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Es grünt so grün

Die Installation von OpenSuse in 50 Minuten

11.10.2007
Mit OpenSuse 10.3 ist den Nürnbergern trotz zahlreicher Neuerungen eine durchaus solide Distribution gelungen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie das Linux-System von der Heft-DVD aufsetzen und was sich seit Version 10.2 geändert hat.

Auf DVD 2 dieser EasyLinux-Ausgabe finden Sie die neueste Linux-Distribution von Novell: OpenSuse 10.3. Die DVD enthält die originale Download-Version von Novell mit KDE 3, einer Vorabversion von KDE 4 und Gnome 2.20. Unter den rund 4,4 GByte an Software finden Sie zudem die neueste OpenOffice-Version sowie Multimedia-Programme.

Die Installation von OpenSuse bereitet in der Regel keine Probleme. Legen Sie dazu einfach die DVD in das Laufwerk ein und starten Sie den Rechner neu. Falls danach nicht der grüne OpenSuse-Bootbildschirm erscheint oder Sie zum ersten Mal eine Linux-Distribution installieren, finden Sie im Kasten Vorarbeiten nützliche Hinweise.

Vorarbeiten

Bevor Sie die EasyLinux-DVD ins Laufwerk einlegen und den Rechner booten, sollten Sie folgende Fragen beantworten:

  • Kann mein Rechner vom DVD-Laufwerk booten?
  • Ist auf meinem Rechner bereits eine ältere Suse-Version installiert?
  • Möchte ich OpenSuse neben einem bestehenden Windows installieren?
  • Befinden sich mehrere Festplatten in meinem Rechner?

In der Regel starten aktuelle Rechner automatisch von CD/DVD, wenn beim Neustart ein Medium im Laufwerk liegt. Erscheint auf Ihrem System nicht der Startbildschirm des OpenSuse-Installationsprogramms (Abbildung 1), müssen Sie möglicherweise die Einstellungen im BIOS ändern. Drücken Sie dazu beim Start des Rechners die Taste [Entf] oder [F1], damit sich das BIOS öffnet. Dann ändern Sie unter Advanced BIOS Options oder Boot die Reihenfolge der Laufwerke so, dass das CD-/DVD-Laufwerk an erster Stelle steht (First Boot Device).

Befindet sich auf Ihrem PC bereits OpenSuse 10.2, müssen Sie das System nicht neu installieren, sondern können ein Update durchführen. Wählen Sie dazu nach dem Start des Installationsprogramms YaST den Menüeintrag Aktualisierung. Für das Update älterer Versionen müssen Sie eventuell Paketabhängigkeiten manuell lösen, da YaST beim Update ein Standardsystem mit KDE installiert – Ihr Linux enthält aber in der Regel bereits zahlreiche Zusatzpakete. Wählen Sie als Lösung jeweils keep PAKETNAME, sonst löscht YaST sämtliche Pakete, die nicht Teil von OpenSuse sind. EasyLinux empfiehlt, anstelle des Updates die wichtigsten Daten auf CD/DVD zu sichern und danach eine Neuinstallation durchzuführen. Sichern sollten Sie die Verzeichnisse /home und /root, sowie die Konfigurationsdateien unter /etc.

Besitzt Ihre OpenSuse-Installation eine eigene Partition für /home, dann sind Sie aus dem Schneider. Richten Sie dann einfach diese bei der Installation so ein, dass das neue OpenSuse sie als /home-Verzeichnis benutzt. Vorsicht: Nicht formatieren!

Gibt es auf Ihrem Rechner noch kein Linux und Sie möchten OpenSuse zusätzlich zu Microsoft Windows installieren, müssen Sie zunächst unter Windows Laufwerk C:\ defragmentieren. Besitzt Ihr Windows mehrere Laufwerke (so genannte Partitionen), können Sie eines dieser Laufwerke für die Installation von Linux benutzen. Sichern Sie dann sämtliche Daten dieses Laufwerks auf das Laufwerk C:\ oder ein anderes Laufwerk, da das Installationsprogramm von OpenSuse das ausgewählte Laufwerk formatieren wird. OpenSuse lässt sich auch neben Windows Vista installieren.

Verfügt Ihr Rechner über mehrere Festplatten, müssen Sie zunächst herausfinden, an welchen Kabeln diese hängen und in welcher Reihenfolge. Diese Informationen finden Sie ebenfalls im BIOS. Öffnen Sie das Menü Standard BIOS Options (oder ähnlich) und suchen Sie nach den Einträgen für Primary Master, Primary Slave, Secondary Master und Secondary Slave. Bei neuen Mainboards mit SATA-Festplatten heißen diese Einträge eventuell First SATA-Master und First IDE-Master. Hier sind auch Second SATA-Master und Third SATA-Master üblich. Notieren Sie, an welchen Geräten Festplatten angeschlossen sind und an welchen CD/DVD-Laufwerke (siehe Tabelle Gerätebezeichnungen). Schließen Sie für die Installation keine USB-Festplatten an den Rechner an, da YaST sonst eventuell auf diese installieren will.

