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Nähkurs

Stitching mit Hugin

Kreuz- oder Kettenstich? Die Kontrollpunkte

Der nächste Bearbeitungsschritt, das Setzen der Kontrollpunkte, beansprucht etwas mehr Zeit und Geduld. Rufen Sie den Reiter Kontrollpunkte auf. Bevor Sie mit der Maus Gemeinsamkeiten in aufeinanderfolgenden Fotos markieren, stellen Sie den Zoom auf Einpassen und setzen ein Häkchen vor Automatische Feinjustierung, Automatisches Hinzufügen und Automatisches Schätzen. Diese Optionen finden Sie rechts unten im Fenster. Damit behalten Sie die Fotos immer im Überblick, und Hugin richtet die Kontrollpunkte selbstständig aus und übernimmt diese automatisch in die Liste.

Beginnen Sie nun mit der eigentlichen Prozedur, indem Sie auf der linken Seite des Fensters das Bild 0 und daneben das Bild 1 auswählen. Suchen Sie nach markanten Merkmalen, die in beiden Fotos vorkommen. Das können Turmspitzen, Häuserecken oder Baumspitzen sein. Vermeiden Sie die Auswahl von laufenden Personen oder bewegten Wolken, denn diese führen zu Fehlern beim Zusammensetzen der Fotos. Markieren Sie mit der Maus eine Übereinstimmung erst im linken und danach im rechten Bild. Hugin übernimmt daraufhin die Feinjustierung und fügt den Punkt der Liste im unteren Teil des Fensters hinzu (Abbildung 2). Falsch gesetzte Merkmale löschen Sie durch Auswahl des Punktes und einen Klick auf Löschen.

Abbildung 2: Gleiche Punkte besitzen dieselbe Farbe und können in der Liste ausgewählt werden.

Haben Sie genug Kontrollpunkte gesetzt, springen Sie zum nächsten Bildpaar. Dazu genügt es, auf den Pfeil im rechten oberen Teil des Fensters zu klicken. So fahren Sie fort, bis Sie das letzte Paar bearbeitet haben. Speichern Sie das Projekt jetzt mit Datei / Speichern unter, denn Sie haben schon den Großteil der Arbeit hinter sich. Wählen Sie einen Namen und den Ort und bestätigen Sie mit Speichern.

Maßschneiderei! Das Ausrichten der Bilder

Im nächsten Schritt kommt der Optimierer zum Einsatz. Wie schon angesprochen, bildet die Software die Eingabebilder auf eine virtuelle Sphäre (Leinwand) ab, um damit den originalen 360x180 Grad Panoramablick – oder einen Ausschnitt davon – zu rekonstruieren. Neben der Ausrichtung der Fotos (Drehung y, Neigung p, Rollen r) müssen ebenso deren Tonnen- und Kissenverzerrungen ausgeglichen werden. Da die Lage der Fotos zueinander und die Werte der Verzerrungen in den überwiegenden Fällen nicht bekannt sind – es sei denn, Sie benutzen eine kalibrierte Ausrüstung zum Anfertigen von Panoramaaufnahmen –, berechnet der Optimierer in Hugin diese für Sie. Eine ausführliche Beschreibung des Optimierungsprozesses und dessen vielfältiger Möglichkeiten würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Für Interessierte sei aber auf die Beschreibungen auf den Internetseiten des Panoclubs verwiesen [4].

Wechseln Sie zum Reiter Optimieren. Hier stehen Ihnen im Drop-down-Menü unter Schnelloptimierer verschiedene Methoden zur Verfügung. Für das Beispielpanorama wählen Sie Position und Ansicht (y,p,r,v) aus. Dadurch optimiert Hugin die Lage der Bilder (außer der des Ankerbildes) auf der Leinwand mit den Werten Drehung (Yaw, y), Neigung (pitch, p) und Rollen (roll, r) sowie deren Ansicht durch den Bildwinkel (v) (Abbildung 3). Der Optimierungsprozess ist eine eigene Wissenschaft für sich. Es ist möglich, ihn in mehreren Schritten durchzuführen. Welche Methode oder Methodenkombination für die jeweilige Bildersammlung das beste Ergebnis ergibt, ist individuell. Manchmal gelingt es einfach durch das Probieren einer Methode, ein geeignetes Ergebnis zu erzielen. Für das Beispielpanorama ergab die alleinige Optimierung der Position und der Ansicht (Position und Ansicht (y,p,r,v)) schon sehr gute Resultate. Mit Jetzt optimieren! lösen Sie den Arbeitsschritt aus. Hugin meldet daraufhin die Ergebnisse der Optimierung in einem separaten Fenster. Als Beleg einer erfolgreichen Optimierung kann die durchschnittliche Kontrollpunktsentfernung herangezogen werden. Je kleiner das Ergebnis, desto besser die Projektion auf die Leinwand und somit das Endergebnis. Werte unter 5 Pixel sollten es sein. Übernehmen Sie die Werte mit einem Klick auf Yes.

Abbildung 3: Die Lage eines Bildes kann ohne Positionswechsel in drei Dimensionen (Yaw, Pitch und Roll) verändert werden. Diese berechnet Hugin.

Als sehr praktisch erweist sich die Vorschaufunktion in Hugin: Sie ermöglicht Ihnen nach jedem Optimierunglauf, das vorläufige Ergebnis zu begutachten. Die Panoramavorschau rufen Sie durch Ansehen / Vorschaufenster oder einfach mit [Strg]+[P] auf. In der Mitte sehen Sie das Vorschaubild. Skalieren Sie es manuell mit den Schiebereglern neben und unter dem Bild oder automatisch durch Klicks auf Zentrieren und Einpassen. Probieren Sie verschiedene Vorschauoptionen aus, vor allem für die Art der Projektion. Ein schönes Ergebnis für das Beispielpanorama ergibt die Projektion auf eine leicht gekrümmte Leinwand (Zylindrisch). Sind Sie mit einem Ergebnis in einem anderen Panoramaprozess nicht zufrieden, wählen Sie eine andere Optimierungsmethode und aktualisieren die Vorschau.

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EasyLinux 02/2013

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