Suse-Blinux

Seit Suse-Linux 7.0 gehört bei jeder regulären Distribution Suse-Blinux zum Lieferumfang. Das Programm ermöglicht es blinden Anwendern, unter Linux mit einer Braillezeile oder via Sprachausgabe komfortabel auf der Textkonsole zu arbeiten und dort viele Anwendungen zu nutzen. Eine Anleitung zu Blinux sowie Angaben zut benötigten Hardware finden Sie unter [2].

  1. Um Blinux unter OpenSuse zu installieren, starten Sie über [Alt]+[F2] die Paketverwaltung YAST und melden sich mit Ihrem Adminstratorpasswort an.
  2. Klicken Sie im Kontrollzentrum auf Software installieren oder löschen.
  3. Geben Sie in der Zeile Suche: das gesuchte Programm Blinux ein und klicken Sie auf Suchen oder drücken Sie [Eingabe]. YAST zeigt Ihnen anschließend im rechten Fenster das gefundene Programm unter dem Namen sbl. Setzen Sie per Mausklick ein Häkchen neben den Programmnamen. Haben Sie den Eintrag markiert, hat das Drücken der Leertaste denselben Erfolg.
  4. Klicken Sie auf Übernehmen oder drücken Sie [Alt]+[N]. Dann startet die Installation. Für das Einrichten des Programms benötigen Sie Ihre OpenSuse-CD oder -DVD. Beantworten Sie die Frage nach weiteren Paketen mit Nein.

Suse-Blinux läuft wie erwähnt nicht unter den grafischen Oberflächen von OpenSuse, sondern allein in der Textkonsole. Zudem verwenden Sie für die Arbeit mit Blinux den Angaben des Entwicklers zufolge am besten eine Braillezeile für Ein- und Ausgabe von Text.

Für Screenreader wie Suse-Blinux und Gnopernicus, den wir Ihnen weiter unten vorstellen, braucht Ihr PC eine installierte Sprachausgabe. Unter OpenSuse 10.2, Mandriva Linux und Kubuntu ist der Speech Synthesizer Festival erste Wahl, weil er schon mit der Standardinstallation eingerichtet wird. Sollte das nicht der Fall sein, können Sie das Sprechprogramm über die Softwareverwaltung leicht nachinstallieren.

Gnopernicus

Bei Mandriva Linux und Kubuntu ist mit Gnopernicus ein weiterer Screenreader an Bord, der unter OpenSuse zudem eine Alternative zu Blinux ist.

In Kubuntu installieren Sie das Programm über den Paketmanager Adept. Suchen Sie hier nach Screen Reader, aktivieren Sie das Häkchen neben dem Programmnamen und klicken Sie auf Änderungen akzeptieren. Bei bestehender Onlineverbindung lädt Adept die nötigen Pakete aus dem Internet und installiert Gnopernicus.

Bei OpenSuse recherchieren Sie im Kontrollzentrum YAST direkt nach Gnopernicus. Aktivieren Sie die erste Option gnopernicus (Abbildung 6) und klicken Sie auf Übernehmen und Fortfahren, um die festgestellten Abhängigkeiten des Programms zu akzeptieren. Auch hier benötigen Sie das Installationsmedium von OpenSuse 10.2. Die Frage nach weiteren Paketen beantworten Sie mit Nein, um den Paketmanager zu beenden.

Abbildung 6: Ist unter OpenSuse leicht zu installieren: Der Screenreader Gnopernicus.

Unter Mandriva Linux 2007 schließlich können Sie ebenfalls diesen Screen Reader installieren. Mandriva ist übrigens die einzige hier berücksichtigte Distribution, die dem barrierefreien Zugang ein eigenes Untermenü widmet: vorbildlich. Die RPM-Datei für Mandriva Linux finden Sie auf der Heft-DVD. Doppelklicken Sie zum Einrichten von Gnopernicus diese Datei und wählen Sie die Option Installieren. Geben Sie anschließend Ihr Administratorenpasswort ein und bestätigen Sie das Auflösen der Abhängigkeiten mit OK. Nach der Installation klicken Sie auf Fertig. Bereits in der Standardinstallation hat Mandriva Linux das Programm Orca-Bildschirmleser und -lupe an Bord, das Sie unter Weitere Anwendungen / Zugangshilfen finden. Der Initiative Linaccess zufolge handelt es sich bei Orca allerdings um "kein fertiges, für den Alltag einsetzbares Produkt": Es befinde sich noch in der Entwicklung, zeige aber bereits gute Ergebnisse. Zudem benötige man für die Konfiguration des Programms "ein gewisses Linux-Know-how", heißt es auf der Webseite von Linaccess.

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