Die Nähmaschine: Hugin fügt zusammen

Zeigt die Vorschau ein zufriedenstellendes Resultat, ist es Zeit, dass Hugin das Panorama berechnet. Kehren Sie zur Hugin-Oberfläche zurück und wechseln Sie auf den Reiter Zusammenfügen. Hier gilt es, drei Dinge zu beachten: Zum einen überprüfen Sie die Projektionsmethode ganz oben im Bereich Panorama. Normalerweise sollte hier schon die Projektion eingestellt sein, die Sie im Vorschaufenster gewählt haben; wenn nicht, ändern Sie das. Zweitens lohnt immer jeweils ein Klick auf die Knöpfe Blickwinkel berechnen unter Blickwinkel und Größe berechnen im Abschnitt Panoramabildgröße: Dadurch vermeiden Sie große schwarze Ränder im Panoramabild. Schließlich überprüfen Sie, welches Grafikformat das Ergebnisbild erhalten soll. Dazu finden Sie unter der Überschrift Schnelles Zusammenfügen voreingestellte Optionen. Wählen Sie aus dieser Liste den Eintrag mit benutzerdefinierten Einstellungen unten, dann haben Sie weiter unten im Abschnitt Ausgabedateioptionen die Möglichkeit, zusätzliche Angaben (z. B. den Kompressionsgrad) einzutragen. Vorerst benutzen Sie aber aus der Liste der Voreinstellungen den Punkt in ein hochwertiges TIFF-Bild und starten den "Nähprozess" mit einem Klick auf Jetzt zusammenfügen. Geben Sie hier noch den Ort und den Namen an, unter dem Sie das Panoramabild speichern möchten. Bestehen die Quellbilder aus TIFF-Dateien, ist es notwendig, einen Zielordner anzugeben, in dem keine anderen Grafiken im TIFF-Format liegen – also auch nicht die Quellbilder.

Korrektur stürzender Linien

Die Panoramaerstellung ist der klassische Anwendungsfall für Hugin. Mit der Software ist aber noch einiges mehr möglich, zum Beispiel das Ausgleichen von schiefen Häuserkanten. Besonders bei der Architekturfotografie achtet man auf gerade Linien, einen waagerechten Horizont und verzerrungsfreie Darstellung von Gebäuden. Profifotografen verwenden dazu Spezialkameras, -objektive und -zubehör. Der Hobbyfotograf hat solche Geräte nicht, ist aber mit den gleichen Problemen konfrontiert. Mit Hugin können Sie auch diese Aufgabe anspruchsvoll angehen.

Am Beispiel eines Bürogebäudes zeigen wir Ihnen, wie waagerechte und senkrechte Linien korrigiert werden. Dazu legen Sie ein neues Projekt in Hugin an und öffnen das Bild buerogebaeude-easy_artikel.jpg von der Heft-DVD. Verfahren Sie in den Reitern Bilder und Kamera und Objektiv wie oben beschrieben. Jetzt teilen Sie Hugin mit, welche Linien es im Ergebnisbild horizontal bzw. vertikal darstellen soll. Wechseln Sie dazu zum Reiter Kontrollpunkte. Auf beiden Seiten der Bildvorschau sehen Sie ein und dasselbe Bild. Markieren Sie jetzt im linken Foto die linke obere Ecke des hohen Gebäudes und die rechte obere Ecke im rechten Foto (Abbildung 4). Ist das Häkchen vor Automatisch Hinzufügen gesetzt, dann erstellt Hugin das erste Kontrollpunktepaar und fügt es der Liste hinzu. Klicken Sie auf diesen ersten Eintrag und kontrollieren Sie den Modus des Paars, den Sie am unteren Fensterrand finden. Wahrscheinlich hat Hugin schon erkannt, dass die Verbindung des Punktepaars im Ergebnis waagerecht dargestellt werden soll, es sich also um eine horizontale Linie handelt. Ist dem so, erstellen Sie weitere horizontale Linien (Punktepaare). Genauso gehen Sie vor, um vertikale Punktepaare zu markieren (Modus: vert. Linie). Kontrollieren Sie jeweils die Position des zweiten Punktes und korrigieren Sie gegebenenfalls.

Abbildung 4: In dieser Abbildung sehen Sie je ein Kontrollpunktepaar für eine horizontale (blau) und eine vertikale Linie (rot).

Die weiteren Arbeitsschritte (Optimieren und Zusammenfügen) laufen wie im Panoramabeispiel ab. Optimieren Sie Position und Ansicht, aber wählen Sie die Projektion auf eine plane, rechtwinklige Leinwand (Rectilinear) aus. Nicht immer passt sich das Ergebnis perfekt in den von Hugin berechneten Ausschnitt ein, sondern es entstehen schwarze Ränder. Diese entfernen Sie am besten mit Gimp, indem Sie das Zuschneiden-Werkzeug ([Umschalt]+[C]) benutzen. Den Lohn ihrer Mühen zeigt Abbildung 5.

Abbildung 5: Direkter Vergleich: Das gleiche Foto vor und nach der Bearbeitung mit Hugin.

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