Netzwerk

Um Windows-Rechner ins Linux-Netz zu integrieren, war schon immer der Einsatz eines Samba-Servers nötig – daran ändert sich auch beim Umstieg auf Windows Vista nichts, denn ein Client für das Einbinden von NFS-Freigaben ist nicht Teil des Vista-Pakets. Über die Netzwerkfreigaben eines Samba-Servers, die Sie erreichen, indem Sie die IP-Adresse des Linux-PCs mit vorangestelltem doppelten Backslash (also z. B. \\192.168.1.2) in ein Explorer-Fenster eingeben, können Sie den Zugriff auf Linux-Drucker und die Home-Verzeichnisse einrichten.

  • Nach dem Doppelklick auf ein Drucker-Icon fragt Vista noch nach dem passenden Treiber – wählen Sie hier in jedem Fall ein PostScript-Modell aus: Im Test war HP Color LaserJet 2800 Series PS eine gute Wahl.
  • Auch auf das Home-Verzeichnis greifen Sie bequem zu – geben Sie einfach Benutzername und Passwort ein. Danach können Sie noch über einen Rechtsklick auf das eingebundene Verzeichnis und den Menüpunkt Netzlaufwerk zuordnen einen Laufwerksbuchstaben vergeben.
Abbildung 6: Läuft im Netz ein Linux-Samba-Server, findet auch Vista schnell Anschluss ans Linux-Netz: Die IP-Adresse reicht aus, um Drucker und Samba-Dateifreigaben anzuzeigen.

Einen Dienst für Remote-Zugriff über die Shell, wie es unter Linux der SSH-Server ist, liefert Vista nicht mit. Wer das benötigt, installiert einen freien SSH-Server nach, zum Beispiel den FreeSSH-Daemon [6].

Shell und Symlinks

Neu im Angebot sind Links: Das Shell-Kommando mklink erzeugt wahlweise symbolische Links (wie ln -s) oder über den Parameter /h (hidden) harte Links (wie ln). Wer das neue Kommando einsetzen will, sollte drei Punkte beachten, in denen sich mklink und ln unterscheiden:

  • Quelle und Ziel sind vertauscht – die richtige Windows-Syntax ist also mklink Ziel Quelle.
  • Während ln standardmäßig Hardlinks und nur mit der Zusatzoption -s Symlinks erzeugt, ist es bei mklink umgekehrt.
  • Für Verzeichnisse sind (genau wie unter Linux) nur Symlinks möglich; mklink akzeptiert aber nur einen Ordner als Argument, wenn Sie es mit der Option /D (directory) aufrufen.

Ganz überzeugt von dem neuen Feature sind die Entwickler wohl nicht gewesen, denn das dir-Kommando in der Shell und der Explorer zeigen Symlinks zwar korrekt an (Abbildung 7), doch es ist ein Abenteuer, neue Links anzulegen: Ohne Administratorrechte läuft da gar nichts, Microsoft betrachtet dies offenbar als privilegierte Aktion, und auch aus einem mit Root-Rechten gestarteten Explorer heraus gelingt über den Kontextmenüpunkt Verknüpfung erstellen einer Datei nur ein Link, der auf dem Desktop liegt. Leider sind die neuen Windows-Symlinks zudem nicht mit den Symlinks kompatibel, die Sie über die Cygwin-Tools [7] anlegen können.

Abbildung 7: Ohne Administratorrechte gibt es keine Symlinks (links oben). Läuft die Kommando-Shell mit Root-Rechten, klappt es (links unten). Auch der Explorer zeigt Links in allen Ansichtsvarianten über einen kleinen Pfeil an (rechts).

Von der Symlink-Behandlung abgesehen hat sich in der Windows-Shell nicht viel geändert – die Zukunft gehört eh der neuen PowerShell [8,9], die mit dem alten Command.com-Nachfolger nichts mehr gemein hat. Freunde der Linux-Shell Bash sollten die bereits erwähnten Cygwin-Tools nachinstallieren. Geht es stattdessen um einige der populären Shell-Tools, ist auch ein Blick auf die GNU Utilities for Windows [10] interessant: Dieses Paket enthält u. a. grep, find, sed, tar, grip, bzip2 und less. Für Suchaufgaben, die unter Linux locate bewältigt, ist Locate32 [11] ein Ersatz, allerdings ist das ein GUI- und kein Shell-Programm.

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