Gerätebezeichnungen

Gerätedatei Erklärung
/dev/hda Erstes Laufwerk an der ersten IDE-Schnittstelle (Primary Master)
/dev/hda1 Erste primäre Partition auf dem ersten Laufwerk (nur bei Festplatten) oder erweiterte Partition
/dev/hda4 Vierte primäre Partition auf dem ersten Laufwerk oder erweiterte Partition
/dev/hda5 Erste logische Partition auf dem ersten Laufwerk
/dev/hda6 Zweite logische Partition auf dem ersten Laufwerk
/dev/hdb Zweites Laufwerk an der ersten IDE-Schnittstelle (Secondary Master)
/dev/hdc Erstes Laufwerk an der zweiten IDE-Schnittstelle (Primary Slave)
/dev/hdd Zweites Laufwerk an der zweiten IDE-Schnittstelle (Secondary Slave)
/dev/sda Erstes Laufwerk an der ersten SATA-, SCSI- oder USB-Schnittstelle (First SATA-Master)
/dev/sdb Zweites Laufwerk an der ersten SATA-, SCSI- oder USB-Schnittstelle (Second SATA-Master)
/dev/fd0 Erstes Diskettenlaufwerk

Einlegen, loslegen

Nach einem Neustart des Rechners erscheint der Boot-Manager von OpenSuse (Abbildung 1). Drücken Sie hier zunächst die Taste [F2], um den Bildschirm auf Deutsch umzustellen, und wählen Sie dann über die Pfeiltasten den Menüpunkt Installation aus. Hegen Sie den Verdacht, die DVD sei beschädigt, schreiben Sie eine E-Mail an cdredaktion@easylinux.de. Ist der Datenträger tatsächlich defekt, erhalten Sie kostenlos einen neuen.

Abbildung 1: Über dieses Boot-Menü starten Sie die Installation von OpenSuse 10.3. Wählen Sie nichts aus, fährt der Rechner normal von der Festplatte hoch.

Online-Quellen

Nach Auswahl von Installation startet YaST. Im ersten Dialog müssen Sie die Lizenzvereinbarung von Novell akzeptieren, um OpenSuse auf die Platte kopieren zu dürfen. Im nächsten Schritt legen Sie fest, ob Sie ein bestehendes System aktualisieren oder ein neues installieren möchten. Nach dieser Auswahl bietet Ihnen YaST die Möglichkeit, per Internet weitere Softwarequellen (so genannte Repositories) für die Installation einzubinden. Benutzen Sie zu Hause einen DSL-Anschluss mit Router oder arbeiten Sie über ein LAN-Netzwerk, sollten Sie diese Möglichkeit nutzen. Für ISDN- und Modembenutzer (auch DSL-Modem) bietet der Dialog kein Setup an. Sie müssen dann an dieser Stelle auf das neue Feature verzichten, können die zusätzlichen Quellen aber später in YaST einbinden.

Haben Sie sich entschieden, von den Online-Repositories Gebrauch zu machen, wählen Sie im nächsten Schritt die automatische Adressvergabe über DHCP (Standard) oder die manuelle Netzwerkkonfiguration. Wie erwähnt, klappt diese Einstellung nur über die Netzwerkkarte. Funktioniert die automatische Adressvergabe per DHCP nicht, müssen Sie in der Regel auf die Online-Quellen verzichten. Sie können dann den Internetzugang und die zusätzlichen Repositories nach der Installation einrichten.

Verlief die Konfiguration des Netzwerks erfolgreich, zeigt Ihnen YaST drei Quellen zur Auswahl (Abbildung 2), von denen die ersten zwei bereits markiert sind. Im Haupt-Repository (Nicht-OSS) finden Sie zum Beispiel Java, Flash- und Realplayer sowie die Firmware für einige WLAN-Karten. Es empfiehlt sich, diese Quelle einzubinden. Im Haupt-Repository (Open Source Software - OSS) finden Sie sämtliche freien Pakete von OpenSuse. Erfahrungsgemäß dauert das Hinzufügen dieser Quelle etwas länger, im Gegenzug erhalten Sie direkten Zugriff auf über 7 GByte Software. Das Repository Haupt-Repository (Open Source Software - DEBUG) ist nur für Entwickler gedacht: Aktivieren Sie es auf keinen Fall. Weitere Paketquellen können Sie nach der Installation über das neue YaST-Modul Software / Community Repositories einrichten.

Abbildung 2: Seit OpenSuse 10.3 können Sie Online-Quellen bereits während der Installation nutzen.

Nach einem Klick auf Weiter lädt YaST die benötigten Informationen aus dem Internet herunter und öffnet dann die Auswahl der Zeitzone. Verwenden Sie OpenSuse zusammen mit Windows, wählen Sie unter Rechneruhr eingestellt auf den Eintrag Lokale Zeit aus und passen danach über einen Klick auf Ändern die Zeit an. Benutzen Sie nur Linux auf Ihrem Rechner, stellen Sie die Rechneruhr auf UTC (GMT) ein und richten danach die passende Zeit ein. In der Regel stellt OpenSuse automatisch die richtige Zeitzone ein. Stimmen also die unter Zeit und Datum angezeigten Werte, klicken Sie einfach auf Weiter.

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