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Im Handgepäck

Zehn Digitalkameras im Vergleich

12.07.2007
Immer griff- und einsatzbereit muss sie sein – die Urlaubskamera. EasyLinux stellt zehn digitale Modelle der mittleren bis oberen Preisklasse vor, die sich in jedem Handgepäck gut machen.

Eine digitale Kamera zu kaufen, ist manchmal genauso frustrierend, wie sich einen neuen Rechner zuzulegen: Kaum ist man mit dem Modell glücklich zu Hause angelangt, gibt es bereits ein neueres, besseres zum gleichen Preis. Abhilfe schafft man hier am besten, indem man keine Schnäppchenkamera erwirbt, sondern ein etwas besseres Modell, das auch in einem oder zwei Jahren noch mit der Konkurrenz mithalten kann. EasyLinux hat zehn solche Geräte getestet (siehe Tabelle "Testgeräte-Übersicht").

Testgeräte-Übersicht

Hersteller Samsung Samsung Samsung Samsung Panasonic Panasonic Panasonic Canon Canon Canon
Modell NV11 NV10 i7 L74 LX2EG-S FX30EG-A LZ7EG-S Digital Ixus i7 zoom Powershot A570 IS Digital Ixus 900 Ti
Megapixel 10,1 10,1 7,2 7,2 10,0 7,2 7,2 7,1 7,1 10,0
Höchste Auflösung 3648 x 2736 3648 x 2736 3072 x 2304 3.072 x 2.304 4224 x 2376 3072 x 2304 3072 x 2304 3072 x 2304 3072 x 2304 3648 x 2736
Optischer Zoom 5x 3x 3x 3,6x 4x 3,6x 6x 2,4x 4x 3x
Brennweite 7,8-39mm 7,4-22,2mm ? 4,7-17mm 6,3-25,2mm 4,6-16,4 6,1-36,6mm 6,3-14,9mm 5,8-23,2mm 7,7-23,1mm
Objektiv Schneider-Kreuznach Schneider-Kreuznach Samsung Samsung, weitwinkel Leica Leica, weitwinkel Lumix Canon Lens Canon Lens Canon Lens
Lichtempfindlichkeit (ISO) 80-1600 100-1000 80-1600 80-1600 100-3200 100-1250 100-1250 80-1600 80-1600 80-1600
Orientierungssensor Nein Nein Nein Nein Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Bildformate JPEG JPEG JPEG JPEG JPEG, RAW JPEG JPEG JPEG JPEG JPEG
Videoformat AVI (MPEG4) AVI (MPEG4) AVI (MPEG4) AVI (MPEG4) MOV (Quicktime) MOV (Quicktime) MOV (Quicktime) AVI (MJPEG) AVI (MJPEG) AVI (MJPEG)
Interner Speicher 20 MByte 20 MByte 466 MByte 466 MByte 13 MByte 27 MByte 27 MByte 16 MByte Karte 16 MByte Karte 32 MByte Karte
LCD-Diagonale 7 cm 7 cm 7,7 cm 7,7 cm 7 cm 6 cm 6 cm 4,7 cm 6,2 cm 6,2 cm
Stromversorgung Akku mit Ladegerät/USB Akku mit Ladegerät/USB Akku mit Ladegerät/USB Akku mit Ladegerät/USB Akku mit Ladegerät Akku mit Ladegerät 2 x AA Batterien Akku/Dockingstation Akku mit Ladegerät Akku mit Ladegerät
Besonderes Manueller Fokus bis 1 cm MP3- und Videoplayer, drehbarer Touchscreen 16:9-Format, im 4:3-Format max. 7 MPixel, nur USB 1.1, manueller Fokus möglich Fernbedienung
Gewicht 217g 165g 211g 198g 222g 150g 231g 122g 221g 189g
Preis (ca.) 350 EUR 250 EUR 300 EUR 250 EUR 450 EUR 300 EUR 250 EUR 250 EUR 200 EUR 350 EUR

