene Informationen zum Link auf – mal mehr, mal weniger ausführlich. Bei einigen Anbietern finden Sie eine ausführliche und informative Zusammenfassung des Inhalts, der sich hinter der Neuigkeit versteckt, andere Feeds geizen eher mit solchen Informationen. So liefert der News-Feed von KDE Dot News [6] nur den Titel, nicht aber die Beschreibung zur Nachricht. Sie müssen also dem Link folgen, um mehr zu erfahren.

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