Viermal Samsung

Die Samsung-Kameras heben sich von der Konkurrenz durch besonders große LCD-Displays aus. Sie zeigen nicht nur sehr detaillierte Vorschaubilder an, sondern eignen sich im Fall der Modelle L74 und i7 auch als Touchscreen. Die Menüführung hat Samsung bei allen vier Modellen sehr gut gelöst: Fast alle Optionen lassen sich ohne Handbuch intuitiv einstellen. Zudem bleibt der Blick des Fotografen auf dem Display, der Drehradschalter wird kaum benötigt.

Das Flaggschiff von Samsung ist zurzeit die NV11 mit 10,1 Megapixeln und fünffachem optischem Zoom. Die Kamera liegt sehr gut in der Hand, ist aber mit knapp 220 Gramm kein Leichtgewicht. Über die Automatik sind Makroaufnahmen bis zu 5 cm möglich. Ein spezieller manueller Fokus, den Sie über die Sensortasten steuern, erlaubt es jedoch dem avancierten Fotografen, bis zu 1 cm an das gewünschte Objekt heranzugehen. Die Kamera bringt 20 MByte internen Speicher mit, bei der höchsten Auflösung reicht das für drei Bilder.

Eine besondere Funktion der NV11 finden Sie im Szenenmenü (über das Drehrad). Stellen Sie hier die Kamera auf BIZ ein, erscheint ein spezieller Rahmen, um Visitenkarten zu fotografieren. Mit der Samsung-Software Digimax Biz Reader – die unter Linux mit dem Windows-Emulator wine arbeitet – lesen Sie dann aus diesen Fotos per OCR die Kontaktdaten aus. Die Erkennung arbeitet ziemlich gut, zur Nacharbeitung können Sie die Daten auch ins TXT-Format exportieren.

Als günstige Alternative zur NV11 bietet sich das Vorgängermodell NV10 an. Es erstellt ebenfalls 10-Megapixel-Bilder, bringt aber nur ein dreifaches optisches Zoom mit, und die maximale Lichtempfindlichkeit beträgt 1000 ISO. Auch unterstützt die NV10 den neuen Speicherkartenstandard SDHC noch nicht, und der 800-mA-Akku hält nur für rund 150 Fotos. (Die drei übrigen Samsung-Geräte verfügen jeweils über einen 1100-mA-Akku.) Im Gegenzug ist das NV10-Modell nur 170 Gramm schwer und kostet rund 100 Euro weniger als die NV11-Variante.

Seit diesem Frühling auf dem Markt sind die Modelle L74 und i7 (nicht zu verwechseln mit der Ixus i7 von Canon). Bei der L74 handelt es sich um eine 7,2-Megapixel-Kamera mit einem Weitwinkel-Objektiv (siehe Abbildung 1 bis 4). Die i7 ist nicht nur eine digitale Kamera, sondern zugleich auch MP3- und Videoplayer. Beide Modelle kommen mit einem üppigen internen Speicher von rund 450 MByte. Die Bedienung beider Modelle erfolgt über den fast 8 cm großen Touchscreen und gestaltet sich ähnlich intuitiv wie bei der NV-Serie. Das Display der i7 lässt sich zudem um 90° beziehungsweise 180° drehen. Je nachdem in welche Richtung es zeigt, arbeitet der Personal Media Player (PMP) als Kamera, Audio- oder Videoplayer. In allen drei Modi schaltet ein leichter Druck auf den Auslöser sofort in den Kameramodus um. Somit lassen sich jederzeit Schnappschüsse erstellen.

Alle vier Samsung-Kameras hinterließen in den Tests einen guten Eindruck. Die NV-Modelle sehen nicht nur sehr professionell aus, sondern liegen auch sehr gut in der Hand. Gut gelang Samsung auch der Auslöser, dessen Druckpunkt sich wie bei einer analogen Kamera anfühlt. Umso mehr erstaunt es, dass Samsung in diesen Geräten auf einen Orientierungssensor verzichtet: Bilder im Portrait-Format müssen Sie also selbst drehen, um diese am PC zu betrachten.

Abbildung 1: Das Referenzbild mit einer Canon Ixus 900Ti aufgenommen im traditionellen 4:3 Format mit 3648x2736 Bildpunkten (10 Megapixel).
Abbildung 2: Die Ixus-Kamera nimmt auch Bilder im 16:9-Format auf. Dabei schummelt die Kamera allerdings und schneidet oben und unten ab. In der Breite ist nicht mehr zu sehen, als beim Referenzbild. Die Auflösung beträgt 3648x2048 Bildpunkte.
Abbildung 3: Das 16:9-Format der LX2-Kamera von Panasonic zeigt rechts und links deutlich mehr an als das 4:3-Bild der Canon Ixus. Mit 4224x2376 Bildpunkten ist das Foto etwas breiter als das ebenfalls 10 Megapixel große Referenzbild.
Abbildung 4: Die Samsung-Kamera L74 besitzt ein Weitwinkel-Objektiv. Das Bild wurde vom gleichen Standort aufgenommen wie die übrigen Aufnahmen, es zeigt in der Breite und in der Höhe aber deutlich mehr Details. Die Auflösung beträgt 3072x2304 Bildpunkte (7,2 Megapixel).

Canon

Von Canon erhielten wir zwei Modelle aus der Ixus- und eines der Powershot-Serie zum Test. Die Powershot A570 verwendet handelsübliche AA-Batterien, was für längere Einsätze in Gebieten ohne Strom interessant ist. Sie verfügt auf der Oberseite über das gewöhnliche Drehrad für die Programmauswahl. Zusätzlich gibt es einen Schalter, der nur zwischen dem Aufnahme- und dem Abspielmodus umschaltet, was unter Umständen praktisch ist, im Test aber eher negativ auffiel. Die größere Ixus-Variante 900Ti verzichtet auf der Oberseite auf ein Rad, hier gibt es an der Gehäuserückseite einen Drehschalter, der auch den Play-Modus anbietet. Die kleinere Ixus i7 – zugleich die kleinste Kamera im Testfeld – verzichtet ganz auf einen Drehschalter: Hier wählen Sie das passende Programm über das Menü.

Die drei Canon-Modelle bieten eine gute bis sehr gute Akku-Laufzeit. Als einzige Kameras im Testfeld sind die Modelle Ixus 900Ti und Powershot A570 IS mit einem optischen Sucher ausgestattet. So lassen sich auch bei sehr starkem Sonnenlicht noch Aufnahmen machen und Sie können das Display zu Stromsparzwecken ausschalten. Weniger gut gefiel uns die kompakte Ixus i7. Das Display ist mit einer Diagonale von gut 4 cm doch sehr klein. Mangels direktem USB-Anschluss müssen Sie die Kamera an den PC über eine spezielle Docking Station anschließen. Immerhin bringt die Mini-Ixus eine Fernbedienung mit. Damit können Sie Ihre Fotos vom Sofa aus per Fernbedienung über den Fernseher präsentieren.

Wer oft Leute fotografiert, wird an der automatischen Gesichtserkennung der Canon Ixus 900Ti Gefallen finden. Sie markiert auf dem Display durch kleine weißes Vierecke sämtliche Köpfe, die die Kamera erkannt hat und richtet Fokus und Tiefenschärfe entsprechend aus. In den Tests hat das gut bis sehr gut funktioniert, allerdings nur mit dem Ixus-Modell, obwohl laut Aufschrift auch die Powershot A570 über dieses Feature verfügt. Diese zwei Kameras bringen zudem einen optischen Bildstabilisator mit, der hilft, verwackelte Aufnahmen zu verhindern. Im Vergleich zu den anderen Kameras konnten wir hier aber keinen deutlichen Vorteil erkennen.

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